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	<title>Lektorat - SlangGuy&#039;s Blog</title>
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	<description>Über Slang, Übersetzen &#38; die Sprache dazu</description>
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		<title>Woher ich weiß, dass ich Recht habe?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Aug 2016 09:38:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachkolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestatten Sie mir wieder mal ein Lamento über das ewige Kreuz mit dem Lektorat oder – besser gesagt – darüber, wie es hierzulande in der Regel gehandhabt wird. Wieder mal, ja, aber da das Problem die letzten Jahrzehnte über nur noch schlimmer geworden ist, kann es gar nicht oft genug angesprochen werden. Und da’s die [&#8230;]]]></description>
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<p style="font-size:26px">Gestatten Sie mir wieder mal ein Lamento über das ewige Kreuz mit dem Lektorat oder – besser gesagt – darüber, wie es hierzulande in der Regel gehandhabt wird. Wieder mal, ja, aber da das Problem die letzten Jahrzehnte über nur noch schlimmer geworden ist, kann es gar nicht oft genug angesprochen werden. Und da’s die Kollegen nicht machen, hier eben mein Lamento #99 – und es wird schwerlich das letzte sein …</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2013/02/libr1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="400" height="412" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2013/02/libr1.jpg" alt class="wp-image-6163" style="object-fit:cover;width:150px;height:150px" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2013/02/libr1.jpg 400w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2013/02/libr1-291x300.jpg 291w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px"></a></figure></div>


<p class="has-medium-font-size">Neulich sah ich mich – wieder mal – verlagsseitig (&amp; recht aggressiv) gefragt, woher ich denn wüsste, dass ich »Recht habe«,<sup data-fn="4f8d6f25-a212-4764-814f-307a2b5bfb54" class="fn"><a href="#4f8d6f25-a212-4764-814f-307a2b5bfb54" id="4f8d6f25-a212-4764-814f-307a2b5bfb54-link">1</a></sup> und das nicht etwa anlässlich einer konkreten Diskussion um eine von mir getroffene Übersetzungsentscheidung, nein, ganz grundsätzlich – eine Frage, die lauthals unausgesprochen »Erfahrungen« mit Übersetzern&nbsp; als »aufgeblasenen Rechthabern« impliziert oder »empfindlichen Diven«, wie ich auch schon mal gelesen habe. </p>



<p class="has-medium-font-size">Die simple Antwort wäre natürlich: Es geht nicht ums Rechthaben, es geht darum, was richtig ist. Darum, zu <strong><em>wissen</em></strong>, was richtig ist. Und warum ich das in der Regel weiß? Weil ich meinen Beruf tatsächlich »gelernt« habe. Oder wenigstens habe ich das versucht. Und das seit Ende der 60er-Jahre, als ich mir die Übersetzerei als Beruf vorstellen konnte. Und damals musste man einen Beruf noch erlernen. Ich hatte keine Ahnung, wie man Übersetzer werden sollte, aber ich begann Wörter und deren Bedeutungen auf Ringbuchblätter zu notieren und auswendig zu lernen. Eine glückliche Fügung bescherte dann meinem Gymnasium das Pilotprojekt Kollegstufe und damit den Leistungskurs Englisch. Und dann habe ich eben Anglistik studiert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/amslb.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/amslb-1024x576.jpg" alt class="wp-image-22021" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/amslb-1024x576.jpg 1024w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/amslb-300x169.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/amslb-768x432.jpg 768w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/amslb-1536x864.jpg 1536w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/amslb-800x450.jpg 800w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/amslb.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px"></a></figure>



<p class="has-medium-font-size">Und nichts davon hat mich zum Übersetzer gemacht. Schon gar nicht die zahllosen Übersetzungskurse im Studium, bei denen man nur immer über die geforderte depperte Wörtlichkeit hinausübersetzt hat. Übersetzen habe ich gelernt, indem ich – für mich – ganze Bücher übersetzt habe. Kürzere sicher, aber immerhin. Ich erinnere mich noch an John Steinbecks <em>The Pearl</em> und so einige Krimis von Carter Brown, weil die mit ihren 128 Seiten perfekt dafür waren. Dass ich auf dem richtigen Weg war, merkte ich, als mir mal ein englischer Gastdozent – zu Unrecht – vorwarf, ich hätte mir meinen Hausaufsatz von einem Amerikaner schreiben lassen. Immerhin ein veröffentlichter Dichter, der Mann.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_coverz_leiste-11b.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="453" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_coverz_leiste-11b-1024x453.jpg" alt class="wp-image-8703" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_coverz_leiste-11b-1024x453.jpg 1024w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_coverz_leiste-11b-300x133.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_coverz_leiste-11b-768x340.jpg 768w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_coverz_leiste-11b-370x164.jpg 370w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_coverz_leiste-11b-770x341.jpg 770w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_coverz_leiste-11b-1170x517.jpg 1170w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_coverz_leiste-11b-1311x580.jpg 1311w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_coverz_leiste-11b.jpg 1992w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px"></a></figure>



<p class="has-medium-font-size">Und ich hatte längst angefangen, Übersetzungen zu sammeln – englisches Buch, deutsches Buch – und mir Passagen davon anzusehen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3833010681?ie=UTF8&amp;tag=slang-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3833010681"><img loading="lazy" decoding="async" width="120" height="155" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2013/04/amslang_120.jpg" alt class="wp-image-6726"></a></figure></div>


<p class="has-medium-font-size">Aber zurück zu unserer Frage, auf die ich Folgendes hätte sagen können: Es geht angesichts dessen, was ich seit nunmehr über drei Jahrzehnten in meine Manuskripte geschmiert bekomme, beim besten Willen nicht um die Gewissheit, Recht zu haben, oder ums Recht-haben-wollen an sich; es genügt in der Regel völlig zu wissen, dass etwa sieben von zehn – ich habe jahrelang Buch geführt, als ich noch dachte, das ändert sich zum Besseren – verlagsseitig vorgenommenen <strong>Änderungen zwischen nervig überflüssig und totalem Schwachsinn rangieren</strong>.<sup data-fn="9ce04a20-90f2-4f78-8b6a-684afd26e695" class="fn"><a href="#9ce04a20-90f2-4f78-8b6a-684afd26e695" id="9ce04a20-90f2-4f78-8b6a-684afd26e695-link">2</a></sup> Oder damit’s auch der Letzte kapiert: Es geht bei solchen Diskussion doch selten darum, ob es sich hier um Spaghetti oder Farfalle oder gar Tortellini handelt, es geht darum, dass ein Haufen Mist nie und nimmer Pasta ist.</p>



<p class="has-medium-font-size">Bleiben Sie hier, das ist keine Einbildung oder bloße Bösartigkeit. Lassen Sie mich, um nicht gleich nochmal in den Geruch himmelschreiender Aufgeblasenheit zu kommen, aus dem Lektorat, der »Korrektur« meiner letzten Arbeit also, zitieren:</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:20%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/12/quote.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="105" height="160" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/12/quote.png" alt class="wp-image-18502"></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:74%">
<p class="has-medium-font-size">»interesierte« – »ihren Wasserbecher anzureichen« – »sondern auch und die Signale ihres Körpers« – »unser geleibtes Kind« »ich zog weiterer Kreise« – »den ich besorgte hatte« – »in beide Richtung gehen« – »die Kinder hatte große Freude« … »Was es zu viel des Guten gewesen?« … »schob sie die Hänge nach oben« etc. etc. etc.</p>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size">Ich zitiere hier aus dem pdf eines fertigen Umbruchs, nicht etwa aus dem »korrigierten« Manuskript (ein solches habe ich nie zu sehen bekommen). Ich hätte mir diesen Umbruch nur mal »ansehen«, sprich: ihn als druckreif abnicken sollen. Auf die Übersetzung an sich hätte ich, anders gesagt, ohnehin keinen Einfluss mehr nehmen können.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/P1310164abc.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="354" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/P1310164abc.jpg" alt class="wp-image-8615" style="width:222px" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/P1310164abc.jpg 600w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/P1310164abc-300x177.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/P1310164abc-370x218.jpg 370w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px"></a></figure></div>


