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	<title>Allgemein - SlangGuy&#039;s Blog</title>
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	<description>Über Slang, Übersetzen &#38; die Sprache dazu</description>
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	<title>Allgemein - SlangGuy&#039;s Blog</title>
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		<title>König Leopolds Selbstgespräch (8)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Oct 2023 11:32:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Vorkommnisse im Belgisch-Kongo mögen an das, was Hitler und Stalin verbrochen haben, zwar nicht ganz herankommen, aber zehn (Twains »fünfzehn« sind etwas etwas »übertrieben«) Millionen ermordete Kongolesen sind wohl durchaus genug. Leopold II. schlägt damit womöglich die Brücke von Attila und Dschingis Khan hin zu den beiden Erstgenannten. Laut Twain selbst jedenfalls stand Leopolds [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p style="font-size:24px"><strong><strong>Die Vorkommnisse im Belgisch-Kongo mögen an das, was <strong>Hitler </strong>und <strong>Stalin </strong>verbrochen haben, zwar nicht ganz herankommen, aber <strong>zehn </strong>(Twains »fünfzehn« sind etwas etwas »übertrieben«)<strong> Millionen </strong>ermordete Kongolesen sind wohl durchaus genug. Leopold II. schlägt damit womöglich die Brücke von <strong>Attila</strong> und <strong>Dschingis Khan</strong> hin zu den beiden Erstgenannten. Laut Twain selbst jedenfalls stand Leopolds Hölle historisch konkurrenzlos da,</strong> und aus derlei gruseligen Statistiken</strong> <strong>einen Wettbewerb machen zu wollen, ist vermutlich so makaber wie Twains Satire selbst. </strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="400" height="375" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg" alt class="wp-image-7419" style="aspect-ratio:1.0666666666666667;width:242px;height:auto" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg 400w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px"></a></figure></div>


<p style="font-size:22px">Die Unvorstellbarkeit solcher Zahlen verurteilt ohnehin jeden Vergleich zur Sinnlosigkeit. Halten wir also einfach fest, was wir bisher erfahren haben: Der gesamte riesige Kongo-Staat war Privatbesitz eines europäischen Herrschers, <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_II._(Belgien)">Leopold II</a></strong>. von Belgien. Und er beutete diesen Staat gnadenlos und mit größter Brutalität, ja, er presste diesen Staat buchstäblich, möchte man sagen, aus. Bei dem kostbaren Saft, der ausgepresst wurde, handelte es sich <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naturkautschuk">Kautschuk</a></strong>, und wollte man die Analogie auf die Spitze treiben, wo wären die Eingeborenen dabei der blutige Trester gewesen. »<strong>Red Rubber</strong>« war denn auch ein Synonym für den dort gewonnenen Gummi. Hier böte sich der Vergleich zu den heutigen »<strong>Blutdiamanten</strong>« an. </p>



<p style="font-size:22px">Wie auch immer, die im Text erwähnte <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Congo_Reform_Association">Congo Reform Association</a></strong> gab »King Leopold’s Soliloquy« als Broschüre für fünfundzwanzig Cent heraus, aber Twain, so hieß es gleich vorne, lehnte jeglichen finanziellen Gewinn daran ab, vielmehr sollte der gesamte Erlös in Hilfsleistungen für die Menschen im Kongo gehen. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/10/Tued11.png"><img decoding="async" width="123" height="83" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/10/Tued11.png" alt class="wp-image-18281"></a></figure></div>


<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px"><strong>Mark Twain</strong> </p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px"><strong>König Leopolds Selbstgespräch<br>Eine Verteidigung seiner Herrschaft im Kongo</strong></p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px">1905 </p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:24px">in der Übersetzung von Bernhard Schmid © 2023<sup><a href="https://slangtimes.com/2023-10-15/koenig-leopolds-selbstgespraech-8/#footnote_1_18301" id="identifier_1_18301" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="THE P. R. WARREN CO., BOSTON, MASS. 1905, Copyright, 1905 By Samuel L. Clemens; ein Original des gemeinfreien Textes finden Sie hier">1</a></sup> </p>



<p></p>



<p class="has-medium-font-size"><br></p>



<p class="has-text-align-right" style="font-size:22px">[Fortsetzung von <a href="https://slangtimes.com/2023-07-16/koenig-leopolds-selbstgespraech-7/">hier</a>]</p>



