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	<title>Musik - SlangGuy&#039;s Blog</title>
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	<description>Über Slang, Übersetzen &#38; die Sprache dazu</description>
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	<title>Musik - SlangGuy&#039;s Blog</title>
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		<title>Kleine Welt – Aus meinem Buch der Zufälle: Lieber &#038; Glass</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 May 2023 09:10:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nachdem ich mir grade wieder mal seine Metamorphosen gegeben habe, musste ich doch tatsächlich mal nachschlagen: Der Komponist Philip Glass wurde diesen Januar 86. Nicht eben eine Jahreszahl, die Anlass für eine Reihe von Events sein dürfte wie etwa sein 75., zu dem es die Uraufführung seiner Symphony No. 9 in der Carnegie Hall und [&#8230;]]]></description>
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<p style="font-size:24px"><strong>Nachdem ich mir grade wieder mal seine <em>Metamorphosen</em> gegeben habe, musste ich doch tatsächlich mal nachschlagen: Der Komponist Philip Glass wurde diesen Januar 86. Nicht eben eine Jahreszahl, die Anlass für eine Reihe von Events sein dürfte wie etwa sein 75., zu dem es die Uraufführung seiner Symphony No. 9 in der Carnegie Hall und <strong>Ende Februar </strong>ein viertägiges Festival in der New Yorker Park Avenue Armory gab; aber für unsereins, die da sowieso nicht hinkönnen, mussten es schon damals Platten &amp; Interviews tun. Und wer würde sich da als Partner besser eignen als die New Yorker <em>Village Voice</em>, in deren Nähe der Mann damals seit Jahrzehnten schon wohnte …</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://de.7digital.com/artist/philip-glass/release/powaqqatsi-114523?f=12507" target="_blank" rel="https://de.7digital.com/artist/philip-glass/release/powaqqatsi-114523?f=12507 noopener"><img decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/phgl.jpg" alt class="wp-image-18047" width="175" height="175" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/phgl.jpg 350w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/phgl-300x300.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/phgl-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 175px) 100vw, 175px"></a></figure></div>


<p style="font-size:22px">Mit das Schöne an Interviews mit Kreativen ist, dass man immer wieder – so ganz nebenbei eigentlich – von Zufällen erfährt, die sonst unter den Tisch der Geschichte gefallen wären. Zufällen, die gerade mal nette Nebensächlichkeiten geblieben wären und andere, die größere bis große Folgen hatten. Im Fall von <strong>Philip Glass</strong> hat so ein Zufall immerhin dazu geführt, dass er die Einkünfte aus Verlagsrechten nicht mit einem Musikverleger teilen muss. Und das kam so…</p>



<p style="font-size:22px"><strong>Glass</strong> ist 1937 in Baltimore geboren. Seine Mutter war dort Bibliothekarin an der High School, die der junge Philip besuchte. Und eben diese High School besuchte, ein paar Jahre früher als Glass, ein anderer Junge, der weit früher als der sperrige Komponist ein Star werden sollte. »Er war ein kleines jüdisches Kerlchen«, erzählt Glass in einem Interview mit der <em>Village Voice</em>, »ständig piesackte ihn einer, aber bei meiner Mutter in der Bibliothek hatte er seine Ruhe. ›Das hat mich gerettet‹, hat er mir mal gesagt.«  </p>



<p style="font-size:22px">Das kleine Kerlchen war kein Geringerer als <a rel="noreferrer noopener" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jerry_Leiber" target="_blank"><strong>Jerry Leiber</strong></a>, Texter einiger der größten Songs der Popgeschichte — von »<strong>Hound Dog</strong>« über »<strong>Kansas City</strong>« und »<strong>Spanish Harlem</strong>« bis hin zu »<strong>Yakety&nbsp; Yak«</strong>. <strong>Leiber</strong> war 1933 in Baltimore zur Welt gekommen, ist also vier Jahre älter als <strong>Glass</strong>. Viel später in New York liefen die beiden sich dann wieder über den Weg. Und Jerry wollte sich für die Gefälligkeiten von Philips Mutter bei Glass revanchieren. »Ich sag dir das wegen deiner Mutter «, meinte er und klärte Glass in Sachen Verlagsrechte auf. Die Nachhilfe gipfelte in dem Rat, sich auf der Stelle als Musikverleger registrieren zu lassen – was Glass denn auch sofort tat. »Und ich kann Ihnen sagen«, erzählte er der <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.villagevoice.com/2012-02-01/music/philip-glass-act-east-village/" target="_blank"><strong><em>Village Voice</em></strong></a>, »das macht ganz schön was aus. Es hätte mir gehen können wie all den anderen.« Womit er sagen wollte, dass er – und er ist da einer von wenigen – heute alle Verlagsrechte an seinen Werken hat. Und wenn man sich so anguckt, wobei Musikverleger so mitkassieren, wird einem klar, dass da eine Menge Holz zusammenkommt, wenn man nicht teilen muss. </p>