<p class="has-medium-font-size">Woher ich weiß, dass ich Recht habe? Hier geht’s nicht um Recht haben, hier braucht’s einen Hundebeutel, sonst nichts. Oder anders gesagt: Muss man wirklich mit Leuten, die <strong>dergleichen &amp; mehr Mist als »Lektorat« definieren</strong>, auch noch Übersetzungslösungen diskutieren wollen?<sup data-fn="c6ab53bc-e2ec-450f-b63a-8a7151520bcb" class="fn"><a href="#c6ab53bc-e2ec-450f-b63a-8a7151520bcb" id="c6ab53bc-e2ec-450f-b63a-8a7151520bcb-link">3</a></sup> Gauben Sie wirklich, jemand, der so arbeitet, hat irgendwann in seinem Leben tatsächlich die Notwendigkeit verspürt zu lernen, was es bräuchte, um eine Übersetzung tatsächlich zu korrigieren? Und falls mir der Laie, der sich hierher verirrt hat, nicht glauben will, gucken Sie doch mal in einen anderen meiner letzten Titel,<sup data-fn="fde1c5b0-e6e9-4e81-a585-8b3f02a2a6be" class="fn"><a href="#fde1c5b0-e6e9-4e81-a585-8b3f02a2a6be" id="fde1c5b0-e6e9-4e81-a585-8b3f02a2a6be-link">4</a></sup> da finden Sie derlei Mist seitenweise gedruckt. Warum? Na, weil da genauso lektoriert wurde, nur habe ich das nicht noch mal auf meine Kosten korrigiert, weil <strong>ich es mir bei 70er-Jahre-Honorar schlicht nicht leisten kann</strong>, in einem 400-Seiten-Schinken die »Korrekturen« des Lektorats zu korrigieren. Und dann habe ich, was die Übersetzung an sich anbelangt, immer noch nichts zu sagen – selbst, wenn ich das dürfte, reicht’s dazu einfach beim besten Willen nicht mehr.<sup data-fn="e8beca15-5708-4c33-994c-db6b1eb7de1a" class="fn"><a href="#e8beca15-5708-4c33-994c-db6b1eb7de1a" id="e8beca15-5708-4c33-994c-db6b1eb7de1a-link">5</a></sup></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/spines02.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="824" height="740" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/spines02.jpg" alt class="wp-image-8777" style="width:222px" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/spines02.jpg 824w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/spines02-300x269.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/spines02-768x690.jpg 768w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/spines02-370x332.jpg 370w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/spines02-770x692.jpg 770w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/spines02-646x580.jpg 646w" sizes="(max-width: 824px) 100vw, 824px"></a></figure></div>


<p class="has-medium-font-size">Natürlich könnte ich auch einfach darauf hinweisen, wie beleidigend es ist, davon auszugehen, ach was, auch nur auf den Gedanken zu kommen, dass ich mich meiner Arbeit auf dieselbe schlampige Art &amp; Weise »entledige«. Wie gesagt, ich könnte das eben Gesagte sagen, tu’s aber nicht. Lassen Sie mich das Problem lieber grundsätzlicher , also sachlich angehen …</p>



<p class="has-medium-font-size">… mit einer Gegenfrage: Wenn Sie Ihre Bremsen zum Einstellen geben, warum fragen Sie dann nicht, woher die in der Werkstatt wissen, dass sie das »richtig machen« – spirch: dass die dort Recht haben? Sie fragen weder, wer das macht, noch ob der Betreffende dazu auch in der Lage ist, und das obwohl Sie fünf Minuten nach Abholen Ihres Wagens sterben könnten, wenn diese Person Mist gebaut hat. Sie kämen noch nicht mal auf die Idee, an den Kompetenzen der Werkstatt zu zweifeln! Warum? Nun, weil Sie selbstverständlich davon ausgehen, dass derjenige, der das macht, sein Handwerk gelernt hat. Geschweige denn, dass Sie hinterher selber an Ihrer Schüssel rumschrauben, um die Arbeit Ihrer Mechaniker zu »korrigieren« – ob’s das nun braucht oder nicht, Sie können das eben besser als die.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:15%">
<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2024/07/xtransp.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="304" height="318" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2024/07/xtransp.png" alt class="wp-image-21445" style="width:93px;height:auto" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2024/07/xtransp.png 304w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2024/07/xtransp-287x300.png 287w" sizes="(max-width: 304px) 100vw, 304px"></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:74%">
<p style="font-size:22px"><em>Übersetzen ist der einzige Beruf, in dem die Kundschaft einen anfeindet, weil man etwas gelernt hat, was sie nicht kann. </em></p>
</div>
</div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_140b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="761" height="854" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_140b.jpg" alt class="wp-image-8672" style="width:222px" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_140b.jpg 761w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_140b-267x300.jpg 267w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_140b-370x415.jpg 370w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_140b-517x580.jpg 517w" sizes="(max-width: 761px) 100vw, 761px"></a></figure></div>


<p class="has-medium-font-size">Kombiniert man das mit unserem Problem, impliziert die oben zitierte Frage Folgendes: <strong>Beim Übersetzen schließt man diese Möglichkeit, nämlich selbiges als Handwerk erlernen zu können, ganz offensichtlich aus.</strong> Anders gesagt: Wieso sollte so ein Übersetzer mehr wissen oder können als ich? <em>Echt jetzt?</em> Mehr oder weniger rudimentärer Spracherwerb am Gymnasium (was immer auch schon mit »Englisch können« und das wiederum mit »Übersetzen können« gleichgesetzt wird) und fertig ist die Laube fürs Leben. Oder anders gesagt:<strong> Beim Übersetzer schließt man die Möglichkeit, etwas über Leistungskurs Englisch &amp; Anglistikstudium hinaus lernen zu können (sprachlich wie übersetzungstechnisch), ganz offensichtlich grundsätzlich aus.</strong> Oder um den Lektorengedanken dahinter konkret auszusprechen: Was kann so einer in fünfzig Jahren Beschäftigung mit der Übersetzerei schon groß gelernt haben?<sup data-fn="d706ba14-9227-4cae-a181-5d006a578d68" class="fn"><a href="#d706ba14-9227-4cae-a181-5d006a578d68" id="d706ba14-9227-4cae-a181-5d006a578d68-link">6</a></sup> Was wiederum impliziert: Was ich nicht mit der Muttermilch aufgesogen habe oder rasch mal nachschlagen kann.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:15%">
<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2024/07/xtransp.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="304" height="318" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2024/07/xtransp.png" alt class="wp-image-21445" style="width:93px;height:auto" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2024/07/xtransp.png 304w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2024/07/xtransp-287x300.png 287w" sizes="(max-width: 304px) 100vw, 304px"></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:74%">
<p style="font-size:22px"><em>Beim Übersetzen schließt man diese Möglichkeit, nämlich selbiges als Handwerk erlernen zu können, ganz offensichtlich aus. </em></p>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size">Nun, selbst wenn dem so wäre,<sup data-fn="8abeaefb-2031-410a-be96-6dd53eb638e1" class="fn"><a href="#8abeaefb-2031-410a-be96-6dd53eb638e1" id="8abeaefb-2031-410a-be96-6dd53eb638e1-link">7</a></sup> man kann sehr wohl dazulernen über Leistungskurs Englisch &amp; Anglistikstudium hinaus. Voraussetzung dafür ist natürlich Interesse an der &amp; Leidenschaft für die Materie. Passen Sie auf …</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Spines_215c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="898" height="709" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Spines_215c.jpg" alt class="wp-image-8877" style="width:222px" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Spines_215c.jpg 898w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Spines_215c-300x237.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Spines_215c-768x606.jpg 768w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Spines_215c-370x292.jpg 370w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Spines_215c-770x608.jpg 770w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Spines_215c-735x580.jpg 735w" sizes="(max-width: 898px) 100vw, 898px"></a></figure></div>


<p class="has-medium-font-size">Es <strong>geht nicht darum, Recht zu haben, es geht darum zu wissen, was man macht.</strong> Deshalb sollten Sie jetzt eigentlich erst mal den Artikel hier lesen: »<a href="https://slangtimes.com/2013-02-18/in-an-agony-of-von-den-agonien-ubersetzerischer-fortbildung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">›in an agony of‹ – von den Agonien übersetzerischer Fortbildung</a>«. Ich weiß, Sie werden’s nicht tun, es ist durchaus ein Aufwand, aber klicken Sie sich ruhig mal hin. Überfliegen Sie das wenigstens, bevor Sie sich einbilden überhaupt was zu wissen. Wenn Sie das hinter sich haben, kaufen Sie sich mein Slang-Wörterbuch (immer noch das größte 2‑sprachige der Welt!) und schauen Sie sich die Quellenangaben an: Das ist ein Bruchteil der Texte, die ich – da gab’s noch kein Internet – mit Textmarker gelesen habe, um das Material zusammenzubekommen. Das war jahrelange Arbeit. Aber Sie müssen ja keine Wörterbücher kaufen. Schon klar. Sie haben das alles mit der Muttermilch aufgesogen. Also was soll’s. Es geht mir lediglich darum, Ihnen klarzumachen, welche <strong>Arbeit</strong> alleine in diesem Artikel steckt. Und dass sich diese Arbeit in der gesamten Verlagsgeschichte auch nicht ein Lektor gemacht hat. <sup data-fn="41fd234c-6387-413a-9918-8b4e5d27802c" class="fn"><a href="#41fd234c-6387-413a-9918-8b4e5d27802c" id="41fd234c-6387-413a-9918-8b4e5d27802c-link">8</a></sup> Und jetzt rechnen Sie das mal auf eine fünfstellige Zahl von Wörtern &amp; Wendungen hoch, die ich mir seit den 60er-Jahren auf diese Weise erarbeitet habe. Und diese Arbeit fällt größtenteils in die Zeit, in der man seine Bibliothek noch nicht in Satzdatenbanken unterbringen konnte, um Sie durchsuchbar zu machen.</p>