<p class="has-medium-font-size">Aber das<sup><a href="https://slangtimes.com/2023-10-15/koenig-leopolds-selbstgespraech-8/#footnote_2_18301" id="identifier_2_18301" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="»maßlos«: siehe am Ende letzter Folge">2</a></sup> sind sie ja immer, wenn es um mich geht. Sie können bei der Erwähnung meines Namens ebenso wenig still bleiben, wie ein Glas Wasser mit einer Portion Seidlitz-Pulver in seinen Eingeweiden sein Aufwallen zu unterdrücken vermag. Dabei könnten die Ausgeburten ihrer von mir inspirierten Phantasien grotesker nicht sein! Bietet mir doch Engländer eine Quote von drei zu eins und wettet mit mir, um was auch immer mir genehm sei, bis zu 20.000 Guineas, ich würde auf zwei Millionen Jahre der auffälligste Ausländer in der Hölle sein. Der Mann ist so außer sich vor Rage, dass er gar nicht merkt, wie töricht sein Ansinnen ist. Töricht und vom geschäftlichen Standpunkt unsinnig, schließlich gäbe es keinen Gewinner, wären wir doch beide Verlierer – wir würden beide die Zinsen für unsere Einsätze verlieren! Bei vier oder fünf Prozent, mit Zinseszins, würde sich das auf – was weiß ich, wie viel genau – belaufen, nur dass man sich, wenn die Zeit abgelaufen und die Wette fällig wäre, mit dem aufgelaufenen Kapital die Hölle selbst würde kaufen können.</p>



<p class="has-medium-font-size">Ein anderer Verrückter gedenkt aus meinen fünfzehn Millionen Schädeln und Skeletten ein Denkmal zur Verewigung meines Namens zu errichten und gebärdet sich mit rachsüchtiger Begeisterung ob seines kuriosen Projekts. Er hat alles ausgerechnet und maßstabsgetreu geplant. Aus den Schädeln gedenkt er mir eine Kombination von Monument und Mausoleum zu errichten, das exakt der großen Cheopspyramide entsprechen soll, deren Grundfläche gut fünf Hektar beträgt und deren Spitze 137 Meter über dem Boden liegt. Er wünscht sich, mich ausstopfen und auf dieser Spitze in den Himmel stellen zu können, in Ornat und Krone, mit meiner »Piratenflagge« in der einen Hand und einem Schlachtermesser und Handschellen in der anderen. Er gedenkt, die Pyramide inmitten eines entvölkerten Gebietes zu errichten, inmitten einer brütenden Einöde voll Unkraut und den vermodernden Ruinen niedergebrannter Dörfer, wo die Geister der Verhungerten und Ermordeten in alle Ewigkeit ihre Klagen vortragen werden, im Gesäusel eines unsteten Winds. Von der Pyramide ausgehend, wie die Speichen eines Rades, sollen vierzig große Prachtstraßen entstehen, jede fünfunddreißig Meilen lang und zu beiden Seiten von schädellosen Skeletten gesäumt; in einer Reihe aufgestellt, in anderthalb Metern Entfernung, an den Handgelenken mit guten alten Handschellen verbunden, in die mein privates Markenzeichen – ein Kruzifix gekreuzt mit einem Schlachtermesser – eingeprägt ist, dazu das Motto: »Unter diesem Zeichen florieren wir«; jeder dieser knöchernen Zäune soll aus 200.000 Skeletten je Seite bestehen, also 400.000 an jeder Allee. Mit Genugtuung stellt man fest, dass so (einreihig) insgesamt drei- oder viertausend Meilen von Skeletten zusammenkämen – alles in allem 15.000.000 –, was einer Strecke quer über den amerikanischen Kontinent von New York bis San Francisco entspricht. Weiter bemerkt man – im hoffnungsvollen Tonfall einer Eisenbahngesellschaft, die protzig auf die geplante Erweiterung ihres Schienennetzes verweist, dass mein Ausstoß 500.000 Leichen pro Jahr betrage, wenn meine Fabrik auf Hochtouren läuft, und dass es daher, wenn ich zehn weitere Jahre ungeschoren davonkäme, genug frische Schädel geben würde, um die Pyramide um 53 Meter aufzustocken, was sie bei weitem zum höchsten Bauwerk der Erde machen würde; außerdem gäbe es damit genügend frische Skelette, um die transkontinentale Reihe (auf Pfählen) tausend Meilen weit in den Pazifik hinauszutreiben. Die Kosten dafür, die Materialien von meinen »unzähligen und weit verstreuten Privatfriedhöfen« zusammenzutragen, sowie für den Bau des Monuments und der Prunkstraßen belaufen sich, ordnungsgemäß kalkuliert, auf Millionen von Guineas, und dann – ja, warum eigentlich? – ( — -! ! — - -! !) verlangt dieser Schwachkopf von mir, das Geld dafür aufzubringen! [<em>Plötzliche und exaltierte Geste mit dem Kruzifix</em>] Er erinnert mich daran, dass mein jährliches Einkommen aus dem Kongo Millionen von Guineas betrage, und dass für sein Unterfangen doch »nur« 5.000.000 erforderlich wären. Tag für Tag verübt man die irrwitzigsten Anschläge auf mein Portemonnaie; nicht dass sie mich berühren, sie kosten mich auch nicht einen Gedanken. Aber dieser – dieser macht mir Sorgen, dieser macht mich nervös; denn man kann nie wissen, was so eine geistig verwirrte Kreatur sich als nächstes ausdenken wird … Falls er an Carnegie denken sollte – aber diesen Gedanken muss ich aus meinem Kopf verbannen! er beunruhigt mich tagsüber, er stört meinen Schlaf. Das treibt mich noch in den Wahnsinn. [<em>Nach einer Pause</em>] Es geht nicht anders – ich muss Carnegie aufkaufen.</p>