<p style="font-size:22px">Aber man denke mal: Was für ein Zufall, dem er diesen glücklichen Umstand verdankt. Wer hätte ihn in dieser Angelegenheit besser beraten können als Jerry Leiber, der Autor von zahllosen Hits? Und wenn der vor den Bullys an der High School nicht ausgerechnet bei der Mutter des späteren Komponisten von <strong><em>Koyaanisqatsi</em></strong> Zuflucht gefunden hätte … </p>



<p>(<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Philip_Glass" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Titelbild Wikipedia gemeinfrei</a>)</p>


<p style="text-align: center;">~~~~~~~~~~~~~~~~~~~</p>
<table style="height: 170px; width: 470px;" border="0" align="center">
<caption>&nbsp;</caption>
<tbody>
<tr>
<td style="text-align: center;"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00006IRLI?ie=UTF8&amp;tag=slang-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3831130523&quot;" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-4512" title="1naquo" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2012/02/1naquo-150x150.jpg" alt width="150" height="150" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2012/02/1naquo-150x150.jpg 150w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2012/02/1naquo.jpg 300w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px"></a></td>
<td style="text-align: center;"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000001F4L?ie=UTF8&amp;tag=slang-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3831130523&quot;" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-4513" title="1koyan2" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2012/02/1koyan2-150x150.jpg" alt width="150" height="150" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2012/02/1koyan2-150x150.jpg 150w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2012/02/1koyan2.jpg 300w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px"></a></td>
<td style="text-align: center;"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000005IZ8?ie=UTF8&amp;tag=slang-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3831130523&quot;" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-4514" title="1powa" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2012/02/1powa-150x150.jpg" alt width="150" height="150" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2012/02/1powa-150x150.jpg 150w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2012/02/1powa.jpg 300w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px"></a></td>
</tr>
</tbody>
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		<title>John Barry, Harry Palmer &#038; das Geheimnis des Zymbals – gelöst!</title>
		<link>https://slangtimes.com/2021-01-10/john-barry-harry-palmer-das-geheimnis-des-zymbals-geloest/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2021 09:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich hatte hier, als ich seinerzeit die CD mit dem Soundtrack zu Sidney J. Furies&#160; The Ipcress File in der Post hatte, meiner Begeisterung für den Soundtrack des vom Bond-Paten Harry Saltzman produzierten Thrillers mit Michael Caine Luft gemacht. Besorgt hatte diesen Bond-Komponist John Barry, und während ich damals keine Ahnung hatte, wer auf die [&#8230;]]]></description>
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<div style="color:#ddd" class="wp-block-atomic-blocks-ab-spacer ab-block-spacer ab-divider-solid ab-spacer-divider ab-divider-size-1"><hr style="height:30px"></div>



<p style="font-size:28px">Ich hatte <a href="https://slangtimes.com/2012-06-13/john-barry-harry-palmer-das-geheimnis-des-cimbalom/">hier</a>, als ich seinerzeit die CD mit dem Soundtrack zu <strong>Sidney J. Furies</strong>&nbsp; <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ipcress_%E2%80%93_streng_geheim" target="_blank"><strong>The Ipcress File</strong></a> in der Post hatte, meiner Begeisterung für den Soundtrack des vom Bond-Paten <strong>Harry Saltzman</strong> produzierten Thrillers mit <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Caine" target="_blank"><strong>Michael Caine</strong></a> Luft gemacht. Besorgt hatte diesen Bond-Komponist <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/John_Barry_(Filmkomponist)" target="_blank"><strong>John Barry</strong></a>, und während ich damals keine Ahnung hatte, wer auf die famose Idee gekommen war, ausgerechnet eine überdimensionale Variante des guten alten  <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hackbrett" target="_blank"><strong>Hackbrett</strong></a><strong>s</strong> – mehr oder weniger ein offener Konzertflügel, der mit Klöppeln bearbeitet wird – einzusetzen, habe ich dieses Rätsel nun doch tatsächlich gelöst … </p>


