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	<title>Übersetzung - SlangGuy&#039;s Blog</title>
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	<description>Über Slang, Übersetzen &#38; die Sprache dazu</description>
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		<title>Das Verschwinden der Illusionisten – die Buchbranche und ihre Übersetzer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Oct 2023 08:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Übersetzen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei der bevorstehenden Buchmesse wird einmal mehr eines unter den Tisch fallen: dass es sich nämlich bei einem Gutteil der dort gleich hallenweise feilgebotenen Titel um Übersetzungen handelt. Dass folglich buchstäblich kein Wort, von dem, was in einem dieser Bücher steht, von seinem Autor stammt, sondern von seinem Statthalter im jeweiligen Land. Umberto Eco, Roddy [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Bei der bevorstehenden Buchmesse wird einmal mehr eines unter den Tisch fallen: dass es sich nämlich bei einem Gutteil der dort gleich hallenweise feilgebotenen Titel um Übersetzungen handelt. Dass folglich buchstäblich kein Wort, von dem, was in einem dieser Bücher steht, von seinem Autor stammt, sondern von seinem Statthalter im jeweiligen Land. Umberto Eco, Roddy Doyle, Dan Brown, J.K. Rowling, Michel Houellebecq – wer deren Bücher auf Deutsch liest, der liest sie in Übersetzung und damit das Werk eines Übersetzers.</h2>
<p><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/10/Tued11.png"><img decoding="async" class="size-full wp-image-18281 aligncenter" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/10/Tued11.png" alt width="123" height="83"></a>Um die <strong>Würdigung seiner Arbeit</strong>, die Würdigung der Tatsache, dass es – um ein Klischee zu bemühen – <strong>ohne den Übersetzer keine Weltliteratur</strong> gäbe, ist es allerdings gar nicht so toll bestellt, wie man meinen möchte, hält man ihr Ausmaß gegen die Tatsache, dass hierzulande ohne ihn kaum einer je von <strong>Don Quijote</strong>, <strong>Candide</strong> oder <strong>Moby Dick</strong> gehört hätte, geschweige denn dass sich jemand daran als geneigter Leser hätte erfreuen können. Umgekehrt gilt das natürlich auch für unsere Autoren, sei es ein <strong>Patrick Süskind</strong>, ein <strong>Heinrich Böll</strong> oder ein <strong>Günter Grass</strong>.<br>Der Leser einer Übersetzung ist sich dieser Tatsache meist nicht bewusst. Er liest in der <strong>Illusion, das Werk des Autors zu lesen</strong>. Für ihn steht der Name des Autors außen drauf und auf der Klappe und innen drin; für ihn ist die Übersetzung das Original. Nun, gegen Illusionen ist an sich nichts einzuwenden. Wer gibt sich nicht gern den Illusionen eines <strong>David Copperfield</strong> hin? Und ist Lesen an sich nicht schon eine Art Illusion, das Gelesene selbst zu erfahren? Nur ist der Illusionist hierbei in der Regel nicht weniger gefragt als die Illusion. <strong>Karl May</strong>, <strong>Edgar Wallace</strong>, <strong>Georges Simenon</strong>, wir lesen die Werke dieser Leute, weil ihre – sprich große – Namen dahinter bzw. darauf stehen. Und für <strong>David Copperfield</strong> gilt das nicht weniger. <span id="more-2749"></span><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/10/bovary1.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-2750" title="bovary" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/10/bovary1-136x300.jpg" alt width="136" height="300" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/10/bovary1-136x300.jpg 136w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/10/bovary1.jpg 455w" sizes="(max-width: 136px) 100vw, 136px"></a>Der Übersetzer dagegen ist ein Illusionist, der praktisch mitsamt seiner Illusion verschwindet. Es mutet schier absurd an: Während der Beifall für einen <strong>David Copperfield</strong> proportional zum Erfolg der Illusion steigt, scheint der Übersetzer proportional zum Gelingen seiner Illusion zu verschwinden. Wenn es nichts zu monieren gibt, könnte man sagen. Der Leser wird nicht dem Übersetzer applaudieren, er wird günstigstenfalls umso brennender nach der nächsten Portion <strong>Hannibal Lecter </strong>von <strong>Thomas Harris</strong>, nach dem nächsten <strong>Harry Potter</strong>-Abenteuer von <strong>J.K. Rowling</strong> gieren.