<p class="has-medium-font-size">[<em>Verstört geht er eine Weile brummelnd auf und ab, dann greift er wieder zu den Kapitelüberschriften des Konsuls. Liest</em>]</p>



<p class="has-medium-font-size">»Staat ließ die Kinder einer Frau verhungern und tötete ihre Söhne.«<br>»Gemetzel an Frauen und Kindern.«<br>»Eingeborene durch Hoffnungslosigkeit zu Wesen ohne Ehrgeiz gemacht.«<br>»Frauen von Kautschukeintreibern am Hals aneinandergekettet.«<br>»Frauen weigern sich, Kinder zu gebären, weil es sich mit einem Baby im Arm schlecht vor den Soldaten verstecken lässt.«</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/10/wominchai.png"><img decoding="async" width="300" height="286" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/10/wominchai-300x286.png" alt class="wp-image-18317" style="height:200px" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/10/wominchai-300x286.png 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/10/wominchai.png 525w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a><figcaption class="wp-element-caption"> »Frauen am Hals aneinander gekettet«</figcaption></figure></div>


<p class="has-medium-font-size">»Aussage eines Kindes. ›Ich, meine Mutter, meine Großmutter und meine Schwester, wir sind in den Busch davongelaufen. Eine große Zahl von uns wurden von den Soldaten getötet … Dann sahen die Soldaten den Kopf meiner Mutter und sie kamen zu uns herübergelaufen und fingen uns ein, meine Großmutter, meine Mutter, meine Schwester und ein anderes Kind, das jünger war als wir. Jeder wollte meine Mutter zur Frau nehmen und so gerieten sie darüber in Streit, so dass sie schließlich beschlossen, sie einfach zu töten. Sie schossen ihr mit einem Gewehr in den Bauch und sie fiel um, und als ich das sah, weinte ich sehr, weil sie meine Großmutter und meine Mutter getötet hatten und ich allein zurückblieb. Ich habe das alles gesehen!‹«</p>



<p class="has-medium-font-size">Das klingt durchaus irgendwie bedauernswert, auch wenn es nur Schwarze sind. Ich fühle mich in die Vergangenheit zurückversetzt, in die Zeit, als meine Kinder noch klein waren und davonliefen, wenn sie mich kommen sahen … sozusagen in den Busch [<em>nimmt die Lektüre der Kapitelüberschriften im Bericht des Konsuls wieder auf</em>]</p>



<p class="has-medium-font-size">»Kind mit einem Messer in den Bauch gestoßen.«<br>»Sie hackten allen die Hände ab und brachten sie zu C. D. (einem weißen Offizier) und breiteten sie in einer Reihe aus, damit er sie zählen konnte.«<br>»Gefangene Kinder von Soldaten im Busch dem Tode überlassen.«<br>»Freunde kamen, ein gefangenes Mädchen freizukaufen; aber der Wächter weigerte sich und sagte, der weiße Mann wolle es ihrer Jugend wegen behalten.«</p>



<p class="has-medium-font-size">»Auszug aus dem Zeugnis eines Eingeborenenmädchens. ›Unterwegs fanden die Soldaten ein kleines Kind, das lachte, als man es töten wollte, woraufhin ein Soldat mit dem Kolben seines Gewehrs auf das Kind einschlug und ihm dann den Kopf abhieb. Eines Tages töteten sie meine Halbschwester und hackten ihr Kopf, Hände und Füße ab, weil sie Armreifen trug. Dann fingen sie eine andere Schwester ein und verkauften sie an die W.W.-Leute, bei denen sie jetzt als Sklavin lebt.‹«</p>



<p class="has-medium-font-size">Das kleine Kind hat gelacht! [<em>Eine lange Pause. Er überlegt</em>.] Dieses unschuldige Geschöpf. Irgendwie – wünschte ich, es hätte nicht gelacht. [<em>Liest</em>]</p>



