<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Laienlinguisten - SlangGuy&#039;s Blog</title>
	<atom:link href="https://slangtimes.com/tag/laienlinguisten/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://slangtimes.com</link>
	<description>Über Slang, Übersetzen &#38; die Sprache dazu</description>
	<lastBuildDate>Tue, 23 Nov 2010 09:39:46 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.8.5</generator>

<image>
	<url>https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/01/fav.png</url>
	<title>Laienlinguisten - SlangGuy&#039;s Blog</title>
	<link>https://slangtimes.com</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Pseudohüftiges</title>
		<link>https://slangtimes.com/2009-09-19/pseudohuftiges/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Sep 2009 09:21:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Miszellaneen]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Black English]]></category>
		<category><![CDATA[Etymologie]]></category>
		<category><![CDATA[hip]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendsprache]]></category>
		<category><![CDATA[Laienlinguisten]]></category>
		<category><![CDATA[Slang]]></category>
		<category><![CDATA[Volksetymologien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://slangtimes.com/?p=136</guid>

					<description><![CDATA[Wie’s der Zufall so will: Maule ich eben noch über “Pseudo-Etymologien”, schon finde ich was recht Interessantes dazu. In diesem Fall in der “Vorrede zur ersten und zweiten .Auflage&#160; . . der dritten und vielverbesserten und vermehrten Ausgabe” von Konrad Schwencks Wörterbuch der deutschen Sprache in Beziehung auf Abstammung und Begriffsbildung von 1838: »Der Zweck [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wie’s der Zufall so will: Maule ich eben noch über “Pseudo-Etymologien”, schon finde ich was recht Interessantes dazu. In diesem Fall in der “Vorrede zur ersten und zweiten .Auflage&nbsp; . . der dritten und vielverbesserten und vermehrten Ausgabe” von <strong><em>Konrad Schwencks Wörterbuch der deutschen Sprache in Beziehung auf Abstammung und Begriffsbildung</em></strong> von 1838:</p>
<blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #800000;">»Der Zweck dieser Schrift ist, die Ergebnisse deutscher Wortforschung … in der Kürze und so allgemein faßlich, als es der Gegenstand zuläßt, darzustellen, jedoch so, daß, um Raum zu sparen, nicht jedes abgeleitete Wort aufgenommen ward, wenn es jedermann selbst ableiten kann.… Wo sichere Wortableitungen fehlen, habe ich entweder Vermuthungen nicht angestellt oder öfters beigebracht, um solche als gewagt zu bezeichnen und somit davon abzumahnen, da die Neigung dazu verbreitet ist.«</span></p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und dann stoße ich zufällig gestern auf der Suche nach Synonymen für »angesagt« in Hermann Ehmanns&nbsp; – wieder bei Ehmann, tut mir leid – sonst durchaus brauchbarer Sammlung von Jugendsprache <em>oberaffengeil</em> unter »hip« auf folgendes:<span id="more-136"></span></p>
<blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #800000;"><strong>hip / hippig</strong></span><span style="color: #800000;"> </span><span style="color: #800000;"><em>engl. “hip”</em></span><span style="color: #800000;"> – 1. Hüfte, Becken; Bedeutungserweiterung bzw. ‑verschiebung: </span><span style="color: #800000;"><em>ange­sagt; … </em></span></p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das ist schlicht Unfug. »Hip« hat nichts mit »Hüfte« zu tun, hatte nie was mit »Hüfte« zu tun, ist also weder »Bedeutungsverschiebung« noch »-erweiterung«. Was auch denn schon die einzig gesicherte Erkenntnis ist, was die Etymologie von »hip« angeht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Bis vor einigen Jahren galt als glaubwürdigste Erklärung für den Ursprung von »hip« die von schwarzen Sprachforschern wie Smitherman oder Major vertretene, nach der das Wort von »hepi« bzw. »hipi« abstammt, zwei Wörtern aus dem Wolof, einer Sprache, die – ich zitiere die Wikipedia – eine Untergruppe der Niger-Kongo-Sprachen aus dem nördlichen Zweig der westatlantischen Sprachfamilie ist. Das ist weniger an den Haaren herbeigezogen, als es sich im ersten Augenblick anhört, denkt man an den regen Sklavenhandel mit Nordamerika und daran, dass »hip« dort zunächst nur unter Schwarzen verbreitet war. »Hepi« bedeutet im Wolof »sehen«, »hipi« heißt »die Augen öffnen«.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nun neigen schwarze Linguisten dazu, Wörter aus dem schwarzamerikanischen Dialekt von schwarzafrikanischen Sprachen abzuleiten, was nur allzu logisch wäre, übertrieben sie es nicht manchmal dabei. Die Etymologie gilt entsprechend als noch nicht gesichert.