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	<title>Biographie - SlangGuy&#039;s Blog</title>
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	<description>Über Slang, Übersetzen &#38; die Sprache dazu</description>
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		<title>Ralph Ellison › Die Biographie (1)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Sep 2007 13:04:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit Invisible Man veröffentlichte der Afro-Amerikaner Ralph Ellison 1952 einen Jahrhundertroman. Vom weißen Amerika mit Ehren und Sinekuren überhäuft, fehlte nur eines in seinem Leben – ein zweiter Roman. Arnold Rampersad schreibt die vermutlich definitive Biographie des großen Autors.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: georgia,times new roman,times,serif;"><strong>Die Entdeckung der Sichtbarkeit</strong></span></p>
<h5 style="text-align: justify;"><span style="font-family: georgia,times new roman,times,serif;"><strong><a href="http://www.amazon.de/Ralph-Ellison-A-Biography-ebook/dp/B000QCQ8YE/ref=sr_1_cc_1?s=aps&amp;ie=UTF8&amp;qid=1351354704&amp;sr=1-1-catcorr"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-5249" title="ellison1901a_72_300" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2007/09/ellison1901a_72_300.jpg" alt width="300" height="443" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2007/09/ellison1901a_72_300.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2007/09/ellison1901a_72_300-203x300.jpg 203w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a>Mit <em>Invisible Man</em> veröffentlichte der Afro-Amerikaner Ralph Ellison 1952 einen Jahrhundertroman. Vom weißen Amerika mit Ehren und Sinekuren überhäuft, fehlte nur eines in seinem Leben – ein zweiter Roman. Arnold Rampersad schreibt die vermutlich definitive Biographie des großen Autors. </strong></span></h5>
<p style="text-align: justify;">»Vielleicht«, so der namenlose Erzähler im <strong><em>Invisible Man</em></strong>, »mag ich <strong>Louis Armstrong</strong>, weil er aus der Unsichtbarkeit Poesie gemacht hat. Ich denke, das liegt daran, dass er sich seiner Unsichtbarkeit nicht bewusst ist.« Mehr als irgendetwas an Ellisons Roman ist mir dieser Satz im Gedächtnis geblieben. Oder besser, die Irritation, die ich dabei empfand. Der Vorwurf an Armstrong, er bediene naiv die Wunschvorstellungen einer weißen Welt vom ungefährlichen kulleräugigen schwarzen Clown. Natürlich spricht hier eine Romanfigur. Und ich will auch nicht verhehlen, dass diese Irritation sich mit einer anderen verband, die mir seit jeher <strong><em>High Society</em></strong> vergällt hat, den Film, in dem der Olympier des Jazz den weißen Crooner Crosby mit »Mr. Bing« anzusprechen hat, während der ihn ganz selbstverständlich mit »Louis« tituliert.<br>
So persönlich und objektiv fragwürdig meine Reaktion auch gewesen sein mag, ich fand diesen Satz aus der Feder eines <strong>Kopfmenschen</strong>, dem Kunst und hintergründiger Tiefgang grundsätzlich über die Erfahrung zu gehen schien, überheblich; aus dem Munde eines Mannes, der sich nach dem ungeheuren Erfolg seines Debüts für den Rest seines Daseins eisig hinter Ehrenämtern versteckte, während Satchmo jovial draußen im Leben seinen Mann stand, war das gemein. Ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, Ellison sei<strong> ein arroganter und eben kein netter oder wenigstens kein großherziger Mensch</strong>.<br>