<p class="has-medium-font-size">»Verstümmelte Kinder.«<br>»Die Regierung ermutigt den Sklavenhandel zwischen den Stämmen. Die ungeheuren Geldstrafen, die Dörfern auferlegt werden, wenn sie mit ihren Lebensmittellieferungen in Verzug geraten, zwingen die Eingeborenen, ihre Stammesangehörigen – selbst Kinder – an andere Stämme zu verkaufen, um die Strafe zu zahlen.«</p>



<p class="has-medium-font-size">»Ein Vater und eine Mutter sehen sich gezwungen, ihren kleinen Jungen zu verkaufen.«<br>»Witwe sieht sich gezwungen, ihr kleines Mädchen zu verkaufen.«</p>



<p class="has-medium-font-size">[<em>Irritiert</em>] Zum Teufel mit diesem eintönigen Nörgler! Was soll ich denn tun? Eine Witwe freilassen, nur weil sie Witwe ist? Er weiß ganz genau, dass es längst nur noch Witwen gibt. Ich habe nichts gegen Witwen als Klasse, aber Geschäft ist Geschäft, und ich muss doch auch leben, oder etwa nicht, auch wenn daraus dem einen oder anderen Unbill erwächst? [<em>Liest</em>]</p>



<p class="has-medium-font-size">»Männer, die durch Folter ihrer Frauen und Töchter eingeschüchtert werden. (Um die Männer zum Beibringen von Gummi und Furage zu zwingen, um ihre gefangenen Frauen aus Ketten und Gefangenschaft zu befreien). Der Aufseher erklärte mir, dass er die Frauen auf Anweisung seines Arbeitgebers eingefangen und (Hals an Hals aneinandergekettet) hergebracht hat.«<br>»Ein Beamter erklärte, er sehe sich angehalten, erst Frauen, dann Männer einzufangen, da die Männer dann schneller Material und Furage beibrächten; er erklärte jedoch nicht, wie die Kinder, ihrer Eltern beraubt, sich ernährten.«<br>»Eine Reihe aus 15 (gefangenen) Frauen.«</p>



<p class="has-medium-font-size">Man lässt Frauen und Kinder in den Gefängnissen Hungers sterben.«</p>



<p class="has-medium-font-size">[<em>Sinnierend</em>] Tod durch Hunger. was für ein langes, schleichendes Elend muss da wohl sein. Tagelang und noch mal tagelang. Nach und nach entschwindet dem Körper die Kraft, – ja, es muss wohl von allen Arten zu sterben die schlimmste sein. Und dabei zu sehen, wie Essen herbeigebracht wird, Tag für Tag, und nichts davon abhaben zu können. Natürlich schreien die kleinen Kinder danach, was den Müttern das Herz zerreißt … [<em>Ein Seufzen</em>] Nun, das lässt sich nun mal nicht ändern; die Umstände machen derlei Disziplin unerlässlich. [<em>Liest</em>]</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_1_18301" class="footnote">THE P. R. WARREN CO., BOSTON, MASS. 1905, Copyright, 1905 By Samuel L. Clemens; ein Original des gemeinfreien Textes finden Sie <a rel="noreferrer noopener" href="https://archive.org/details/kingleopoldssoli00twai_0" target="_blank">hier</a></li><li id="footnote_2_18301" class="footnote">»maßlos«: siehe am Ende letzter Folge</li></ol>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>König Leopolds Selbstgespräch (3)</title>
		<link>https://slangtimes.com/2023-05-10/koenig-leopolds-selbstgespraech-3/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 May 2023 08:25:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus Mark Twains Hammer von einer Satire aus dem Jahre 1905 spricht das schiere Entsetzen über die ruchbar gewordenen Gräuel, die im Namen des belgischen Königs Leopold II. im Kongo begangen wurden – nur um dem bärtigen Megalomanen die Taschen zu füllen. Twain vermittelte den Horror des Geschehens im Kongo in Form eines fiktiven Monologs, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p style="font-size:24px"><strong>Aus Mark Twains Hammer von einer Satire aus dem Jahre 1905 spricht das schiere Entsetzen über die ruchbar gewordenen Gräuel, die im Namen des belgischen Königs Leopold II. im Kongo begangen wurden – nur um dem bärtigen <a rel="noreferrer noopener" href="https://gedankenwelt.de/megalomanen-7-merkmale/" target="_blank">Megalomanen</a> die Taschen zu füllen. Twain vermittelte den Horror des Geschehens im Kongo in Form eines fiktiven Monologs, in dem der König seine Handlungsweise auf völlig zynische Weise zu rechtfertigen versucht. Ich stelle mir das Ganze umgeschrieben </strong> <strong>und auf heutige Menschenschinder angepasst vor, sei</strong> <strong>es der größenwahnsinnige Völkermörder in Moskau, sei es der blutrünstige menschliche Abschaum in Teheran … </strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg" alt class="wp-image-7419" width="200" height="188" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg 400w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px"></a></figure></div>