<p class="has-medium-font-size">Heute geht das einfacher, zumindest wenn man sich die Mühe gemacht hat, für einen Korpus zu sorgen. Selbst wenn das Arbeit ist. Aber nicht nur habe ich als Nerd meine Freude dran, es ist nun mal mein Beruf &amp; einen Beruf sollte man nicht nur erlernen, sondern sich auch darin fortbilden. Ein Textmining-Tool wie etwa&nbsp;<strong><a href="http://www.lexically.net/wordsmith/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wordsmith</a></strong> (das ich persönlich am liebsten benutze), zaubert da kleine Wunder an Material zur weiteren Verarbeitung aus den Texten. Das sieht dann beispielsweise für eine simple Suche nach »goof« und »off« folgendermaßen aus.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/wordsm2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="618" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/wordsm2.jpg" alt class="wp-image-8883" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/wordsm2.jpg 1000w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/wordsm2-300x185.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/wordsm2-768x475.jpg 768w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/wordsm2-370x229.jpg 370w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/wordsm2-770x476.jpg 770w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/wordsm2-939x580.jpg 939w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px"></a></figure>



<p class="has-medium-font-size">Wenn Sie da nun vierzig Jahre gesammelt &amp; die entsprechenden deutschen Übersetzungen zusammengetragen haben, dann haben Sie eine ausgezeichnete Möglichkeit, genau das zu tun, was Ihrer Ansicht nach nicht geht: dazuzulernen. Es ist freilich mit Arbeit verbunden, ja.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_142b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="754" height="886" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_142b.jpg" alt class="wp-image-8674" style="width:222px" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_142b.jpg 754w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_142b-255x300.jpg 255w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_142b-370x435.jpg 370w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_142b-494x580.jpg 494w" sizes="(max-width: 754px) 100vw, 754px"></a></figure></div>


<p class="has-medium-font-size">Sie sollten Freude an der Beschäftigung mit der Fremdsprache haben, von der eigenen ganz zu schweigen. Ich verlange ja gar nicht, dass Sie schon in den 60er-Jahren am Familienradio in der Küche gedreht haben, um den auf <strong>AFN</strong> zu stellen. Nur können Sie dann auch nicht nachempfinden, wie es war, dort auf die gruseligen Hörspiele aus der <strong><em>Whistler</em></strong>-Serie zu stoßen, und – muss ich es wirklich aussprechen? – was das für Ihre Englischkenntnisse tut. Wenn Sie jedoch heute, in Zeiten des Internets, noch immer nicht jeden Tag auf Entdeckungstour gehen und sich etwa den <strong><a href="https://archive.org/details/The_Whistler_508_Episodes" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><em>Whistler</em></a></strong> anhören, wenn Sie zwar »<strong>Schwarze Serie</strong>« im Munde führen, weil man ja ach so gebildet ist, sich die Filme nicht aber nicht auch tatsächlich angeguckt haben, z.B. <a href="https://archive.org/details/Film_Noir" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>, wenn Sie nicht jeden Mittag die <strong>Jeremy Vine Show</strong> auf <strong><a href="http://www.bbc.co.uk/radio2/programmes/schedules" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BBC2</a> h</strong>ören, <strong>Hörspiele</strong> auf <strong><a href="http://www.bbc.co.uk/radio4extra/programmes/schedules/this_week" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BBC4extra</a>,</strong> wenn Sie nicht wenigstens ein <strong>Netflix-</strong>Abo haben,<sup data-fn="11f3e57c-74c1-440c-8ddc-6a4f5e7113a7" class="fn"><a href="#11f3e57c-74c1-440c-8ddc-6a4f5e7113a7" id="11f3e57c-74c1-440c-8ddc-6a4f5e7113a7-link">9</a></sup> wenn Sie bei alledem nicht <strong>ständig Stift &amp; Zettel</strong> zum Notieren bei der Hand haben, wenn nicht alles, was Sie gesehen &amp; gehört haben, Wort für Wort in Ihre Datenbanken wandert … tja, dann teilen wir diese Freude am Englischen nicht, zu schweigen vom Übersetzen, aber dann haben Sie auch nicht gelernt, was ich in den letzten 50 Jahren gelernt habe, und die Illusion der Unfehlbarkeit, die hinter einer Frage steht, <strong>wieso ein popliger kleiner Übersetzer wie ich meint, er könnte Recht haben, sprich: womöglich tatsächlich was wissen!,</strong> sollte sich doch spätestens jetzt als solche erweisen … und eigentlich der Freude darüber weichen, dass Sie einen Idioten wie mich gefunden haben, der nichts lieber macht, als zu übersetzen, und ihm nicht weiter die Zeit stehlen mit Dreck wie dem oben zitierten. <em><strong>Yeah right,</strong> <strong>I should be so lucky …</strong></em></p>



<p class="has-medium-font-size">Schön, als nächstes <strong>schauen Sie mal in zwei Bücher von mir rein</strong>: <strong><em>American Slang</em></strong> und <strong><em>Explicit Hiphop</em></strong>. Nicht, weil ich damit angeben will. (Zu sehr bin ich mir des Umstands bewusst, was da alles fehlt &amp; wie alt die schon wieder sind.) Was Sie sich klar machen sollen ist, dass da <strong>Jahrzehnte Arbeit (= Beschäftigung mit der englischen und der deutschen Sprache)</strong> drinstecken – und auch diese fiel wiederum in die Zeit, als man noch meterweise Bücher mit dem Textmarker lesen musste, um sich dieses Wissen zusammenzutragen. Und wenn diese beiden Titel heute noch die weltweit größten zweisprachigen Slang-Wörterbücher ihrer Art sind,<sup data-fn="5c76d2c2-5e5d-4b25-b2f2-389bcf144a1a" class="fn"><a href="#5c76d2c2-5e5d-4b25-b2f2-389bcf144a1a" id="5c76d2c2-5e5d-4b25-b2f2-389bcf144a1a-link">10</a></sup> dann liegt das daran, dass sich diese jahrelange Arbeit eben kein Aas machen will. Nicht nur weil es leichter ist, sich einzubilden, das alles mit der Muttermilch aufgesogen zu haben oder sich »Wissen« ergooglen (<em>det jeht nich!</em>) zu können, sondern auch weil Ihnen so etwas hierzulande keiner mehr drucken will. Weil’s keiner kauft. Weil keiner was genauer wissen will. Weil jeder heute bloß noch die Klappe aufreißt.<sup data-fn="5e8f7edd-9b64-4a47-aea2-95216a06ef1d" class="fn"><a href="#5e8f7edd-9b64-4a47-aea2-95216a06ef1d" id="5e8f7edd-9b64-4a47-aea2-95216a06ef1d-link">11</a></sup></p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:15%">
<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2024/07/xtransp.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="304" height="318" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2024/07/xtransp.png" alt class="wp-image-21445" style="width:93px;height:auto" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2024/07/xtransp.png 304w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2024/07/xtransp-287x300.png 287w" sizes="(max-width: 304px) 100vw, 304px"></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:74%">
<p style="font-size:22px"><em>Einen Jahrzehnte alten [Fehler] habe ich neulich selbst entdeckt, als ich mich in Bernhard Schmids unentbehrlichem ›American Slang‹-Wörterbuch … unter <strong>shit</strong> festgelesen hatte. </em></p>