<a href="http://www.amazon.de/Der-unsichtbare-Mann-Ralph-Ellison/dp/3250102660/ref=sr_1_cc_2?s=aps&amp;ie=UTF8&amp;qid=1351355059&amp;sr=1-2-catcorr"><img decoding="async" class=" wp-image-5253 alignleft" title="ellison1902_72_300" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2007/09/ellison1902_72_300.jpg" alt width="270" height="420" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2007/09/ellison1902_72_300.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2007/09/ellison1902_72_300-192x300.jpg 192w" sizes="(max-width: 270px) 100vw, 270px"></a>Und diesen Eindruck scheint, auf den ersten Blick wenigstens, diese ebenso große wie großartige Biographie zu bestätigen. Das fast 700 Seiten starke Werk ist nachgerade ein mit großer Akribie zusammen getragener <strong>Katalog allzu menschlicher Makel und Unzulänglichkeiten</strong>, die zunächst einmal einer Bewunderung für den Mann im Wege stehen. So erscheint Ellison als elitärer, maßlos prätentiöser Snob, dem vor allem an der gesellschaftlichen Stellung gelegen ist, die ihm nur eine weiße Welt geben kann. Seine Äußerungen über Vertreter des modernen Jazz von <strong>Miles Davis</strong> über <strong>John Coltrane</strong> und <strong>Horace Silver</strong> bis hin zum <strong>Modern Jazz Quartet</strong> sind schlicht bösartig. Ebenso dünkelhaft wie herablassend fragt er den schwarzen Dichter <strong>Quincy Troupe</strong> einmal auf einer Party in der noblen Park Avenue, wie der denn dorthin gekommen sei. Überhaupt wähnte er sich als Aristokraten, der die Nähe anderer Aristokraten suchte und eine tiefe Verachtung hegte für alles Gewöhnliche, vor allem bei Schwarzen und der schwarzen Kultur. Seine Loyalität scheint nur denen gegolten zu haben, die ihm das feine Leben ermöglichten, das er führte; als Freund jedenfalls war auf ihn keineswegs selbstredend Verlass. Wo immer er als erster Schwarzer zugelassen wurde, wie etwa in der exklusiven <strong>Century Association</strong>, schien ihm das vollauf zu genügen; als man dort über die Aufnahme von Frauen debattierte, wollte er davon nichts hören. Ein eher uninspirierter Professor, hatte er nur widerwillig Kontakt mit seinen Studenten; von jungen schwarzen Autoren wollte er schon gleich gar nichts hören. Undankbar war er, nicht zuletzt der Mutter gegenüber; sein unkomplizierter Bruder, der seine Ambitionen nicht teilte, war ihm zu dumm. Als Gatte war er untreu bis seelisch grausam. Und kleinlich war er. Und geizig. Und wenn er etwas getrunken hatte…</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.amazon.de/Invisible-Man-Vintage-International-ebook/dp/B003WUYR9K/ref=sr_1_1?s=digital-text&amp;ie=UTF8&amp;qid=1351354896&amp;sr=1-1"><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-5251" title="ellison1900a_72_560" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2007/09/ellison1900a_72_560.jpg" alt width="560" height="113" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2007/09/ellison1900a_72_560.jpg 560w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2007/09/ellison1900a_72_560-300x60.jpg 300w" sizes="(max-width: 560px) 100vw, 560px"></a><br>
Nein, nein, das ließe sich tatsächlich so lesen, umso mehr als der Biograph praktisch sämtliche Verfehlungen aufzählt, derer er habhaft werden konnte, und das wohl dokumentiert. Wobei <strong>Rampersad</strong> sich leicht tut, haben die Ellisons doch alles aufbewahrt (bis zur letzten fingierten Quittung über Bewirtungskosten für einen Interviewer, der jedoch in Wirklichkeit noch nicht einmal ein Glas Wasser bekommen hatte) und der Library of Congress vermacht.<br>
Der <strong>Biograph als Lynchmob</strong>? Durchaus nicht, Rampersad ist offen seinem Gegenstand gegenüber und von großer, wenn auch angemessen trockener Toleranz. Eine <strong>Biographie dürfe keine Hagiographie</strong> werden, begegnet Rampersad selbst dem Vorwurf, Ellison nicht zu mögen. »Ich musste die Wahrheit sagen.«<br>
Nun, sehen wir uns diese Wahrheit doch näher an.</p>
<p style="text-align: justify;">(<a href="https://slangtimes.com/2008-03-09/ralph-ellison-%E2%80%BA-die-biographie-2/" target="_self">Fortsetzung folgt</a>)</p>
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