<p style="font-size:22px">… oder Donald Trump, der es einem nun wirklich einfach machten würde, ließe sich doch aus zentnerweise zynischem Schwachsinn zitieren … </p>



<p style="font-size:22px">In dieser dritten Tranche von Leopolds zorniger Tirade bezeichnet sich der gute alte Leopold – wie heute der Donald  – als politisch verfolgt. Gerade dass er nicht die Hände hebt, um sich symbolisch Handschellen anlegen zu lassen. Aber das hätte damals wohl auch nicht funktioniert. Wie dem auch sei, während Trump von der einen — offensichtlich geistesgestörten — Hälfte des amerikanischen Volkes eingesetzt und damit über jede Kritik erhaben sieht, betrachtet Leopold sich als ein von Gott eingesetzter und damit über jede Kritik erhabener Souverän. Beide halten sie Kritik an ihrer Person für Häresie. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2022/02/st1r.png"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2022/02/st1r.png" alt class="wp-image-15893" width="97" height="103"></a></figure></div>


<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px"><strong>Mark Twain</strong> </p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px"><strong>König Leopolds Selbstgespräch<br>Eine Verteidigung seiner Herrschaft im Kongo</strong></p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px">1905 </p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:24px">in der Übersetzung von Bernhard Schmid © 2023<sup><a href="https://slangtimes.com/2023-05-10/koenig-leopolds-selbstgespraech-3/#footnote_1_18080" id="identifier_1_18080" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="THE P. R. WARREN CO., BOSTON, MASS. 1905, Copyright, 1905 By Samuel L. Clemens; ein Original des gemeinfreien Textes finden Sie hier">1</a></sup> </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg" alt class="wp-image-7419" width="200" height="188" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg 400w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px"></a><figcaption class="wp-element-caption">»Ein Denkmal zur Verewigung meines Namens.« —</figcaption></figure></div>


<p class="has-text-align-right" style="font-size:22px">[Fortsetzung von <a href="https://slangtimes.com/2023-04-23/koenig-leopolds-selbstgespraech-2/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>] </p>



<p style="font-size:22px">Ja, sie plaudern alles aus, diese Schwätzer! Schreiben, ich würde den Eingeborenen unglaublich beschwerliche Steuern auferlegen – Steuern, die reiner Diebstahl seien; Steuern, die sie in Form von Kautschuk, den sie unter immer härteren Bedingungen zu sammeln hätten, sowie durch die entgeltlose Beschaffung und Bereitstellung von Nahrungsmitteln entrichten müssten – und dabei kommt alles heraus: Wenn sie aufgrund von Hunger, Krankheit, Verzweiflung oder der Strapazen ihrer unaufhörlichen und rastlosen Arbeit ihren Pflichten nicht nachkommen, ihre Häuser verlassen und aus Angst vor der Bestrafung in den Wald fliehen, sehen sie sich auf Weisung meiner belgischen Landsleute von meinen aus feindlichen Stämmen rekrutierten schwarzen Soldaten gejagt, abgeschlachtet und ihre Dörfer niedergebrannt. Nur einige Mädchen behält man für sich zurück. Sie verraten einfach alles: dass ich, durch jede nur denkbare Form von Mord, eine Nation von hilflosen Wesen auslösche, nur um mir die Taschen zu füllen. Was sie nie sagen, obwohl sie es sehr wohl wissen, ist, dass ich mich auch rastlos und tatkräftig für die Sache der Religion eingesetzt und Missionare (wenn auch nur von der »genehmen Sorte«, wie sie es nennen), hingeschickt habe, um sie auf den rechten Weg zu bringen und zu Ihm zu führen, der ganz Gnade und Liebe und allzeit rastloser Wächter und Freund aller Leidenden ist. Sie sagen nur, was gegen mich spricht; sie sagen nie, was für mich spricht. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2.jpg" alt class="wp-image-18027" width="238" height="288" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2.jpg 317w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2-248x300.jpg 248w" sizes="(max-width: 238px) 100vw, 238px"></a><figcaption class="wp-element-caption">»Jedenfalls haben sie als erste davor salutiert.«</figcaption></figure></div>


<p style="font-size:22px">Sie schreiben, dass England eine Untersuchungskommission zu den Grausamkeiten im Kongo verlangt und ich eine solche bestallt habe, um diese lästige Nation und ihre unselige Congo Reform Assocation aus Earls, Bischöfen, <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/John_Morley,_1._Viscount_Morley_of_Blackburn" target="_blank">John Morleys</a>, Universitätsgranden und anderen feinen Pinkeln zum Schweigen zu bringen, die sich mehr für die Angelegenheiten anderer Leute als für ihre eigenen interessiert. Hat ihnen das den Mund gestopft? Von wegen, sie wiesen lediglich darauf hin, die Kommission setze sich ausschließlich aus meinen »Kongo-Schlächtern« zusammen, »eben den Männern, deren Handlungen untersucht werden sollten«. Das käme, so meinten sie, der Ernennung einer Kommission von Wölfen zur Untersuchung von Übergriffen auf einen Schafstall gleich. Unmöglich, einen dieser vermaledeiten Engländer zufriedenzustellen!*</p>