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein weiteres interessantes Argument kam nun jüngst von Daniel Cassidy, der in seinem ungemein interessanten Buch <span lang="en-GB"><em>How the Irish invented Slang</em></span> (2007) eine ganze Menge amerikanischer Slangwörter, deren Etymologie bislang als <span lang="en-GB"><em>unknown</em></span> galt, aus dem Irischen (einer gälischen Sprache) ableitet, darunter auch ein nicht weniger schwarzes als »hip«, nämlich »jazz«.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Cassidy leitet »hip« bzw. die von schwarzen Sprachforschern nie anerkannte Nebenform »hep« ab vom irischen <span lang="en-US"><strong>aibí </strong></span><span lang="en-US">(</span><em>gesprochen:</em><span lang="en-US"><em> </em></span><span lang="en-US">h‑ab</span><span lang="en-US"><strong>í</strong></span><span lang="en-US"> </span><em>bzw. zusammengezogen</em><span lang="en-US"><em> </em></span><span lang="en-US">h‑ab’); das </span>Wort bedeutet<span lang="en-US"> </span>soviel wie »reif, flink, klug, gewitzt« oder im übertragenen Sinne »informiert«.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Auf das Problem, wie das Wort von den Iren bzw. aus den von Iren bevölkerten Städten und Gegenden im Norden in die von Schwarzen bewirtschafteten Plantagen des Süden kam, geht Cassidy nicht ein. Oder anders gesagt, wieso es bei Iren, ja bei den Weißen überhaupt, nie im Schwang gewesen zu sein scheint. Wie sollte ein Wort sozusagen geradewegs aus dem Irischen in den schwarzen Dialekt übergehen, um sich dann dort eine Ewigkeit zu verstecken, bevor es zurück in die Welt der Weißen finden? Folgt man der Abstammung aus dem Irischen, muss es doch wundern, dass das Wörtchen nirgendwo schriftlich festgehalten scheint; dass das schwarze Englisch eine ausschließlich mündliche Tradition hat, ist nicht von der Hand zu weisen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Aber das sind Betrachtungen, die hier zu weit führen. (Obwohl es natürlich auch&nbsp; hier um Pseudo-Etymologien geht). »Hip« jedenfalls hat nichts mit der »Hüfte« zu tun, es ist von der Wurzel her noch nicht einmal ein englisches Wort – ein Blick in <em>irgendein</em> Wörterbuch hätte genügt, um diesen volksetymologischen Schnitzer als »gewagte Vermuthung« zu entlarven und damit zu umgehen. So etwas wertet derlei Sammlungen leider auch immer ab; man traut einem Buch, das voll ist von solchen Mutmaßungen, auch in so manch anderer Hinsicht nicht mehr. Was schade ist. Und genau das Gegenteil dessen, was Forscher wie der oben zitierte Schwenk wollen: gesicherte Information. Vielleicht sollte man das bei allem Unterhaltungswert, der natürlich bei solchen Sammlungen im Vordergrund steht, nicht außer Acht lassen. Immerhin war auch Schwencks »Schrift nicht für die sogenannte gelehrte Welt bestimmt«.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mir fällt hier eben noch ein, dass »hip« und »Hüfte« doch etwas miteinander zu tun hatten,&nbsp; insofern unter herzlich unhippen Zeitgenossen in den 60er-Jahren der Scherz umging, dass sie »hippie« bis dahin immer mit »breit in den Hüften« verbunden hatten, also mit kurvigen bis vollschlanken Frauen…</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nerviges: Pseudoetymologien</title>
		<link>https://slangtimes.com/2009-08-28/nerviges-pseudoetymologien/</link>
					<comments>https://slangtimes.com/2009-08-28/nerviges-pseudoetymologien/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 09:12:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Miszellaneen]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachkolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Etymologie]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendsprache]]></category>
		<category><![CDATA[Laienlinguisten]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Volksetymologien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://slangtimes.com/?p=66</guid>