<p class="has-text-align-right" style="font-size:22px">– <em>Harry Rowohlt, Die Zeit (17. Juni 2010)</em></p>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size"><strong>Exkurs: </strong>Ich habe mal für Hannibal die Songtexte von <strong>Eminem</strong> übersetzt, und dann fängt da irgendein Hirni an, da dran rumzudoktern. Muss diesen Menschen interessieren, dass ich mich mit der Materie – Hiphop-Slang – befasst habe? Iwo, geschweige denn dass er mein Büchl vielleicht sogar besitzen sollte, bevor er da zu »verbessern« beginnt. Ich meine, es wäre ja immerhin ein Fachwörterbuch zu einem Thema, von dem er keinen Schimmer hat! Würde er sich nicht ein medizinisches Wörterbuch zulegen, wenn’s um diesen Fachbereich ginge?<sup data-fn="e2c8f686-3952-4706-8356-246fd718dcd3" class="fn"><a href="#e2c8f686-3952-4706-8356-246fd718dcd3" id="e2c8f686-3952-4706-8356-246fd718dcd3-link">12</a></sup> Er kannte noch nicht mal die simpelsten einschlägigen Wörter &amp; Wendungen der Szene. Offensichtlich &amp; nachweislich. Er dachte, »hittin trees« heißt <em>gegen Bäume fahren!</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Web_Coverz_Leiste-03b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="468" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Web_Coverz_Leiste-03b-1024x468.jpg" alt class="wp-image-8699" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Web_Coverz_Leiste-03b-1024x468.jpg 1024w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Web_Coverz_Leiste-03b-300x137.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Web_Coverz_Leiste-03b-768x351.jpg 768w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Web_Coverz_Leiste-03b-370x169.jpg 370w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Web_Coverz_Leiste-03b-770x352.jpg 770w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Web_Coverz_Leiste-03b-1170x535.jpg 1170w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Web_Coverz_Leiste-03b-1269x580.jpg 1269w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/Web_Coverz_Leiste-03b.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px"></a></figure>



<p class="has-medium-font-size">Als nächstes sollten Sie eine fünfstellige Zahl von Filmen &amp; Episoden von TV-Serien im Kopf haben; nur in Film, Funk &amp; Fernsehen nämlich können Sie <strong>das Englische erlernen, wo es auch der Engländer oder Amerikaner lernt</strong>. Kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit einem Urlaub oder Auslandsaufenthalt: a) spreche ich auch hier wieder von jahrzehntelanger Beschäftigung (spätestens seit den Astra-Satelliten) und b) der Engländer &amp; Amerikaner hat seine Sprache nun mal auch aus Film, Funk &amp; Fernsehen gelernt.</p>



<p class="has-medium-font-size">Und wenn Sie mir jetzt – wie schon mal ein Lektor – an den Kopf werfen: »Ja, wenn Sie so was gucken!«,<sup data-fn="89dbe0c0-d427-4830-a7fb-8dad93a8f56b" class="fn"><a href="#89dbe0c0-d427-4830-a7fb-8dad93a8f56b" id="89dbe0c0-d427-4830-a7fb-8dad93a8f56b-link">13</a></sup> dann haben Sie hoffentlich Ihre Klassiker – von Jane Austen bis Frank Zappa – mit Bleistift annotiert in den Regalen stehen, auch den Ulysses! Also ein paar Hundert sollten’s schon sein …<sup data-fn="90f6daf2-95ca-41e0-ad8c-0509ab418d7a" class="fn"><a href="#90f6daf2-95ca-41e0-ad8c-0509ab418d7a" id="90f6daf2-95ca-41e0-ad8c-0509ab418d7a-link">14</a></sup></p>



<p class="has-medium-font-size">Was ich sagen will, ist Folgendes: Sie können in Wörterbüchern nachschlagen &amp; googeln, bis Sie schwarz werden, Sie werden in zahllosen Fällen nicht <strong>hinter die »eigentliche« Bedeutung von Wendungen</strong> kommen,<sup data-fn="b2b1aecd-1f48-4269-9360-f978c303a4e4" class="fn"><a href="#b2b1aecd-1f48-4269-9360-f978c303a4e4" id="b2b1aecd-1f48-4269-9360-f978c303a4e4-link">15</a></sup> aber in dem Augenblick, in dem Sie eine Szene dazu vor Augen haben, kommt es Ihnen: <em><strong>Ach, das ist damit gemeint!</strong></em> Und dann sollten Sie diese Aha-Erlebnisse natürlich sammeln &amp; organisieren, miteinander vergleichen, sehen, was Kollegen damit gemacht haben. Erst so lernen Sie eine Fremdsprache <em>wirklich. </em>Und wenn Sie das Jahrzehnte gemacht haben, dann können wir uns auf Augenhöhe über Ihre Lösungen unterhalten. Und Sie werden von mir noch nicht mal hören, dass ich »Englisch kann«. Ich weiß, dass ich nichts weiß. Und das ist eben keine Koketterie, es ist einfach so. Eine andere Sprache spiegelt die ganze Kultur eines anderen Landes wieder, von oben bis unten &amp; in die Breite. Unmöglich, all das zu lernen. Nicht mal für Muttersprachler. Aber man versucht eben zu tun, was man kann. Oder ich jedenfalls …</p>



<p class="has-medium-font-size">Exkurs: Sie dürfen auch gerne mal auf die Bildchen klicken, die diesen Artikel zieren. Es ist eine kleine Auswahl aus den »Wörterbuchwänden« um mich rum. Und ja, vermutlich hätte ich mir lieber eine Eigentumswohnung kaufen &amp; die Klappe aufreißen sollen. Hab ich nicht. Ich behaupte hier ja nicht, dass ich besonders gescheit bin – nur dass ich, wie jeder Handwerker, eine ordentliche Werkstatt mit dem besten Werkzeug habe.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_Leiste_22b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="468" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_Leiste_22b-1024x468.jpg" alt class="wp-image-8869" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_Leiste_22b-1024x468.jpg 1024w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_Leiste_22b-300x137.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_Leiste_22b-768x351.jpg 768w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_Leiste_22b-370x169.jpg 370w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_Leiste_22b-770x352.jpg 770w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_Leiste_22b-1170x535.jpg 1170w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_Leiste_22b-1269x580.jpg 1269w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2016/08/web_spines_Leiste_22b.jpg 1995w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px"></a></figure>



<p class="has-medium-font-size">Ich könnte hier durchaus so weitermachen, Sie zum Beispiel nach Ihren Datenbanken fragen, die hoffentlich alle in die Sechsstelligkeit gehen, aber Sie sind vermutlich ohnehin längst nicht mehr hier und wenn doch, dann gilt wieder die erste Annahme: <em>Was ist das für ein eingebildeter Arsch‽ Und im Ton vergreift er sich auch.</em> Stimmt’s oder hab’ ich recht‽</p>



<p class="has-medium-font-size">Nein, umgekehrt wird ein Schuh draus: Ich hätte mir nicht fünfzig Jahre den Körperteil ausgerissen, für den Sie mich halten, um etwas zu lernen, hätte ich nur den Bruchteil der Einbildung des durchschnittlichen Lektors mit in die Wiege bekommen, der tatsächlich meint, er kann das Manuskript einer Übersetzung verbessern, die er nicht erst dreimal durchgeackert hat, mit Hüftschüssen mit anderen Worten. Und, glauben Sie mir, ich habe noch nicht mal das Gefühl, an der Oberfläche gekratzt zu haben. Ich weiß überhaupt nur eines: Dass ich mir, wenn ich das Manuskript einer Übersetzung abgeliefert habe, mehr Arbeit gemacht habe – mit dieser Übersetzung und auch mit der Übersetzerei an sich – als derjenige, der sich verlagsseitig hinsetzt, beim ersten Satz den Pflug ansetzt und dann den Text umzubrechen beginnt, dass die Schollen nur so fliegen – und dabei die frisch klaffenden Furchen mit seiner unqualifizierten Bleistiftlosung düngt. Nicht dass sich heute außer mir noch einer die Mühe machen würde, mit Papier &amp; Bleistift zu arbeiten! Das ist ja einer der Gründe für die oben zitierte Schlamperei. <strong>Leute, man kann am Bildschirm nicht korrigieren!</strong></p>



<p class="has-medium-font-size">Auf welcher Seite da wohl die Einbildung herrscht?<br>Aber werden wir ruhig noch mal konkret: Glauben Sie wirklich, ich bin nach nunmehr fünfzig Jahren Beschäftigung mit der Übersetzerei zu blöde, »overalls« mit <em>Overall</em> zu übersetzen, »right!« mit <em>korrekt!</em> oder »at the end of the day« mit <em>am Ende des Tages?</em> Es hat seine Gründe, dass ich das nicht mache, deren erster der ist, dass ich eben <em>nicht blöde genug</em> dazu bin.</p>



<p class="has-medium-font-size">Wenn ich mich am Schluss einer Übersetzung drei Tage hinsetze, um einen Text allein darauf noch mal durchzugehen, dass Michael Jacksons Bodyguards keine Konjunktive benutzen, möchte ich kein E‑Mail bekommen, da habe nun einer erste &amp; gar zweite Konjunktive reingeschrieben – offensichtlich bin ich zu blöde dazu. Jetzt quasseln die beiden Leute daher wie die Gräfin Koks von der Gasanstalt.</p>