<p>… nicht nur gelöst, sollte ich sagen, ich hatte des Rätsels Lösung seit Jahren schon auf einer der zahlreichen USB-Platten, die – mal zugeschaltet, mal nicht – an meinem Recherche-Computer hängen. Also lassen Sie mich das mal genauer ausführen …&nbsp; </p>


<p>Beim Durchforsten meiner stattlichen Reihe schöner schwarzer WD-Books nach etwas ganz anderem stieß ich neulich auf eine Datei mit dem rätselhaften, aber vielversprechenden Titel »john barry untitled.mp3«, hinter dem sich doch tatsächlich ein Interview mit <strong>John Barry</strong> verbarg, das seine Biografin <strong><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.amazon.de/John-Barry-Sixties-Midnight-English-ebook/dp/B0092GU526/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=Eddi+Fiegel+john+barry&amp;qid=1609845739&amp;s=books&amp;sr=1-1" data-type="URL" data-id="https://www.amazon.de/John-Barry-Sixties-Midnight-English-ebook/dp/B0092GU526/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=Eddi+Fiegel+john+barry&amp;qid=1609845739&amp;s=books&amp;sr=1-1" target="_blank">Eddie Fiegel</a></strong> mit dem Maestro geführt hatte. Wow, was für ein Fund! Ich hatte das mal aufgenommen, als es unter dem Titel <strong>The Lost Tapes</strong> auf BCC Radio 4 zu hören war. Entweder hatte ich es nur aufgenommen und nie angehört oder, was weit wahrscheinlicher ist bei meinem Gedächtnis – oder dem Mangel an selbigem – gehört und wieder vergessen. Tatsache ist, dass hier des Rätsels Lösung aus dem Munde des Mannes selbst zu hören ist. Aber lassen Sie mich etwas ausholen … </p>



<p><strong>John Barry</strong> hat die Musik zu über 100 Filmen geschrieben und wurde für seine Soundtracks gleich mehrfach mit dem <strong>Oscar</strong> ausgezeichnet. Am bekanntesten ist er natürlich für seine James-Bond-Soundtracks, die übrigens der einen Hälfte des Produzentenpaars – <strong>Harry Saltzman</strong> – nie gefielen! Er wollte weder <strong>Shirley Basseys</strong> »<strong>Goldfinger</strong>« haben, noch ihr »<strong>Diamonds Are Forever</strong>«, worauf John Barry schließlich der Kragen platzte: Er forderte Saltzman auf, ihm die ersten paar Takte von »<strong>God Save The Queen</strong>« zu singen und warf ihm vor, schlicht unmusikalisch (»tone deaf«) zu sein – worauf Saltzman aus seiner Wohnung stürmte und wütend die Tür hinter sich zuknallte. Sein Partner <strong><a rel="noreferrer noopener" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Albert_R._Broccoli" data-type="URL" data-id="https://en.wikipedia.org/wiki/Albert_R._Broccoli" target="_blank">Cubby Broccoli</a></strong> gab auf den Schock hin über einem Glas Jack Daniels kleinlaut grünes Licht. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<p class="responsive-video-wrap clr"><iframe title="Diamonds Are Forever (1971) Official Trailer - Sean Connery James Bond Movie HD" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/9yOamj4mlnE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
</div></figure>


<p><strong>John Barry</strong>, der – stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen – damals ohnehin nur mehr ein eher laues Interesses an Bond hatte, stieg denn auch erst mal aus; Beatles-Produzent <strong>George Martin </strong>stieg für <em><strong>Live and Let Die</strong></em> ein, für den <strong>Paul McCartney</strong> den phantastischen Titelsong komponierte, der jedoch – meiner Ansicht nach – erst später in der atemberaubenden Version von <strong>Guns n’ Roses</strong> so richtig zur Geltung kam. Es bedurfte einiger Überredung, Barry wieder für Bond zu gewinnen, aber die Luft war – für ihn – raus.</p>