<br>Dem Übersetzer selbst mag das zunächst mal recht sein; er steht beim Leser und selbst in der Branche für den Autor. Und wenn der Erfolg hat, dann steht er selbst besser da.<br>Und wenn heute irgendwo ein Buch in Übersetzung erscheint, dann steht darin&nbsp; – in der Regel – der Name des Übersetzers. Er ist der »<strong>Urheber</strong>« der Übersetzung. Geregelt wird diese Nennung in Deutschland durch den §13 des Urheberrechtsgesetzes, laut dem der Urheber »<strong>das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk</strong>« hat.<br>Das ist übrigens durchaus nicht immer so gewesen; ganz im Gegenteil, früher war das ganz und gar nicht normal. Sehen Sie mal in alten Büchern nach: der Übersetzer ist so gut wie nie genannt. Meist fehlt sogar jeder Hinweis darauf, dass es sich überhaupt um eine Übersetzung handelt. »Autorisirte Uebersetzung« finde ich in einem Titel aus dem Jahres 1878. »Ein Roman nach dem Englischen« heißt es fast schon&nbsp; kryptisch in der Übersetzung eines Krimis aus dem Jahre 1900. Und in der kleinen Ausgabe der <strong><em>Frau Bovary</em></strong>, die ich hier vor mir liegen habe, immerhin noch aus dem Jahre 1948, wird weder auf eine&nbsp; Übersetzung hingewiesen, noch der Übersetzer genannt.<sup><a href="https://slangtimes.com/2023-10-01/die-illusionisten-die-buchbranche-und-ihre-ubersetzer/#footnote_1_2749" id="identifier_1_2749" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das oben abgebildete hübsche Lesezeichen stammt zwar aus dem Büchl und ist an sich eine gute Idee; aber wenn das verloren geht...">1</a></sup><br><strong>Da hat sich, zugegeben, einiges geändert.</strong> Aber das Problem der <strong>doppelten Urheberschaft</strong> bleibt bestehen, der Übersetzer sollte nach wie vor seine Arbeit machen und dann in der Versenkung verschwinden, und das spiegelt sich eben im weiteren Umgang mit ihm. So hört interessanterweise mit der Nennung in der Titelei eines Buches die zitierte »Anerkennung der Urheberschaft« auch oft bereits wieder auf. Was einer ganzen Reihe von Übersetzern aufstößt. Sie wollen ihre Arbeit, ihren Anteil an dem Werk, auch über die Titelei des Buches hinaus mehr gewürdigt sehen.<br>Möglichkeiten, den Übersetzer zu vergessen, gibt es einige, auch über das Versäumnis, ihm die rechtlich zugesicherte Anerkennung der Urheberschaft zu gewähren hinaus. Was übrigens durchaus vorkommt. Man kann den Übersetzer in der Titelei einer Übersetzung vergessen. Ist mir selbst schon passiert. Oder seinen Namen falsch schreiben. Ist mir auch schon passiert. Bei <a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/10/autor.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-2752" title="autor" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/10/autor-182x300.jpg" alt width="182" height="300" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/10/autor-182x300.jpg 182w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/10/autor.jpg 441w" sizes="(max-width: 182px) 100vw, 182px"></a>übersetzten Zeitungsartikeln wird er eher gerne vergessen. Und im Falle von Hörbüchern scheint seine Nennung, Rechtslage hin oder her, offensichtlich auch eher Glücksache. Wichtig sind hier der Autor und der Schauspieler, der den Text liest. Aber wie gesagt, im Prinzip steht die Nennung dem Übersetzer in diesen Fällen zu.<br>Anders verhält es sich mit den Fällen, in denen von einer eigentlichen <strong>Nutzung des Werkes</strong> keine Rede mehr sein kann. <strong>Rezensionen</strong> sind hier das beste Beispiel; aber auch die <strong>Verlagswerbung</strong> selbst gehört hier herein.<br>Bei <strong>Rezensionen</strong> in Zeitungen und Magazinen sieht es recht trübe aus. Hier reicht der Platz oft selbst für den Hinweis auf die Ausstattung des betreffenden Titels – Schutzumschlag und Lesebändchen werden erwähnt –, für den Übersetzer reicht der Platz nicht; Sie können nachzählen, in gut zwei Dritteln von Rezensionen wird er schlicht nicht genannt. Es gibt selbst Fälle, bei denen oft ausgiebig aus Übersetzungen Text abgedruckt wird, ohne dass der Name des Übersetzers fällt.<br>Was alles in allem <a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/10/mord.