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	<title>Sussex - SlangGuy&#039;s Blog</title>
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	<description>Über Slang, Übersetzen &#38; die Sprache dazu</description>
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		<title>Dialekte stärker denn je</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 06:56:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Die fortschreitende Bildung muss in England früher oder später so etwas wie den charakteristischen Provinzdialekt niedertrampeln und ausmerzen; aber ist es erst einmal so weit gekommen, wird unserer Sprache viel effektiv Wertvolles verlorengegangen sein, unternimmt man nicht auf der Stelle Anstrengungen, Wörter zu sammeln und aufzuzeichnen, die zusammen mit den Ideen, die sie überhaupt erst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<blockquote><p><span style="font-size: small;"><em>Die fortschreitende Bildung muss in England früher oder später so etwas wie den charakteristischen Provinzdialekt niedertrampeln und ausmerzen; aber ist es erst einmal so weit gekommen, wird unserer Sprache viel effektiv Wertvolles verlorengegangen sein, unternimmt man nicht auf der Stelle Anstrengungen, Wörter zu sammeln und aufzuzeichnen, die zusammen mit den Ideen, die sie überhaupt erst notwendig machten, in Windeseile außer Gebrauch kommen. </em></span></p></blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-size: small;"><span style="font-style: normal;">So lese ich – durchaus erstaunt – im Vorwort zu meiner derzeitigen Lektüre, dem<strong> </strong></span><strong><span lang="en-US"><em>Dictionary of the Sussex Dialect</em></span></strong><em> </em>von <strong>W. D. Parish</strong> aus dem Jahre 1875. Ich bin kein Fachmann für <strong>Dialektforschung</strong>, weder der deutschen noch der englischen, könnte also nicht sagen, inwieweit solche Befürchtungen typisch sind, kann mich aber nicht erinnern, je ähnliches gelesen zu haben. Und ich selbst habe Dialekt immer für unverwüstlich gehalten. Mag sein, dass die Leute sich heute leichter tun, <strong>zwischen einer Art Hochsprache und ihrem Dialekt hin und her zu schalten</strong>, aber egal in welcher Gegend man sich gerade findet, man hört dort Dialekt. Und das gilt für England nicht weniger als bei uns. Und dann ist mir, als hätte ich seit Jahrzehnten das Wort »<strong>Dialekt-Renaissance</strong>« in den Ohren. Ich bin sicher, wenn ich hier in die Regale sehe… Wusst ich’s doch! »Erlebt die Mundart einen Aufschwung?« heißt es auf dem Cover von <strong>Gabriele Reinert-Schneider</strong>s Dissertation <em><strong>Gibt es eine Dialekt-Renaissance?</strong> Überlegungen und Analysen  zum Kölner Raum</em>. Ich bin sicher, ich finde noch mehr Einschlägiges, habe aber im Augenblick keine Lust zum Suchen. Ich will ja nur sagen, ich habe seit jeher eher die Frage im Ohr, ob Dialekt nicht im Kommen sei, nie habe von Befürchtungen gehört, er könnte verschwinden.<span id="more-169"></span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-size: small;">Vermutlich ist die Aussage des guten Reverend Zeichen des starken Fortschrittsglaubens, der seine Zeit prägte und demzufolge Bildung alles war. Kein Zweifel, dass Wörter für Dinge und Sachverhalte ausgestorben sind, die es nicht mehr gibt; man braucht sie nun mal nicht mehr. Und mit Sicherheit sind auch eine ganze Reihe von <strong>Mundarten</strong> (als Unterkategorie der <strong>Dialekte</strong>) mit ihrer geringen Zahl von Sprechern verschwunden, aber von »ausmerzen« gleich des Dialekts kann keine Rede sein. Laut einem Artikel der <strong>Londoner <em>Times</em></strong> von 2005 jedenfalls sind Dialekte stärker denn je. So zitiert der Artikel eine Studie aus den 1950er-Jahren, laut der es damals <strong>84 Dialektwörter</strong> für »<strong>linkshändig</strong>« gab; jetzt zählt man <strong>240</strong>! (Man kann sie auf der <strong>BBC-Voices-Site</strong> einsehen.) Und auch die Befürchtung, sämtliche englischen Dialekte würden allmählich durch das »<strong>Estuary English</strong>« ersetzt, der angesagten Variante des Englischen, wie sie an der Thames-Mündung gesprochen wird, scheint sich nicht zu erfüllen.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-size: small;">Die Befürchtungen des guten Reverend waren also mit Sicherheit übertrieben, aber es spielt ja auch gar keine Rolle, warum er nun Wörter gesammelt hat, Hauptsache es gibt Sammlungen wie die seine. Sie sind, selbst wenn sie wissenschaftlich längst ausgewertet sind, großartiges Amüsement. Ich werde, wie versprochen, hier im Lauf der Zeit einige Beispiele daraus vorstellen.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Chilliges aus englischen Landen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2009 07:49:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Miszellaneen]]></category>