					<description><![CDATA[Als einer, der nun seit Jahrzehnten mit zunehmender Verzweiflung &#38; Frustration englische Umgangssprache einzudeutschen versucht, bin ich natürlich jedem dankbar, der sich mit der deutschen Umgangssprache befasst &#38; diese Beschäftigung hin &#38; wieder in Buchform zugänglich macht. Es ist mir grundsätzlich zunächst mal egal, wie diese Büchl aufgemacht sind, ich sehe sie mir alle genauer [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;" lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Als einer, der nun seit Jahrzehnten mit zunehmender Verzweiflung &amp; Frustration <strong>englische Umgangssprache einzudeutschen</strong> versucht, bin ich natürlich jedem dankbar, der sich mit der <strong>deutschen Umgangssprache</strong> befasst &amp; diese Beschäftigung hin &amp; wieder in Buchform zugänglich macht. Es ist mir grundsätzlich zunächst mal egal, wie diese Büchl aufgemacht sind, ich sehe sie mir alle genauer an,  versuche sie auszuwerten. Das einzige, was mich an diesen kostbaren Sammlungen stört – nein, eigentlich sind es zwei Dinge. Das erste, das ich hier gleich abhaken will, ist der <strong>krampfhafte Versuch, geistreich bis witzig</strong> zu sein. Das mag hin &amp; wieder glücken, auf Dauer aber nicht. Nicht jeder ist zum Humoristen geboren. Mich jedenfalls nervt’s. Das sei aber mit der bloßen Erwähnung schon gegessen. Was eher stört, weil es auf Dauer eben auch schädliche Nebenwirkungen hat, sind die <strong>Etymologien, die man sich dabei – größtenteils – einfach aus den Fingern saugt</strong>. Ich meine, dass derlei Pseudosprachforschung auch das Niveau der Linguistik senkt: Viel zu viele Dummschwätzer plappern derlei ungeprüft nach und tragen damit zu einem der Grundübel unserer Zeit bei: Jeder meint, sich auf jedem Gebiet auszukennen. Und warum sollten sie das auch nicht meinen, wenn die, die es besser wissen sollten, selbst einfach drauflos quatschen. <span id="more-66"></span></span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;" lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Als Beispiel habe ich hier – wieder einmal – einen solchen Fall in einem der (lobenswerten &amp; wichtigen, verstehen Sie mich nicht falsch!) Sammlungen von Hermann Ehmann. Im dritten &amp; vierten Titel seiner Reihe über Jugendsprache heißt es da, das Verb »<strong>drömeln</strong>«, das er mit <em>1. <strong>langsam umhergehen</strong></em> &amp; <em>2. <strong>unaufmerksam sein</strong></em> definiert, sei ein »jugendsprachlicher Neologismus«. Nun, das biss sich schon mal mit meiner ersten Anlaufstelle, meiner eigenen einschlägigen Datenbank zum Thema Umgangsdeutsch. Da habe ich nämlich »drömeln« schon als <em>rheinisch</em> und, ohne allzu technisch zu werden, <em>ganz furchtbar alt</em>. (Freilich nicht so alt, dass der altgriechische Wortstamm »dromein« (laufen), den Ehmann da heraushören will, ins Spiel käme.) </span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;" lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Müller, Dittmaier, Schützeichel &amp; Zender definieren in ihrem 9‑bändigen <em>Rheinischen Wörterbuch</em> <strong><em>drömeln</em></strong> mit »<strong>langsam, unlustig etwas tun</strong>«. Der gute alte Küpper definiert »<strong>langsam, gedankenlos arbeiten; schwunglos handeln</strong>« und erklärt: »Gehört zu niederd ›<strong>drömen</strong> = träumen‹ und meint soviel wie ›sich wie im Traum bewegen‹. 18. Jh.« Und er hilft auch gleich mit einer zweiten Schreibung – »<strong>drömmeln</strong>« –  aus und entsprechend weiter. So finde ich denn in Spricks ausgesprochen brauchbaren <em>Hömma!</em> den Eintrag: »<strong>drömmeln</strong>: LANGSAM sein, <strong>herumklüngeln, etwas unkonzentriert tun und deshalb lange dafür brauchen</strong> (besonders bei Kindern) / ZERSTREUT«. </span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;" lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Und dann hätte ich da noch <em>drämeln, dörmeln, dormeln, Drömel, Drömelkerl, Drömeltierchen, Drömes</em> &amp; habe schon wieder viel zu lange mit meiner Datenbank gespielt. </span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;" lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Leider passiert das immer wieder und nicht nur Ehmann – zu oft geht man beim Versuch, die Herkunft eines Wortes zu erklären, frei von der Leber weg nach dem äußeren Schein, nach der Ähnlichkeit einiger Silben meist, und jeder Sprachforscher sollte wissen, dass das nur selten gut gehen kann. Mir persönlich sind da Leute wie <strong>Eike Schönfeld</strong> mit seinem nun schon etwas betagten <em>Abgefahren – Eingefahren</em> lieber oder eben Claus Sprick, die einfach sagen, was Sache ist, ohne am etymologischen Finger zu saugen. Oder man macht es auf die harte Tour und guckt alles nach. Aber dann würden die Dinger natürlich allzu rasch zu Endlosprojekten, die mehr kosten, als sie einbringen. Wovon ich ein Lied singen kann… </span></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;" lang="de-DE">
</p><p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;" lang="de-DE">
</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://slangtimes.com/2009-08-28/nerviges-pseudoetymologien/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