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-2754" title="mord" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/10/mord-186x300.jpg" alt width="186" height="300" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/10/mord-186x300.jpg 186w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/10/mord.jpg 452w" sizes="(max-width: 186px) 100vw, 186px"></a>womöglich nicht zuletzt daran liegt, dass hier schon die Verlage beim Werbematerial schlafen. Man braucht nur auf <strong>Verlagswebseiten</strong> zu schauen, die Nennung des Übersetzers ist selbst bei großen Verlagen nicht selbstverständlich.<br>Der <strong>Verlag</strong> muss sich schon etwas von der Nennung des Übersetzers versprechen, um wirklich konsequent Sorge dafür zu tragen, dass der Übersetzer genannt wird; <strong>Harry Rowohlt</strong> ist sicher ein gutes Beispiel dafür. Leider auch dafür, dass es womöglich wichtig ist, noch einige andere Eisen im Feuer zu haben, um als Übersetzer tatsächlich zu zählen.<br>Wie auch immer, <strong>Harry Rowohlt</strong> ist definitiv ein gutes Beispiel dafür, dass auch der Name eines Übersetzer ziehen kann; vielleicht sollten also Verlage schon im eigenen Interesse etwas für den Namen des Übersetzers tun. Die Banderole »Deutsch von <strong>Eike Schönfeld</strong>«, die Kiepenheuer vor ein paar Jahren der Neuübertragung des <em><strong>Fängers im Roggen</strong></em> spendiert hat, ist ein schönes Beispiel dafür.<br>Vielleicht sollte der <strong>Börsenverein</strong> des deutschen Buchhandels oder wer auch immer Jahr für Jahr die Buchmesse unter das Zeichen eines speziellen Landes stellt, eine solche Messe mal <strong>unter das Zeichen der Berufsgruppe stellen, die diese immerhin weltweite Buchmesse erst möglich macht: der des Übersetzers</strong>. Immerhin könnte ohne ihn jedes Land sich auf seine eigene nationale Buchmesse beschränken; die Verlage bräuchten ihre Titel nicht teils um die halbe Welt nach Frankfurt zu zerren. Es mag ein Klischee und als solches abgegriffen sein, aber es ist trotzdem nicht dran zu rütteln:&nbsp; <strong>erst der Übersetzer macht Nobelpreisträger und Weltliteratur</strong>.</p>


<p class="wp-block-paragraph"></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_1_2749" class="footnote">Das oben abgebildete hübsche Lesezeichen stammt zwar aus dem Büchl und ist an sich eine gute Idee; aber wenn das verloren geht…</li></ol>]]></content:encoded>
					
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		<title>Verschwörung — geht’s auch auf Deutsch?</title>
		<link>https://slangtimes.com/2019-04-10/verschwoerung-gehts-auch-auf-deutsch/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Apr 2019 11:49:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[Natürlich ist diese Kolumne in erster Linie Gegrantel. Aber wie die Paranoiker so schön sagen: Heißt ja noch lange nicht, dass nicht doch alle hinter mir her sind. Anders gesagt, es ist halt doch etwas dran, wenn ich behaupte, dass die Entwicklung der deutschen Sprache zunehmend von Leuten bestimmt wird, die unbeholfen aus dem Englischen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5>Natürlich ist diese Kolumne in erster Linie Gegrantel. Aber wie die Paranoiker so schön sagen: Heißt ja noch lange nicht, dass nicht doch alle hinter mir her sind. Anders gesagt, es ist halt doch etwas dran, wenn ich behaupte, dass die Entwicklung der deutschen Sprache zunehmend von Leuten bestimmt wird, die unbeholfen aus dem Englischen gezerrte wörtliche Brocken auf den Faden ihres Mangels an Sprachgefühl reihen. Müssen Übersetzungen, gerade aus dem Englischen, wo sich jeder rantraut, denn wirklich auf das Niveau von Emotikons sinken?</h5>
<h5 style="text-align: center;">*</h5>
<p>Mit der dümmste Übersetzungsfehler in Krimis, hartgesotten oder weichgespült, ist neben dem depperten »Detective 2. Grades« (für »2nd class«, Herrgottnochmal!) seit jeher die Übersetzung von »conspiracy« mit »Verschwörung«.</p>
<p>Ich habe mir das selbst des Öfteren reinschreiben lassen müssen von Lektoren, die nicht zwischen einer »Pistole« und einem »Revolver« unterscheiden können; ja doch, im Deutschen macht man da einen Unterschied, selbst wenn das Französische diesen nicht macht! Von »Luftgewehrpatronen« will ich erst gar nicht anfangen… Ich würde da mittelalterliche Strafen vorschlagen – neben einem lebenslangen Griffelentzug.</p>