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					<description><![CDATA[Slang ist nicht Dialekt, ungeachtet der Tatsache, dass so mancher hierzulande von seinem „bayerischen“ oder „sächsischen“ Slang sprechen mag. Was jedoch nicht heißt, dass die beiden gar nichts miteinander zu tun hätten. Nicht selten nämlich kommt Slang aus dem Dialekt. Der beste Beleg dafür ist der zeitgenössische amerikanische Slang, der eine lange Latte von Wörtern [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<h4><span style="font-size: small;">Slang ist nicht Dialekt, ungeachtet der Tatsache, dass so mancher hierzulande von seinem „bayerischen“ oder „sächsischen“ Slang sprechen mag. Was jedoch nicht heißt, dass die beiden gar nichts miteinander zu tun hätten. Nicht selten nämlich kommt Slang aus dem Dialekt. Der beste Beleg dafür ist der zeitgenössische amerikanische Slang, der eine lange Latte von Wörtern und Wendungen aus dem Dialekt der amerikanischen Schwarzen bezieht. </span></h4>
<p>Das verführt einen denn auch immer wieder, in Dialekt-Wörterbüchern zu blättern in der vagen Hoffnung, auf die eine oder andere Verwandtschaft zu stoßen. Und immer wieder spucken meine Datenbanken bei der Suche nach ganz anderem unvermutet Witziges aus. So stieß ich dieser Tage in W.D. Parishs <em>A Dictionary of the Sussex Dialect</em> (1875) auf folgenden Eintrag.<span id="more-151"></span></p>
<blockquote><p><span style="font-size: small;"><span lang="en-US"><span style="font-style: normal;"><strong>Chill</strong></span></span><span lang="en-US">, To take off the extreme coldness from any beverage by placing it before the fire.<br>
“I often gets my mistus to chill a drop of beer for me, when I comes home winter evenings.”</span></span></p></blockquote>
<p lang="de-DE"><span style="font-size: small;">Während also der Rest der Welt mit dem Verb „to chill“ das Kühlen warmer Getränke auf eine konsumgerechte Temperatur bezeichnet, will oder wollte – womöglich ist die Bedeutung längst obsolet – der Landbewohner von Sussex damit sagen, dass er sein kaltes Bier ans Feuer stellt, um es etwas anzuwärmen. </span></p>
<p lang="de-DE"><span style="font-size: small;">So ein Fund rechtfertigt immerhin einen Blick ins OED. „<span lang="en-US">To take the chill“</span>, heißt es da, „<span lang="en-US">or sensation of active cold, off (a liquid); to raise to temperate heat.</span>“ Und nicht nur finde ich hier den Reverend Parish zitiert, ich erfahre darüber hinaus, dass sich die Verwendung von „chill“ in dieser Bedeutung nicht allein auf Sussex beschränkt. Und auch nicht auf vom Menschen konsumierte Getränke: „<span lang="en-US"><span style="font-weight: normal;">Did you chill the water for the ‘osses?</span></span><span lang="en-US"><strong>” </strong></span><span style="font-weight: normal;">zitiert das OED ein Glossar aus Leicestershire. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="font-size: small;"><span style="font-weight: normal;">Ob diese Bedeutung heute veraltet ist, kann ich im Augenblick noch nicht sagen, ist auch weniger interessant als die anderen Einträge, die mir beim Überfliegen des Glossars so ins Auge stechen: </span><span lang="en-US"><em><span style="font-weight: normal;">hung-up</span></em></span><span lang="en-US"><span style="font-weight: normal;">, </span></span><span lang="en-US"><em><span style="font-weight: normal;">mum-chance</span></em></span><span lang="en-US"><span style="font-weight: normal;">, </span></span><span lang="en-US"><em><span style="font-weight: normal;">piker</span></em></span><span lang="en-US"><span style="font-weight: normal;">, </span></span><span lang="en-US"><em><span style="font-weight: normal;">sheer</span></em></span><span lang="en-US"><span style="font-weight: normal;">, </span></span><span lang="en-US"><em><span style="font-weight: normal;">cocker-up</span></em></span><span lang="en-US"><span style="font-weight: normal;">, </span></span><span lang="en-US"><em><span style="font-weight: normal;">gifty</span></em></span><span lang="en-US"><span style="font-weight: normal;">, </span></span><span lang="en-US"><em><span style="font-weight: normal;">hypocrite</span></em></span><span lang="en-US"><span style="font-weight: normal;">, </span></span><span lang="en-US"><em><span style="font-weight: normal;">cocker-up</span></em></span><span lang="en-US"><span style="font-weight: normal;"> etc. etc</span></span><span style="font-weight: normal;">. Doch davon in der nächsten Zeit mehr…<br>
</span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
</p>]]></content:encoded>
					
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