<p class="has-medium-font-size">Wenn ich bei der Übersetzung eines Artikels eines namhaften Journalisten über einen Flugzeugabsturz »Tutti va bene« stehen lasse, dann nicht weil ich zu blöde bin, das als italienischen Grammatikfehler zu erkennen &amp; obendrein zu faul, diesen »Fehler« zu korrigieren, sondern weil der Autor es so geschrieben hat. Und ich als Übersetzer nun mal nachforsche, warum er es so &amp; nicht anders geschrieben hat. Und er hat es so geschrieben, weil es so &amp; nicht anders in der Abschrift der aufgezeichneten Kabinengespräche der abgestürzten Linienmaschine steht, um die es in seinem Artikel geht. Und diese Gespräche in einer französischen Maschine nun mal auf Französisch geführt wurden. Nicht auf Italienisch. Und im Französischen »Tutti va bene« – Grammatikfehler hin oder her – eine umgangssprachliche Wendung ist. Es gibt sogar einen Popsong, der so heißt. Und ich habe stundenlang gesucht nach den Abschriften dieser Aufzeichnungen &amp; nicht nur das französische Original gefunden, sondern auch eine Übersetzung ins Italienische, in der auf die »Richtigkeit des Fehlers« mit einem [sic] verwiesen wird. Selbstverständlich ist das Arbeit, vor allem unbezahlte Arbeit. Die man sich verlagsseitig natürlich nicht machen muss. Denn da genügt es völlig, im Zweifelsfalle neben dem Übersetzer auch noch den Autor für dumm &amp; faul zu erklären.<sup data-fn="7ece5763-f2c1-4727-9c89-8bacb1b78a8e" class="fn"><a href="#7ece5763-f2c1-4727-9c89-8bacb1b78a8e" id="7ece5763-f2c1-4727-9c89-8bacb1b78a8e-link">16</a></sup></p>



<p class="has-medium-font-size">Nochmal: Auf welcher Seite wird da wohl mit Einbildung statt mit Erfahrung operiert?</p>



<p class="has-medium-font-size">Aber zurück zu unserer Titelfrage: Woher ich weiß, dass ich Recht habe. Nun, <strong>ich weiß es nicht immer. Bestehe schon gar nicht drauf, wenn ich mich im Eifer des Gefechts mal verguckt haben sollte.</strong> Selbstverständlich kommt das vor; da meine Übersetzungen aber in wenigstens drei Durchgängen zustandekommen, finde ich die meisten meiner Fehler. Und dann habe ich mir den Großteil meiner Lösungen eben im jahrzehntelangen tagtäglichen Kampf mit zwei Sprachen draufgeschafft, oder anders gesagt, <strong>so wie jeder Handwerker, der was auf sich hält, sein Handwerk erlernt</strong>. Und in der Regel habe ich in Fällen, in denen das Lektorat erst mal ahnungslos zu googeln beginnt (wenn überhaupt), eben bereits all die Stellen parat, in denen mir das Problem bereits untergekommen ist. Mehr lässt sich dazu nicht mehr sagen …</p>



<p class="has-medium-font-size">… außer dass ich der Erste bin, der eine bessere Lösung erkennt &amp; begrüßt, wenn ich mal eine finde. Aber da <strong>müsste natürlich das Verhältnis von besser &amp; schlechter stimmen.</strong> Und das tut’s eben nie. Anders gesagt: Es wäre halt schön, wenn die Änderung über die bloße Einbildung, den überflüssigen Schuss aus der Hüfte ohne irgendeinen Blick aufs Ganze hinausgehen würde, sprich wenn sie der Tatsache Rechnung tragen würde, dass es eben nicht <em>Ihre</em> Übersetzung sondern die meine ist.<sup data-fn="8bdd4296-e1f2-42d7-98be-e28f528e00d3" class="fn"><a href="#8bdd4296-e1f2-42d7-98be-e28f528e00d3" id="8bdd4296-e1f2-42d7-98be-e28f528e00d3-link">17</a></sup> Und noch wichtiger heute: Bei einem Übersetzungshonorar, das mittlerweile in die 1970er-Jahre zurückgerutscht ist, kann man es sich eben nicht mehr leisten, verschmierte Umbrüche noch einmal durchzuackern, in denen nur deshalb reingeschrieben wurde, weil da einer die paar Mark rechtfertigen zu müssen meint, die er dafür bekommt.</p>



<p class="has-medium-font-size">Das erste Prinzip des Übersetzens ist nun mal, <strong>dass es jeder anders machen würde.</strong> Was für einen Sinn sollte es haben, jemanden – schon gar einen Amateur! – dafür zu bezahlen, dass er <strong>das nochmal – nur eben anders – macht?</strong> Und die Übersetzung im Zug dieses überflüssigen Unterfangens auch noch mit Fehlern zuschmiert? Für die ich in der Öffentlichkeit den Kopf hinhalten darf. Aber das ist wieder ein eigenes Kapitel …</p>



<p class="has-medium-font-size">Exkurs: Hier könnte ich wieder die bereits gestellte Frage einflechten: Sie haben das alles nicht gemacht? Fünfzig und mehr gottverdammte Jahre lang! Und Sie wollen trotzdem Recht haben? Tu’s aber nicht.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size">Anmerkungen</p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="4f8d6f25-a212-4764-814f-307a2b5bfb54">Die Frage impliziert letztlich eine andere, der freilich eine maßlose Einbildung zugrunde liegt: »Was können Sie schon gelernt haben, was ich nicht mit der Muttermilch aufgesogen habe?« Warum? Jemand, der etwas beherrscht, weil er es gelernt hat, würde so eine Frage nicht stellen. <a href="#4f8d6f25-a212-4764-814f-307a2b5bfb54-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="9ce04a20-90f2-4f78-8b6a-684afd26e695">Beispiele folgen in kommenden Artikeln; Sie finden aber hier im Blog auch genügend in älteren Einträgen. <a href="#9ce04a20-90f2-4f78-8b6a-684afd26e695-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="c6ab53bc-e2ec-450f-b63a-8a7151520bcb">Auf die menschenverachtende Komponente einer solchen Unhöflichkeit komme ich dieser Tage auch noch. <a href="#c6ab53bc-e2ec-450f-b63a-8a7151520bcb-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 3 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="fde1c5b0-e6e9-4e81-a585-8b3f02a2a6be">Gucken Sie mal nach etwas von Greg Jenner <a href="#fde1c5b0-e6e9-4e81-a585-8b3f02a2a6be-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 4 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="e8beca15-5708-4c33-994c-db6b1eb7de1a">Nützen tut’s mir eh nichts, denn angefeindet werde ich so oder so. <a href="#e8beca15-5708-4c33-994c-db6b1eb7de1a-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 5 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="d706ba14-9227-4cae-a181-5d006a578d68">»Ich habe doch auch nichts gelernt &amp; ich bin Lektor.« <a href="#d706ba14-9227-4cae-a181-5d006a578d68-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 6 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="8abeaefb-2031-410a-be96-6dd53eb638e1">ich habe einen Hunderterpack »von mir« übersetzter Titel, deren Redaktion – allzu oft leider auch die schließlich gedruckte Version – das Gegenteil beweisen.  <a href="#8abeaefb-2031-410a-be96-6dd53eb638e1-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 7 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="41fd234c-6387-413a-9918-8b4e5d27802c">Was nicht eigentlich ein Vorwurf ist, es gibt ja Übersetzer, die das erledigen. Und falls ich einem Unrecht tue, soll er sich bei mir melden. Ich könnte mir eine fruchtbare&nbsp; Zusammenarbeit vorstellen. <a href="#41fd234c-6387-413a-9918-8b4e5d27802c-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 8 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="11f3e57c-74c1-440c-8ddc-6a4f5e7113a7">Man kann die Filme/Serien dort auch im Original sehen <a href="#11f3e57c-74c1-440c-8ddc-6a4f5e7113a7-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 9 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="5c76d2c2-5e5d-4b25-b2f2-389bcf144a1a">zweisprachige Slang-Wörterbücher <a href="#5c76d2c2-5e5d-4b25-b2f2-389bcf144a1a-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 10 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="5e8f7edd-9b64-4a47-aea2-95216a06ef1d">Lektorat wie ich es zu drei Vierteln kennnengelernt habe, ist nichts weiter, als die Klappe aufzureißen! <a href="#5e8f7edd-9b64-4a47-aea2-95216a06ef1d-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 11 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="e2c8f686-3952-4706-8356-246fd718dcd3"> Na gut, vermutlich nicht. Ist ja eigentlich, was ich hier zu belegen versuche. Aber ich denke doch, er würde das Lektorat erst gar nicht annehmen, weil er es sich nicht zutraut, was jedoch wiederum meine Aussage beweist.  <a href="#e2c8f686-3952-4706-8356-246fd718dcd3-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 12 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="89dbe0c0-d427-4830-a7fb-8dad93a8f56b">Impliziert übrigens auch, dass sie sich für Ihren eignen Job zu gut wähnen. <a href="#89dbe0c0-d427-4830-a7fb-8dad93a8f56b-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 13 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="90f6daf2-95ca-41e0-ad8c-0509ab418d7a">Natürlich sollten Sie sie kennen, aber wenn Sie denken, dass Ihnen die Lektüre von Klassikern beim Übersetzen helfen könnte, dann haben Sie das eben noch nie gemacht. <a href="#90f6daf2-95ca-41e0-ad8c-0509ab418d7a-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 14 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="b2b1aecd-1f48-4269-9360-f978c303a4e4">… nicht zuletzt deshalb, weil auch die Wörterbuchmacher nicht genug TV geguckt haben.  <a href="#b2b1aecd-1f48-4269-9360-f978c303a4e4-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 15 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="7ece5763-f2c1-4727-9c89-8bacb1b78a8e">Was, soll man sich da etwa nicht aufregen? Es geht hier um meine Existenz, denn so ein dergestalt »ertapptes« und auf seinen Fehler aufmerksam gemacht »Menschenkind« wird ab diesem Augenblick dafür sorgen, dass ich über kurz oder lang bei diesem Verlag ausgeschissen haben. Schließlich hat man am Unfehlbarkeitswahn des Betreffenden gekratzt.  <a href="#7ece5763-f2c1-4727-9c89-8bacb1b78a8e-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 16 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="8bdd4296-e1f2-42d7-98be-e28f528e00d3">Ich werde in kommenden Artikeln noch zeigen, was für ein Schwachsinn da zusammengefaselt wird.  <a href="#8bdd4296-e1f2-42d7-98be-e28f528e00d3-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 17 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol>]]></content:encoded>
					