<p>»Krimis, was soll’s?« werden sich da viele denken. Nun, ich meine, man sollte einfach die Finger von Sachen lassen, von denen man keine Ahnung hat – oder die einen nicht genug interessieren, um sich in die Materie einzuarbeiten, wie das Lektorat das leider so an sich hat. Und das gilt zehnmal im Falle von Autoren, die akribisch für ihre Thriller recherchieren.</p>
<p>Aber wie gesagt: Im Augenblick scheinen wir uns dem Kipppukt zu nähern, an dem die deutsche Sprache unwiederbringlich an die Amateure unter den »Übersetzern« verlorengeht. Und deshalb moniere ich die »Verschwörung« noch mal, weil ich sie grade im <a href="https://www.nzz.ch/international/was-wird-julian-assange-vorgeworfen-und-welche-strafen-drohen-ihm-ld.1475016" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em><strong>Handelsblatt</strong></em></a> lesen muss.</p>
<p><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2019/04/consp.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12825 size-medium" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2019/04/consp-300x95.jpg" alt width="300" height="95" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2019/04/consp-300x95.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2019/04/consp-370x118.jpg 370w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2019/04/consp-570x181.jpg 570w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2019/04/consp.jpg 651w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a></p>
<p>Ich will hier gar nicht davon anfangen, was für eine Idiotie die Formulierung »Vorschwörung zum Einbruch« an sich ist, egal, in was immer Sie einbrechen wollen. Wenn wir uns im juristischen Bereich bewegen, zählen Begriffe – so möchte man wenigstens meinen – mindestens ebenso wie, sagen wir mal, in der Technik. Es gibt im deutschen Strafgesetzbuch den Begriff der »Verschwörung« ebensowenig wie den eines »Mordes zweiten Grades«. Und, sorry, aber übersetzen wir nun »ins Deutsche«, oder nicht? Ich meine, warum das nicht einfach richtig machen? Übrigens sprechen wir hierzulande noch nicht mal von einer »Verschwörung«, wenn es sich tatsächlich um ein solche handeln sollte – ich spreche von einer politischen Verschwörung.</p>
<p>Ohne hier einen auf studierten Juristen machen zu wollen, aber im Falle von »conspiracy« ist die Rede von einer »<a href="https://www.jurion.de/urteile/bgh/2007-06-28/3-str-140_07/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verabredung</a>« zu einem Verbrechen, einer Straftat etc. Und die »Verabredung eines Verbrechens« ist eben bereits strafbar. Die »Anforderungen an die Konkretisierung einer in Aussicht genommenen Tat« sind hier erst mal zweitrangig.</p>
<p>Und wo wir schon dabei sind, <strong>Julian Assange</strong>, um den es hier geht, wird juristisch nicht »sexuelles Fehlverhalten« vorgeworfen… Aber davon ein andermal… Das gilt auch für die »<a href="https://www.nzz.ch/international/was-wird-julian-assange-vorgeworfen-und-welche-strafen-drohen-ihm-ld.1475016" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Regierungscomputer</a>« in der <strong><em>Neuen Züricher</em></strong>, wo Sie ansonsten bestens bedient werden zum Thema Assange. Bei genauer Hinsicht, die NZZ hat hier zwei dieser Übersetzungshämmer in einem Titel: »USA: Verschwörung zur Attacke auf Regierungscomputer«. Ich persönlich würde ja auch gleich noch die »Attacke« mit dazunehmen, aber darüber kann man womöglich noch diskutieren… Trotzdem, der Gebrauch von »Regierung« in dem Artikel lässt doch auf einen Amateur schließen… Und, sorry, falls man in der Schweiz so sagen sollte, sagen Sie mir das bitte unten in einem Kommentar, aber »… dafür,well … «??? »Assange war auch <strong>dafür</strong> in die Schlagzeilen geraten, <strong>weil</strong> die Enthüllungswebsite im US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2016 gestohlene E‑Mails der Demokratischen Partei veröffentlichte.«</p>
<p>Und wenn ich auch mal unqualifiziert absondern darf: Julian Assange sitzt nun zwölf Jahre in einer Zelle. Denken Sie daran, dass man in diversen Ländern verurteilte (!) Verbrecher mit einem popligen Hausarrest von einigen Jahren bestraft, was dann als Verbüßung einer Strafe gilt. Selbst bei uns wird eine Untersuchungshaft angerechnet. Was wollen die mit dem armen Kerl in Schweden machen? An die Wand stellen? Oder an die Amerikaner ausliefern, die den Begriff des »Verbrecherstaats« neu definieren. Wie gesagt, »unqualifiziert«… trotzdem… Irgendwie lässt mich das nicht weniger fassungslos dastehen als das, was man heute so als Übersetzung verkauft…</p>