<p style="font-size:22px">* [<em>Anmerkung von Mark Twain</em>]<em> </em>Laut den dort tätigen Missionaren, zeigte sich die Kommission — jüngsten Informationen zufolge — alles in allem durchaus an der Förderung von Reformen interessiert. Ein Kommissionsmitglied war ein führender kongolesischer Beamter, ein anderer ein Beamter der belgischen Regierung, der dritte ein Schweizer Jurist. Der Bericht der Kommission gelangt jedoch nur über den König selbst an die Öffentlichkeit und wird so ausfallen, wie der es für angezeigt hält; und er ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten, obwohl seit der Untersuchung bereits sechs Monate vergangen sind. Es gibt jedoch reichlich Belege dafür, dass schreckliche Missstände festgestellt und auch eingeräumt wurden; die Aussagen der Missionare, obwohl von den Verteidigern des Königs selbst zusammengetragen, wurden dabei weitgehend bestätigt. Ein Zeuge einer dieser Anhörungen der Kommission schreibt dazu: »Männer aus Stein wären gerührt von den Geschichten, die im Laufe der Untersuchung der schrecklichen Methoden beim Sammeln des Gummis durch die Kommission bekannt werden.« In der einen von der Kommission besuchten Sektion wurden denn auch gewisse Reformen angeordnet, aber letzten Meldungen zufolge wurden die Bedingungen nach der Abreise der Kommission schlechter als vor ihrer Ankunft. Nun gut, hat der König also selbst gegen sich ermittelt. Eine Etappe jedenfalls ist geschafft. Der nächste Schritt ist die Untersuchung der Verhältnisse im Kongostaat durch die Großmächte, die für die Gründung des Kongostaates verantwortlich sind. Die Vereinigten Staaten sind eine davon. Eine solche Untersuchung wird von Lyman Abbott, Henry Van Dyke, David Starr Jordan und anderen prominenten Bürgern in einer Petition an den Kongress befürwortet. – M. T. </p>



<p class="has-text-align-right" style="font-size:22px">[Fortsetzung folgt]</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_1_18080" class="footnote">THE P. R. WARREN CO., BOSTON, MASS. 1905, Copyright, 1905 By Samuel L. Clemens; ein Original des gemeinfreien Textes finden Sie <a rel="noreferrer noopener" href="https://archive.org/details/kingleopoldssoli00twai_0" target="_blank">hier</a></li></ol>]]></content:encoded>
					
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		<title>König Leopolds Selbstgespräch (2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Apr 2023 07:35:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Mark Twain brachte 1905 — mit all der ihm gemeinhin zugeschriebenen Naivität — sein Entsetzen über die ruchbar gewordenen Gräuel zum Ausdruck, die man im Namen des belgischen Königs Leopold II. im Kongo beging. Er tat dies in Form eines fiktiven Monologs, in dem der König seine Handlungsweise auf himmelschreiende Weise zu rechtfertigen versucht. Es [&#8230;]]]></description>
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<p style="font-size:24px"><strong>Mark Twain brachte 1905 — mit all der ihm gemeinhin zugeschriebenen Naivität — sein Entsetzen über die ruchbar gewordenen Gräuel zum Ausdruck, die man im Namen des belgischen Königs Leopold II. im Kongo beging. Er tat dies in Form eines fiktiven Monologs, in dem der König seine Handlungsweise auf himmelschreiende Weise zu rechtfertigen versucht. Es handelt sich hier um ein Stück — durchaus brutaler — Satire, wie man sie heute, wie’s aussieht, leider kaum noch findet</strong>. <strong>Satiriker würden sich denn ja auch gleich von mindestens  zwei Seiten kritisiert bis bedroht sehen</strong> … </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg" alt class="wp-image-7419" width="200" height="188" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg 400w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px"></a></figure></div>