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		<title>Übersetzen studieren?</title>
		<link>https://slangtimes.com/2016-06-26/uebersetzen-studieren/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jun 2016 08:20:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Lektorat]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Falls Sie sich, aus welchem Grund auch immer, mit dem Gedanken tragen sollten, Übersetzer zu werden, fragen Sie sich vermutlich, wie Sie das angehen sollen. Einfach bei Verlagen bewerben? Übersetzer- und Dolmetscherinstitut? Studium der Übersetzungswissenschaften? Studium der Sprach- und Literaturwissenschaften in der von Ihnen gewählten Sprache? Ich kann Ihnen bei Ihrer Entscheidung helfen – Sie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Falls Sie sich, aus welchem Grund auch immer, mit dem Gedanken tragen sollten, Übersetzer zu werden, fragen Sie sich vermutlich, wie Sie das angehen sollen. Einfach bei Verlagen bewerben? Übersetzer- und Dolmetscherinstitut? Studium der Übersetzungswissenschaften? Studium der Sprach- und Literaturwissenschaften in der von Ihnen gewählten Sprache? Ich kann Ihnen bei Ihrer Entscheidung helfen – Sie werden sich vermutlich nur nicht daran halten.</h4>
<p>Auf meiner Website ist die letzten Jahre die eine oder andere E‑Mail von Studenten&nbsp; der Übersetzungswissenschaften eingetrudelt oder von Leuten, die mit dem Gedanken an ein solches Studium spielten. Ich gestehe, dass ich sie unhöflich ignoriert habe, will aber gern die Gründe für meine Unmanierlichkeit nennen:</p>
<p>Erstens bin ich der Letzte, der Lebensratschläge geben sollte <em>(ich bin Übersetzer, Hergottnochmal! Sagt das nicht alles?)</em> &amp; zweitens gibt es immer wieder Leute, die sich einfach an einen ranzuschmieren versuchen, um dann irgendwann um eine Empfehlung bei einem Verlag zu bitten. Nein, im Ernst, einer hat mir mal, nachdem ich ihm bereitwillig allerhand Tipps gegeben hatte, irgendwann einen Fuffziger ins Kuvert getan. Ich habe den natürlich wieder zurückgeschickt &amp; dem Ganzen ein Ende gemacht. Ob da nun blanke Verzweiflung oder nur eine gewisse (mir persönlich unangenehme) Manövrierfähigkeit durchscheint, keine Ahnung. Oder war das in der DDR die übliche Prozedur? So oder so, ich darf dem Betreffenden ein Vierteljahrhundert später nochmal versichern: Bei meiner Beliebtheit bei Verlagen käme jede Empfehlung ohnehin einem Todesurteil in der Branche gleich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-7422 alignright" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260787_b-292x300.jpg" alt="P1260787_b" width="292" height="300" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260787_b-292x300.jpg 292w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260787_b.jpg 400w" sizes="(max-width: 292px) 100vw, 292px">Warum &amp; weshalb ich nach all den Jahrzehnten immer noch ein Hungerleider bin, während Amateure Bestseller übersetzen dürfen, werden Sie im Lauf der hier angedachten Serie vermutlich selbst bald sehen.</p>
<p>Ja, hätte ich fast vergessen: Das hier soll eine Blogserie werden, die angehenden Übersetzern ein Bissel was über diesen »Beruf« sagen soll. Ich weiß nicht, ob’s jemandem hilft, aber es kommt von Herzen.</p>
<p>Wenn Sie sich einstimmen wollen, empfehle ich Ihnen diese beiden älteren Artikel von mir. Den einen <em>(<a title="click!" href="http://www.slangtimes.com/bernhardschmid/" target="_blank">click!</a>)</em> auf meiner Übersetzer-Website, aus dem Sie ersehen möchten, was ich unter Übersetzen bzw. dem Erlernen der dazu nötigen Voraussetzungen verstehe. Und den <em>(<a href="https://slangtimes.com/2008-09-19/der-lektor-sieht-das-eben-anders%e2%80%a6/">Click!</a>)</em> hier im Blog, der Ihnen etwas von dem vermitteln wird, was Sie hier lesen werden. An Erkenntnissen wird nicht wirklich was dazukommen.</p>
<p><strong>Und für die, die’s ganz bequem haben wollen,</strong><sup><a href="https://slangtimes.com/2016-06-26/uebersetzen-studieren/#footnote_1_8408" id="identifier_1_8408" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="da gehen Sie aber mal lieber besser gleich ins Lektorat">1</a></sup><strong> hier das (mutmaßliche) Fazit schon mal ganz trocken vorab</strong>: Lassen Sie’s bleiben. Warum? Nun, zum einen werden Sie <strong>kaum davon leben können,</strong> selbst wenn Sie wie ich 360 12-Stundentage im Jahre schieben. Wenn Sie <strong>literaturbegeistert</strong> sind &amp; das mit Herzblut angzugehen gedenken, vergessen Sie es auch besser mal, weil das keine alte Sau in der Branche interessiert.<sup><a href="https://slangtimes.com/2016-06-26/uebersetzen-studieren/#footnote_2_8408" id="identifier_2_8408" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ich hoffe, ich komme im Rahmen dieser Reihe dazu, ein paar besonders gute Bücher &amp; besonders übel verschmierte Arbeiten von mir einzugehen">2</a></sup> Und dann sind die Übersetzungsmaschinen unaufhaltsam auf dem Vormarsch &amp; längst besser als vieles von dem, was mir das Lektorat an Verbesserungen unterzujubeln versucht.</p>
<p>Sie glauben das nicht? Nun, schon der unerbittlichen Logik willen wird Ihnen keine Maschine Klöpse wie die folgenden reinschreiben, um aus der Verlagsversion meiner jüngsten Arbeit zu zitieren: ‽»interesierte« – ‽»ihren Wasserbecher anzureichen« – ‽»sondern auch und die Signale ihres Körpers« – ‽»unser geleibtes Kind« ‽»ich zog weiterer Kreise« – ‽»den ich besorgte hatte« – ‽»in beide Richtung gehen« – ‽»die Kinder hatte große Freude« ‽»Was es zu viel des Guten gewesen?« ‽»schob sie die Hänge nach oben« etc. Das geht so weiter und bedeutet unter dem Strich, dass Sie für <strong>1970er-Jahre-Honorar</strong> schuften &amp; nichts zu sagen haben, was man dann von Ihrer mühseligen Arbeit tatsächlich drucken wird &amp; dass man Sie bestenfalls noch als Putze braucht, um das Blut dieser Robbenschläger aufzuwischen – will sagen deren Rechtschreibfehler korrigieren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-7419 alignleft" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b-300x281.jpg" alt="P1260811_b" width="300" height="281" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b-300x281.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg 400w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px">Und die drucken das unter Ihrem Namen, sollten Sie das aus irgendeinem Grund nicht nochmal selbst durchkorrigieren können. Wenn ich’s Ihnen sage. Ganz ungeniert. Da könnte ich Ihnen einer meiner zuletzt erschienen Titel nennen, für den Geld zu verlangen schlicht eine Frechheit ist…</p>
<p>Okay, falls Sie diese erste kleine Einführung noch nicht völlig abgeschreckt haben sollte, mein erster Tipp: Arbeiten Sie von vorneherein mit einem Pseudonym. Sie brauchten dann nicht gleich jedem Analphabeten ins Gesicht zu springen &amp; die Beziehung zum Verlag aufs Spiel zu setzen. So viele gibt es davon nicht mehr.</p>
<p>Fortsetzung folgt…</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-563 aligncenter" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2009/12/T002-300x133.jpg" alt="T002" width="300" height="133" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2009/12/T002-300x133.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2009/12/T002.jpg 400w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_1_8408" class="footnote">da gehen Sie aber mal lieber besser gleich ins Lektorat</li><li id="footnote_2_8408" class="footnote">ich hoffe, ich komme im Rahmen dieser Reihe dazu, ein paar besonders gute Bücher &amp; besonders übel verschmierte Arbeiten von mir einzugehen</li></ol>]]></content:encoded>
					