<p>Übrigens war Barry auch dafür verantwortlich, dass <strong>Harry Nillsons</strong> »<strong>Everybody’s Talkin’</strong>« nach heftigem Widerstand der Offiziellen in den legendären Streifen <strong><em>Midnight Cowboy</em></strong> kam, bei dem Barry nicht nur als Komponist verantwortlich war, sondern auch die musikalische Leitung hatte. Diese Episode schildert <strong>Eddie Fievel</strong> in ihrer bereits erwähnten John-Barry-Biographie <strong><em>John Barry: A Sixties Theme</em></strong>, die ich mir nun auch als Kindle-e-Book gezogen habe. Ich hoffe, ich komme irgendwann mal dazu … </p>



<p>Aber beginnen wir von vorn, schließlich soll es hier um den Soundtrack zu der <strong>Len-Deighton</strong>-Verfilmung <strong><em>The Ipcress File</em></strong> gehen. <strong>John Barry</strong> hatte als Trompeter Swing gespielt, als plötzlich der Rock ’n’ Roll lärmig auf die Weltbühne trat. Das stellte über die Jugendkultur hinaus eben auch die musikalische Welt auf den Kopf. Er fand die neue Mucke durchaus faszinierend, das Problem für ihn war nur, dass das Genre eines Sängers bedurfte und er eben Instrumentalmusik machen wollte. Genialer Arrangeur, der er war, hatte er einige Riesenhits mit der britischen Ausgabe von <strong>Buddy Holly</strong>, dem Sänger <strong>Adam Faith</strong>. Mit seiner eigenen Truppe <strong>The John Barry Seven</strong> hatte er 1960 einen Riesenhit mit dem Instrumental »Hit and Miss«. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<p class="responsive-video-wrap clr"><iframe title="John Barry Seven - Hit &amp; Miss &quot;Live&quot; 1960" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/nxn5BdoVr_g?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
</div></figure>



<p>Hier sind nicht nur Anklänge an <strong>Duane Eddys</strong> »Twang«-Sound zu hören, sondern eben auch an die legendäre James-Bond-Melodie, die zwar <strong>Monty Norman</strong> – der erste, aber rasch gefeuerte Bond-Komponist – für <strong><em>Dr. No</em></strong> komponiert hatte, aber letztlich eben erst durch John Barrys Arrangement zur Legende wurde. Überhaupt sollte man hier anmerken, dass es in der Musik damals kaum den <strong>Produzenten</strong> gab, wie wir ihn seit den 60ern kennen. Wie Barry selbst in dem Interview erzählt, war damals bei den Aufnahmesessions ein <strong>A&amp;R-</strong>Typ mit von der Partie, der mehr oder weniger zweckfreie Kommentare zu dem Gehörten abgab. Überhaupt schaffte Barry alles, womit er Triumphe feierte, gegen den Widerstand phantasieloser Geister, die nicht über den Rand ihres flachen Tellerchens hinaussahen. Wie er in dem Interview so schön sagt: »Nobody knows until they know.« Bis ihnen die Leute sagen, was ihnen gefällt. Und wenn der Erfolg sich dann einstellte, taten sie ihre Ignoranz lachend ab: Wir machen doch alle Fehler. Erinnert mich stark an meine Erfahrungen als <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.slangtimes.com/bernhardschmid/" data-type="URL" data-id="https://www.slangtimes.com/bernhardschmid/" target="_blank">Übersetzer</a> mit dem Lektorat, das bei mir leider denn doch immer mehr oder weniger das letzte Wort hat. Man kommt gegen Ignoranz eben schlicht schlecht an. Format, Format, Format – darüber kommen Kleingeister eben nicht hinaus. Wie auch immer, es waren <strong>Adam Faiths</strong> Filme, allen voran <strong><a rel="noreferrer noopener" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Beat_Girl" data-type="URL" data-id="https://en.wikipedia.org/wiki/Beat_Girl" target="_blank">Beat Girl</a></strong><sup><a href="https://slangtimes.com/2021-01-10/john-barry-harry-palmer-das-geheimnis-des-zymbals-geloest/#footnote_1_15172" id="identifier_1_15172" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="das nachfolgende Poster kommt aus der Wikipedia">1</a></sup>, die Barry die Möglichkeit gaben, endgültig in die Filmbranche überzuwechseln. </p>