<p style="font-size:22px">… von den Kritisierten und einem politisch ach so korrekten Mob, der Respekt vor jedem Schlächter verlangt, zumal wenn er »religiös« motiviert ist, wie das blutrünstige Gesindel in Teheran, das seit Jahrzehnten im Namen einer göttlichen Ordnung verfolgt, foltert, mordet. Ein Regime, das einen <strong>Salman Rushdie</strong> — einen britischen Staatsbürger obendrein! — zum Tode verurteilte, und das noch nicht mal einiger kleiner Scherze in einem Roman wegen, sondern letztlich weil das Regime ein Hühnchen mit den Briten zu rupfen hatte. Wenn Religion Staatsmacht erlangt, ist es nicht nur einfach, gegen Andersgläubige und Andersdenkende im Namen einer  göttlichen Ordnung anzugehen, es ist  auch einfach, selbst das schäbigste Eigeninteresse mit dieser göttlichen Ordnung zu verbrämen. </p>



<p style="font-size:22px">In dieser zweiten Portion von Leopolds zynischem Monolog passiert genau das: Leopold bezeichnet sich als ein von Gott eingesetzter und damit über jede Kritik erhabener Souverän. Jede Kritik an ihm kommt einer Gotteslästerung  gleich. </p>



<p style="font-size:22px">Eher witzig ist, dass Twain, der amerikanische Patriot, sich offensichtlich selbst auf den Schlips getreten fühlte, weil Leopold wohl als erste die Amerikaner dazu gebracht hatte, vor seiner im Kongo gehissten Flagge zu salutieren. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2022/02/st1r.png"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2022/02/st1r.png" alt class="wp-image-15893" width="97" height="103"></a></figure></div>


<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px"><strong>Mark Twain</strong> </p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px"><strong>König Leopolds Selbstgespräch<br>Eine Verteidigung seiner Herrschaft im Kongo</strong></p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px">1905 </p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:24px">in der Übersetzung von Bernhard Schmid © 2023<sup><a href="https://slangtimes.com/2023-04-23/koenig-leopolds-selbstgespraech-2/#footnote_1_17995" id="identifier_1_17995" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="THE P. R. WARREN CO., BOSTON, MASS. 1905, Copyright, 1905 By Samuel L. Clemens; ein Original des gemeinfreien Textes finden Sie hier">1</a></sup> </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg" alt class="wp-image-7419" width="200" height="188" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg 400w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px"></a><figcaption class="wp-element-caption">»Ein Denkmal zur Verewigung meines Namens.« —</figcaption></figure></div>


<p class="has-text-align-right" style="font-size:22px">[Fortsetzung von <a href="https://slangtimes.com/2023-04-16/koenig-leopolds-selbstgespraech-1/">hier</a>] </p>



<p style="font-size:22px">Diese Kanaillen – <em>alles</em> plaudern sie aus! Oh ja, alles: dass ich mit Tränen in den Augen von einer Großmacht zur anderen gepilgert bin, die Bibel im Mund, jede Pore meines Fells Frömmigkeit schwitzend, und eine wie die andere flehentlich bat, mir – als ihrem Statthalter – den riesigen, reichen und dicht bevölkerten Freistaat Kongo anzuvertrauen, auf dass ich Sklaverei und Sklavenjagd ausmerze und diese fünfundzwanzig Millionen sanftmütiger und unschuldiger Schwarzer aus der Finsternis ins Licht hebe, — das Licht unseres gesegneten Erlösers, das Licht, das seinem heiligen Wort entströmt, das Licht, das unsere edle Zivilisation so glorreich macht, — auf dass ich sie emporheben, ihre Tränen trocknen und ihre geschundenen Herzen mit Freude und Dankbarkeit erfüllen kann, — auf dass ich sie emporheben und ihnen begreiflich machen kann, dass sie nicht länger Ausgestoßene und Verlassene, sondern unsere Brüder in Christus sind; dass Amerika und dreizehn große europäische Staaten sich — voll Mitgefühl mit mir weinend — überzeugen ließen; dass ihre Vertreter sich in Berlin zu einer Konferenz trafen und mich zum Oberaufseher und Superintendenten des Staates Kongo bestallten, dabei unter größter Sorgfalt meine Befugnisse und Grenzen festlegten, um Leib, Leben, Freiheiten und Eigentum der Eingeborenen vor Schaden und Verletzungen zu bewahren; dass sie Gerichte einsetzten; dass sie den Handel mit Whisky und Waffen verboten, sonstigen Handel für die Kaufleute und Händler aller Nationen unumschränkt freigaben; und dass sie die Missionare aller Glaubensrichtungen und Konfessionen willkommen hießen und zu schützen versprachen. So schrieben sie über Planung und Vorbereitung meines dortigen Establishments, über die Auswahl meiner Beamtenschar — »Kumpane« und »Zuhälter« von mir, allesamt »abscheuliche Belgier« — darüber, dass ich meine Flagge aufgezogen und einen Präsidenten der Vereinigten Staaten »behumpst« hätte, sie als erster anzuerkennen und vor ihr zu salutieren. Sollen sie mich doch einen Lumpen schimpfen, wenn sie wollen; allein der Gedanke, eine Spur zu clever gewesen zu sein für diese Nation, die sich für ach so clever hält, ist mir eine tiefe Genugtuung. Ja doch, ich habe in der Tat einen Yankee ausgeschmiert – wie die Leute dort sagen. Piratenflagge? Sollen sie es ruhig so nennen — vielleicht ist sie das ja. Jedenfalls <em>haben sie als erste davor salutiert</em>. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2.jpg" alt class="wp-image-18027" width="238" height="288" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2.jpg 317w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2-248x300.jpg 248w" sizes="(max-width: 238px) 100vw, 238px"></a><figcaption class="wp-element-caption">»Jedenfalls haben sie als erste davor salutiert.«</figcaption></figure></div>