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		<title>Algorithmen, Synonyme, Dummheit &#038; Bücherverbrenner 2</title>
		<link>https://slangtimes.com/2013-11-08/algorithmen-synonyme-dummheit-buecherverbrenner-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Nov 2013 08:26:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachkolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzen]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch wenn es niemanden wirklich interessiert, wer immer den Begriff »Kultur« im Munde führt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass darunter die Sprache ebenso fällt wie – wenigstens in unserern Breiten – die Freiheit sich in ihr auszudrücken. Und zwar so auszudrücken, wie man es für richtig hält. Für die Übersetzung bzw. den Übersetzer [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5>Auch wenn es niemanden wirklich interessiert, wer immer den Begriff »Kultur« im Munde führt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass darunter die Sprache ebenso fällt wie – wenigstens in unserern Breiten – die Freiheit sich in ihr auszudrücken. Und zwar so auszudrücken, wie man es für richtig hält. Für die Übersetzung bzw. den Übersetzer ergeben sich daraus einige Probleme, die ihm selbst, jedenfalls dem Profi, nicht eigentlich welche sind. Sie werden ihm meist erst zu Problemen, wenn sie ihm derjenige, der seine Übersetzung redigiert, lektoriert – oder wie immrer sie diese, so wie sie heute meist gehandhabt wird, herzlich sinnlose ABM-Maßenahme für Gescheiterte nennen wollen – dazu macht.</h5>
<p>Okay, wie neulich viel zu wortreich<sup><a href="https://slangtimes.com/2013-11-08/algorithmen-synonyme-dummheit-buecherverbrenner-2/#footnote_1_7384" id="identifier_1_7384" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Sie haben's trotzdem nicht kapiert, geben Sie's zu.">1</a></sup> angekündigt, sollen hier zwei Unsitten des Lektorats angesprochen sein, von denen die erste älter ist &amp; womöglich herzlich – oder typisch – deutsch. Und vor allem haben wir anfangs womöglich alle daran gelitten, Übersetzer wie Lektoren.</p>
<p>So überschreiben wir dieses zweite Kapitel mal plakativ mit »<strong>wohlfeile Synonyme, schlichte Dummheit &amp; bücherverbrennendes Nazitum</strong>«.</p>
<p>Exkurs: Und bevor hier einer dumm rumredet: Um ein Nazi zu sein, brauchen Sie nicht irgendwann mal ein Parteibuch <span id="more-7384"></span>gehabt zu haben oder heute der für Ihren Gau zuständigen Ortsgruppe des NSU anzugehören. Es ist heute ein praktisches Schimpfwort, das <a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260218_b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-7456" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260218_b-300x276.jpg" alt="P1260218_b" width="300" height="276" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260218_b-300x276.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260218_b.jpg 500w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a>genau das sagt, was sich jeder darunter vorstellt, auch wenn er sich so gar nicht betroffen fühlt, aber eben doch einer ist.<sup><a href="https://slangtimes.com/2013-11-08/algorithmen-synonyme-dummheit-buecherverbrenner-2/#footnote_2_7384" id="identifier_2_7384" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Schauen Sie ruhig mal wieder in Herbert Pfeiffers Das große Schimpfwörterbuch, das sie in einer seiner diversen Ausgaben ins Regal eines jeden Kulturmenschen gehört.">2</a></sup></p>
<p>Wir waren alle in der Schule, ich denke hier in erster Linie ans Gymnasium, wir hatten alle <strong>Deutschunterricht</strong>, wir alle haben gelernt, dass es <strong>stilistisch</strong> nicht den Regeln der Kunst entspricht, sich im Aufsatz wortschatztechnisch zu wiederholen. Oder wenigstens nicht unmittelbar hintereinander. Oder was auch immer. Ist auch egal. Worauf ich hinaus will: Wir bekamen in diesem Zusammenhang damals von so genannten »<strong><a title="Synonym" href="http://www.dwds.de/?qu=Synonym" target="_blank">Synonymen</a></strong>« zu hören…</p>
<blockquote><p><b>Synonym</b> n. ‘<strong>einem anderen ganz oder teilweise in Bedeutung und Gebrauch entsprechendes Wort</strong>’, Entlehnung (Ende 15. Jh., bis ins 18. Jh. in griech.-lat. Flexion) von gleichbed. spätlat. <i>synōnymum</i>, <i>synōnymon</i>, griech. <i>synṓnymon</i> (<i>συνώνυμον</i>), dem substantivierten Neutrum von griech. <i>synṓnymos</i> (<i>συνώνυμος</i>) ‘von gleichem Namen, von gleicher Bedeutung’; vgl. griech. <i>ónyma</i> (<i>ὄνυμα</i>), Nebenform von <i>ónoma</i> (<i>ὄνομα</i>) ‘Name’ (verwandt mit <a href="http://www.dwds.de/?qu=Name"> Name</a>, s. d.). – <b>synonym</b> Adj. ‘sinnverwandt, von gleicher oder ähnlicher Bedeutung’ (Anfang 19. Jh.), älter <i>synonymisch</i> (Mitte 18. Jh.).<sup><a href="https://slangtimes.com/2013-11-08/algorithmen-synonyme-dummheit-buecherverbrenner-2/#footnote_3_7384" id="identifier_3_7384" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="http://www.dwds.de/?qu=Synonym">3</a></sup></p></blockquote>
<p>…&nbsp; und dass der Einsatz dieser Synonyme gut und deshalb immer der Wiederholung vorzuziehen sei. Das geschah in der an sich gewiss nicht schlechten Absicht, uns ein gewisses Stilempfinden einzubläuen. Die Absicht erreichte für mich allerdings schon seinerzeit rasch die Grenzen, als das am Beispiel von Wetterbericht oder Sportreportage eingeübt wurde, deren Synonymik rasch mal über die Grenze ins Gezwungene und damit stilistisch Fragwürdige tappt. Es spielt da also durchaus ein persönliches Element mit, das darüber bestimmt, in welchem Maße man das betreibt und mit welchen Synonymen man arbeiten will und vor allem wo. Kurzum, es liegt im Ermessen des Autors.</p>
<p>Nun, ich erinnere mich dran, dass damals im<strong> AFN</strong>, dem Sender der amerikanischen Streitkräfte, der einem seinerzeit hierzulande das einzige durchgehend englischsprachige Programm bescherte und bei dem sich Verständnis und Anwendung der englischen Sprache einüben ließ, die Berichterstattung über die Sportergebnisse mit Dutzenden von Synonymen für »besiegen«, »unterliegen« bzw. »gewinnen« und »verlieren« gespickt war. Und ich erinnere mich, dass das damals im diametralen Gegensatz zu einem Gutteil englischsprachiger Literatur stand, die man so las. Anders gesagt, während im <strong>AFN</strong> von »banjax«; »blast«, »blitz«, »clobber«, »cream«, »murder», »nuke«, »shellac», »sock«, »steamroller«, »wallop», »waste« oder »zap« – um nur eine Handvoll zu nennen – die Rede war, wenn es darum ging, dass eine Mannschaft ihren Gegner besiegt hat, so hieß es in besagten Büchern statt aller nur erdenklicher Synonyme für verbale Äußerungen eben immer nur »<strong>he said</strong>« oder »<strong>she said</strong>«.</p>
<p><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260220_b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-7458 size-medium" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260220_b-300x267.jpg" alt="P1260220_b" width="300" height="267" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260220_b-300x267.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260220_b.jpg 500w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a>Der Autor wollte es so; sollte keiner auf die Idee kommen, jemand der ein Buch schreibt, sei nicht imstande, sprich einfach zu blöde, statt »he said« angefangen von »he asked« irgendeines der zahlreichen Synonyme für verbale Äußerungen herzunehmen. Ich möchte hier jetzt nicht <strong>Hemingway</strong> anführen, nicht zuletzt deshalb weil das der einzige Name ist, der auch jedem der oben angesprochen Nazis in den Mund fällt, wenn er sein nicht zu rechtfertigendes Tun rechtfertigen will.&nbsp; (Nicht dass so eine Lusche einem tatsächlich etwas über Hemingways Stil zu sagen vermöchte; es ist einfach der Name, von dem man in diesem Zusammenhang mal gehört hat).</p>