<p>*</p>
<p>Mehr aus dieser Kolumne: <a href="https://slangtimes.com/?s=geht%27s+auch+auf+deutsch">Klick! </a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">~~~~~~~~~~~~~~~~~~~</p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: comic sans ms,sans-serif; font-size: 14px;">Bücher zum Thema</span></p>
<table style="height: 300px; width: 570px;" border="0" align="center">
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<tbody>
<tr>
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</tr>
</tbody>
</table>
<p style="text-align: center;">~~~~~~~~~~~~~~~~~~~</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Satz der Woche</title>
		<link>https://slangtimes.com/2019-03-31/satz-der-woche-7/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Mar 2019 08:55:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus dem Notizblock des Übersetzers… ~~~~~~~~~~~ Ein Satz zum Sonntag gefällig? Eine übersetzerische Lösung, die mir – mit Verlaub – gefällt: &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; »Once the train was in motion, Madame Erling von Bartmann slowly drew her gloves through her hand, from fingers to cuff, stretching them firmly across her knee.« Djuna Barnes, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4 style="text-align: center;">Aus dem Notizblock des Übersetzers…</h4>
<p style="text-align: center;">~~~~~~~~~~~</p>
<p style="text-align: center;">Ein Satz zum Sonntag gefällig? Eine übersetzerische Lösung, die mir – mit Verlaub – gefällt:</p>
<p>&nbsp;</p>
<table class=" aligncenter" style="width: 472px; border-color: #663535; background-color: #eeecd7;">
<tbody>
<tr>
<td style="width: 50px; height: 100px; text-align: left; vertical-align: middle;">&nbsp;</td>
<td style="width: 400px; text-align: left; vertical-align: middle;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-9986" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2017/02/tuedrechts.jpg" alt width="153" height="95"><br>
&nbsp;</td>
<td style="width: 50px; height: 100px;">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 50px;">&nbsp;</td>
<td style="width: 400px; text-align: left;">
<p style="text-align: center;">»<strong>Once</strong> <strong>the train was in motion</strong>, Madame Erling von Bartmann slowly drew her gloves through her hand, from fingers to cuff, stretching them firmly across her knee.«<br>
Djuna Barnes, »Aller et retour<em>«</em></p>
<p style="text-align: center;">*<br>
»<strong>Sowie der Zug sich in Bewegung gesetzt hatte</strong>, zog Madame Erling von Bartmann langsam ihre Handschuhe durch die ge­schlossene Hand, von den Fingern bis zur Stulpe, und strich sie mit festem Griff über dem Knie glatt.«<br>
Djuna Barnes, »Aller et retour<em>«</em>.<br>
Deutsch von Joachim Uhlmann</p>
</td>
<td style="width: 50px; height: 100px;">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 50px;">&nbsp;</td>
<td style="width: 400px; text-align: right;">&nbsp;<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-9987 size-full" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2017/02/tuedlinks.jpg" width="153" height="95"></td>
<td style="width: 50px; height: 100px;">&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">~~~~~~~~~~~~~~~~~~~</p>
<p style="text-align: center;">Das »<strong>sowie</strong>« mag dem Laien gar nicht groß auffallen, aber ich finde es hier großartig bis genial. Es ist genau der kleine Schritt über ein wohlfeiles »als« oder »nachdem« hinaus, den man sich von einer soliden Übersetzung wünscht. Die Kurzgeschichte, aus der dieser Satz stammt, finden Sie übrigens in der großartigen Anthologie <a href="https://www.amazon.de/Die-Frau-hinter-gelben-Tapete/dp/3931043118/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1553762873&amp;sr=1-1&amp;keywords=die+frau+hinter+der+gelben+tapete" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em><strong>Die Frau hinter der gelben Tapete</strong></em></a>, herausgegeben von Birgit Fromkorth, erstmals erschienen 1995 bei ars vivendi.</p>
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