<p style="font-size:22px">Diese amerikanischen Missionare, so was von lästig! diese britischen Konsuln, so was von unverblümt! diese geschwätzigen Verräter unter der belgischen Beamtenschaft! — diese leidigen Papageien, die in einem fort reden, in einem fort aus der Schule plaudern. So haben sie gesagt, dass ich den Kongostaat zwanzig Jahre lang nicht als Treuhänder der Mächte, nicht als deren Agent, nicht als Untergebener, nicht als Aufseher regiert hätte, sondern als Souverän — als Souverän über ein fruchtbares Gebiet vom vierfachen Ausmaß des Deutschen Reiches, — als absoluter, niemandem verantwortlicher, über jedes Gesetz erhabener Souverän, der das Berliner Abkommen über den Kongo mit Füßen getreten hätte; der alle auswärtigen Handelsleute außer meiner eigenen Person ausgeschlossen hätte; der den Handel mittels Konzessionären, allesamt meine Kreaturen und Verbündeten, an sich gerissen hätte. Ich hätte Besitz ergriffen von diesem Staat, als mein ganz persönliches und alleiniges Eigentum; ich würde die Gesamtheit seiner ungeheuren Einkünfte als meine private »Beute« betrachten — meine und meine allein; ich würde Millionen von Menschen dort als mein Privateigentum, als meine Leibeigenen beanspruchen, sie als meine Sklaven halten; deren Arbeit, bezahlt oder unbezahlt, die von ihnen angebauten Nahrungsmittel gehörten nicht ihnen, sondern mir; der Kautschuk, das Elfenbein und alle anderen Reichtümer des Landes gehörten mir – mir allein – und würden für mich von Männern, Frauen und kleinen Kindern gesammelt, — unter Androhung von Peitsche, Kugel, Feuer, Hunger, Verstümmelung und dem Strang.</p>



<p style="font-size:22px">Dieses Ungeziefer! — es ist, wie ich sage, sie haben nichts, aber auch rein gar nichts zurückbehalten! Sie haben diese und noch weitere Einzelheiten enthüllt, über die sie schon aus Scham hätten schweigen müssen, schließlich handelt es sich dabei um Enthüllungen über einen König, eine heilige Persönlichkeit, die aufgrund seiner Wahl und Ernennung zu seinem großen Amt durch Gott selbst immun gegen Vorwürfe ist; einen König, dessen Handlungsweise nicht kritisiert werden kann, ohne Gott selbst zu lästern. Hat Gott sie nicht selbst von Anfang an im Auge gehabt, ohne Unzufriedenheit zu äußern, ohne sie zu missbilligen, ohne sie in irgendeiner Weise zu hemmen oder ihnen gar ein Ende zu machen? Das sind für mich Zeichen seiner Billigung dessen, was ich getan habe, seiner tief empfundenen, freudigen Billigung, das darf ich wohl sagen. Mit dieser großen Auszeichnung gesegnet, gekrönt, selig mit dieser goldenen, dieser unsagbar kostbaren Auszeichnung, – was kümmert es mich, wenn Menschen mich verfluchen und schmähen? [<em>mit einem plötzlichen Gefühlsausbruch</em>] Mögen sie eine Million Äonen rösten in — [<em>er beginnt schwer zu atmen, überzieht das Kruzifix mit überschwänglichen Küssen und murmelt dann kummervoll: »Diese indiskreten Worte bringen mir noch die ewige Verdammnis ein.«</em>] </p>



<p class="has-text-align-right" style="font-size:22px">[Fortsetzung <a href="https://slangtimes.com/2023-05-10/koenig-leopolds-selbstgespraech-3/">hier</a>]</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_1_17995" class="footnote">THE P. R. WARREN CO., BOSTON, MASS. 1905, Copyright, 1905 By Samuel L. Clemens; ein Original des gemeinfreien Textes finden Sie <a rel="noreferrer noopener" href="https://archive.org/details/kingleopoldssoli00twai_0" target="_blank">hier</a></li></ol>]]></content:encoded>
					
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