<p>Nehmen wir den Autor, der die letzten 50 Jahre für gut geschriebene, regelmäßig in gut 30 Sprachen übersetzte Kriminalromane stand: <strong>Elmore Leonard</strong>. Mittlerweile leider nicht mehr unter uns, hat Leonard sein Erfolgsrezept der Nachwelt zur Kenntnisnahme in <strong><a title="Leonard" href="http://www.writingclasses.com/InformationPages/index.php/PageID/304" target="_blank">10 goldenen Regeln</a> </strong>zusammengefasst:</p>
<blockquote><p>1. Never open a book with weather.<br>
2. Avoid prologues.<br>
3. Never use a verb other than “said” to carry dialogue.<br>
4. Never use an adverb to modify the verb “said”…he admonished gravely.<br>
5. Keep your exclamation points under control. You are allowed no more than two or three per 100,000 words of prose.<br>
6. Never use the words “suddenly” or “all hell broke loose.”<br>
7. Use regional dialect, patois, sparingly.<br>
8. Avoid detailed descriptions of characters.<br>
9. Don’t go into great detail describing places and things.<br>
10. Try to leave out the part that readers tend to skip.</p>
<p>My most important rule is one that sums up the 10.<br>
If it sounds like writing, I rewrite it.<sup><a href="https://slangtimes.com/2013-11-08/algorithmen-synonyme-dummheit-buecherverbrenner-2/#footnote_4_7384" id="identifier_4_7384" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="http://www.writingclasses.com/InformationPages/index.php/PageID/304">4</a></sup></p></blockquote>
<p>Okay, ob Sie dem im Einhzelnen nun zustimmen oder nicht… Nicht? (Wie viele Millionen Auflage haben Ihre Werke durchschnittlich so? Und in wie vielen Sprachen? Ach, Sie haben noch nichts veröffentlich? Das dachte ich mir.) Ob man dem nun <a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260708_b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-7459" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260708_b-300x280.jpg" alt="P1260708_b" width="300" height="280" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260708_b-300x280.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260708_b.jpg 500w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a>zustimmt oder nicht, der Mann hat bewiesen, dass er weiß, wovon er spricht – im Gegensatz zu irgendeinem <strong>Deutschlehrer</strong>, mit ich je zu tun hatte. (Na gut, außer unserem fränkischen Lokalmatador <a title="Kusz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fitzgerald_Kusz" target="_blank"><strong>Fitzgerald Kusz</strong></a>, aber der hat nur bei uns am Gymnasium Deutsch gegeben, Unterricht hatte ich bei ihm leider nie.)</p>
<p>Und apropos <strong>Deutschunterricht:</strong> Falls Ihnen irgenwann während des bisher Gesagten auch nur der Gedanke »<strong>Trivialliteratur</strong>« gekommen sein sollte, dann haben Sie hier nix verloren und schon gleich gar nichts im Übersetzerberuf oder als Lektor / Redakteur.<sup><a href="https://slangtimes.com/2013-11-08/algorithmen-synonyme-dummheit-buecherverbrenner-2/#footnote_5_7384" id="identifier_5_7384" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich hatte mal mit so einer Dummbacke – Sie sehen, ich beherrsche mich: Ich wollte wieder mal »dummes Stück Analphabetenscheiße schreiben«, nehmen Sie sich ein Beispiel an mir, ich hatte mal mit einer Dumpfbacke zu tun, der ich auf zig DIN A4-Seiten geduldig den Mist zu erklären versuchte, den er da verbrochen hatte. Nicht nur hat mich der Scheißkerl einen »Oberlehrer« geschimpft, als ich ihm sagte, er müsste stililstisch sowohl Grass als auch Simmel draufhaben, meinte der Schwachkopf: »Na, wenn Sie Simmel lesen.« Wenn ich mal schlecht aufgelegt bin, such ich seinen Mist mal raus &amp; mache hier eine Serie draus.">5</a></sup> Gerade auf die letzte Zeile – »If it sounds like writing, I rewrite it.« – kommen wir in diesem Kontext noch zurück.</p>
<p>Nun hatte ich neulich hier einen amerikanischen Roman vor mir, im Original &amp; in deutscher Übersetzung (ich sammle solche Pärchen), und in dem war nun das »he / she said« eben nicht mit »sagte er / sie« übersetzt, sondern dieses auf die penetranteste Weise durch »antwortete«, »entgegnete«, »erwiderte«, »konterte«, nun, schlagen Sie in einem beliebigen Synonymwörterbuch nach, Sie werden Sie allesamt finden.</p>
<p><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260779_b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-7461 size-medium" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260779_b-300x294.jpg" alt="P1260779_b" width="300" height="294" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260779_b-300x294.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260779_b.jpg 500w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a>Nicht nur liest sich das so penetrant beschissen, dass sich der betreffende Schmierant von Übersetzer bzw. Redakteur<sup><a href="https://slangtimes.com/2013-11-08/algorithmen-synonyme-dummheit-buecherverbrenner-2/#footnote_6_7384" id="identifier_6_7384" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich nenne hier keine Namen, da ich nicht weiß, wer diesen Dreck zu verantworten hat.">6</a></sup> selbst stilistisch, geschmacklich, literarisch &amp; überhaupt intelligenztechnisch disqualifiziert, Sie werden die Palette von billigem Wortersatz in jedem Synonymwörterbuch finden. Was die ganze Geschichte ja nun wirklich zu einer Übung in ebenso wohlfeilem wie hirnlosem Gesprenkel macht.</p>
<p>Und ja, als ich zu übersetzen anfing, war ich – unter dem Einfluss besagter Gymnasialbildung (man wird ja da so gescheit gemacht) – selbst versucht, hier und da was anderes zu nehmen als »sagte er / sie«. Aber selbst damals war ich <strong>a)</strong> bereits nur »hier &amp; da« versucht, und ich habe mich <strong>b)</strong> obendrein in den allermeisten Fällen dann auch wieder beherrscht. Ich will hier nur sagen, erklären, kundtun, darauf hinweisen, klar- &amp; feststellen, ich weiß um diesen <strong>Impuls zum Klugscheißen</strong>, kenne ihn, habe ihn erfahren, habe mich mehr oder weniger erfolgreich seiner erwehrt.</p>
<p><strong>Dieser Impuls ist so offensichtlich der des blutigen Anfängers.</strong> Man verliert ihn nämlich als <strong>Profi</strong> nicht nur mit der Zeit, es kommt irgendwann ein Augenblick, den so ein dummer Oberlehrer (um ein Haar hätte ich gesagt: »so ein dummes Stück Oberlehrerscheiße«, aber, wie gesagt. Impulskontrolle), kommt irgendwann ein Augenblick, in dem einem <strong>die schlichte Schönheit von »sagte er« / »sagte sie« aufgehen wird</strong>. Wenn das dann auch noch richtig eingesetzt ist…</p>
<p>Das wird wieder zu lang hier. So geht’s denn das nächste mal weiter, was das alles mit Nazis zu tun hat.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_1_7384" class="footnote">Sie haben’s trotzdem nicht kapiert, geben Sie’s zu.</li><li id="footnote_2_7384" class="footnote">Schauen Sie ruhig mal wieder in Herbert Pfeiffers <em>Das große Schimpfwörterbuch, </em>das sie in einer seiner diversen Ausgaben ins Regal eines jeden Kulturmenschen gehört.</li><li id="footnote_3_7384" class="footnote">http://www.dwds.de/?qu=Synonym</li><li id="footnote_4_7384" class="footnote">http://www.writingclasses.com/InformationPages/index.php/PageID/304</li><li id="footnote_5_7384" class="footnote">Ich hatte mal mit so einer Dummbacke – Sie sehen, ich beherrsche mich: Ich wollte wieder mal »dummes Stück Analphabetenscheiße schreiben«, nehmen Sie sich ein Beispiel an mir, ich hatte mal mit einer Dumpfbacke zu tun, der ich auf zig DIN A4-Seiten geduldig den Mist zu erklären versuchte, den er da verbrochen hatte. Nicht nur hat mich der Scheißkerl einen »Oberlehrer« geschimpft, als ich ihm sagte, er müsste stililstisch sowohl Grass als auch Simmel draufhaben, meinte der Schwachkopf: »Na, wenn Sie Simmel lesen.« Wenn ich mal schlecht aufgelegt bin, such ich seinen Mist mal raus &amp; mache hier eine Serie draus.</li><li id="footnote_6_7384" class="footnote">Ich nenne hier keine Namen, da ich nicht weiß, wer diesen Dreck zu verantworten hat.</li></ol>]]></content:encoded>
					
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