<p>Im Gegensatz zu meiner Wenigkeit konnte Barry sich aber eben doch immer durchsetzen; er entwickelte seine eigene Technik, machte alles allein. Das ging soweit, dass <strong>Maurice Binder</strong> seine nicht weniger legendären Titelsequenzen – den Vorspann zu den Bond-Filmen – nach Barrys Musik gestaltete. Wie Barry erzählte, bekam der Vorspann zu <strong><em>Goldfinger</em></strong> im Kino eine Ovation, so hingerissen waren das Publikum von den revolutionären Bildern zu der nicht weniger revolutionären Musik. Revolutionär? Nun, dass bei der Musik zu <strong><em>Dr. No</em></strong> – für den es noch keinen Vorspann gab – auf die rockige Twangy-Gitarre ein Swing-Middle folgt, das war seinerzeit total neu – buchstäblich unerhört! </p>


<p><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2021/01/BeatGirlUKPoster.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-15206 size-full alignleft" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2021/01/BeatGirlUKPoster.jpg" alt width="320" height="238" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2021/01/BeatGirlUKPoster.jpg 320w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2021/01/BeatGirlUKPoster-300x223.jpg 300w" sizes="(max-width: 320px) 100vw, 320px"></a></p>


<p>Eine witzige Anekdote zu <strong>Shirley Basseys</strong> »<strong>Goldfinger</strong>« erzählt Barry in dem Interview. Er guckt im Branchenblatt <strong>Billboard</strong> nach seinem Titel, ging die 90er durch, fand den Song. In der nächsten Ausgabe sucht er in den 90ern, fand nichts, ging die 80er durch. Nichts. »Das hast du vermasselt«, sagte er sich, zutiefst enttäuscht. Aber als er das Heft am Abend nochmal zur Hand nahm, sah er, dass er auf Platz 1 war – die Beatles auf Platz 2. »I went crazy.« Er hatte schon gedacht, der taube Saltzman könnte doch recht gehabt haben. Bei <strong><em>Diamonds</em></strong> wiederholte sich das wie gesagt: »Gefällt mir nicht, ich will so was nicht in meinem Film.« Tja. der Erfolg gab ihm auch diesmal recht. </p>


<p>Aber nach all dem Background nun endlich zu dem bahnbrechenden Thriller <em><strong>The Ipcress File</strong></em>. Barry hatte sich einige Zeit vorher schon mit dessen damals eher unbekanntem Hauptdarsteller <strong>Michael Caine</strong> angefreundet. Mittellos, hatte Caine damals noch nicht einmal eine eigene Wohnung. Irgendwann klingelte er nachts um zwei bei Barry. Er habe keine Bleibe, hätte Barry nicht vielleicht ein Zimmer für ihn – nur für ’n paar Tage? Barry hatte und Michael blieb – »für eine Ewigkeit«, wie es schien. Caine schien ständig Geschirr zu zerdeppern, das er dann mit Spucke wieder zusammenpappte. Als Barry sich dann morgens vor Arbeitsbeginn eine Tasse Tee einschenkte, hatte er gerade mal einen Henkel in der Hand. Caine war jedoch dann bereits auf Arbeitssuche. Mit der Knete, mit der er für&nbsp; <em><strong>The</strong> <strong>Ipcress File</strong></em> rechnen konnte, kaufte Caine sich dann eine eigene Wohnung. Ich entsinne mich noch eines Interviews mit Michael Caine, in der er sich gefragt sah, ob ihm die Musik zu dem Film bekannt war. Worauf Caine meinte, natürlich, er habe Barry doch Nacht für Nacht an dem verdammten Teil rumbasteln hören. (Ich hoffe, ich finde das noch mal.)</p>


<p>Was nun das Cimbalom – ist das dasselbe wie ein Zymbal? – anbelangt, so war dessen Einsatz – in Beantwortung meiner ersten Frage: »Wer kam auf die Idee, das merkwürdige Teil in einem Thriller einzusetzen?« – seine ureigene Idee. »Warum nehmen wir nicht ein Cimbalom«, fragte er bei einer Beratung bezüglich des Soundtracks den Produzenten des Films  <strong>Bryan Forbes</strong> (dessen leider nie übersetzter Roman <strong><em>The Rewrite Man</em></strong> übrigens herrliche Einblicke ins Filmgeschäft – und Hollywoods Verständnis von europäischer Geschichte – liefert). »Was in aller Welt ist das denn?«, fragte der überrascht. Nun, sehen Sie – mit freundlicher Unterstützung von <strong>Wikipedia</strong> – selbst: </p>



<figure class="wp-block-image size-large is-style-default"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2021/01/Cimb1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="777" height="493" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2021/01/Cimb1.jpg" alt class="wp-image-15212" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2021/01/Cimb1.jpg 777w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2021/01/Cimb1-300x190.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2021/01/Cimb1-768x487.jpg 768w" sizes="(max-width: 777px) 100vw, 777px"></a><figcaption><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Cimbalom" data-type="URL" data-id="https://en.wikipedia.org/wiki/Cimbalom" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wikipedia</a></figcaption></figure>



<p>Inspiriert hatte Barry dazu <strong>Anton Karras</strong>’ Zither-Melodie zu <strong>Orson Welles</strong>’ Klassiker <strong><em><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Der_dritte_Mann" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Der_dritte_Mann" target="_blank">Der dritte Mann</a></em></strong>. Ich erinnere mich an ein Interview mit dem Regisseur <strong>Carol Reed</strong>, der erzählte, dass er während der Dreharbeiten in Wien eines Abends mit seinem Team in einem <strong><a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Beisl" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Beisl" target="_blank">Beisl</a></strong> saß, in dem Karras – zum Heurigen? – aufspielte. Fasziniert, forderte Reed den Wiener Volksmusiker auf, ihm eine Titelmelodie zu schreiben. Karras, meinte, das könne er nicht, schrieb ihm dann aber doch das phantastische Stückchen Zithermusik. Ebenfalls eine Zither zu benutzen, kam für einen Vordenker wie Barry natürlich nicht in Frage, das wäre denn doch zu platt gewesen, zu banal für eine Musik, die tatsächlich als <strong>Hommage an Karras’ Musik </strong>gedacht war. Er hatte jedoch in London einen Bekannten, der Musikinstrumente aus aller Welt zusammentrug und sie zu spielen lernte. Barry schrieb die Musik und sein Freund spielte sie ihm nach seinen Vorstellungen ein. </p>



<p>Es kam genau das heraus, was er sich vorgestellt hatte. »Ein einsamer Held, und der dazu passende Sound.« Die Töne immer schön ausklingen lassen. Den ganzen Film hindurch. »Er traf es haargenau.« Michael Caines damalige Freundin schlug vor, doch bei der Premiere am Kino am Leicester Square vorbeizufahren – und da standen die Leute rund um den Block Schlange! Für einen Film mit einem merkwürdigen Titel und einem so gut wie unbekannten Hauptdarsteller als Held. </p>



<p>Ps.: Für die Fachleute: Falls ich Ihnen mit dem Begriff »Hackbrett« etwas zu leichtfertig umgegangen bin, belehren Sie mich doch bitte gern in einem Kommentar. </p>



<p class="responsive-video-wrap clr"><iframe title="John Barry - The Ipcress File (theme)" width="1200" height="900" src="https://www.youtube.com/embed/i2Jw6_Xgszk?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>


<p>Ist das nicht herrlich? Wenn Sie noch hier sind, freut mich das. Für mich ein kleiner Triumph, das Rätsel dieser mysteriösen Klänge gelöst zu haben. Haben Sie herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. </p><ol class="footnotes"><li id="footnote_1_15172" class="footnote"> das nachfolgende Poster kommt aus der Wikipedia</li></ol>]]></content:encoded>
					
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		<title>Scanscore — soll wohl ’n Scherz sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2020 07:13:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit am Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[PC]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich möchte hier – auf Bitte des Herstellers – darauf hinweisen, dass es sich im Folgenden um einen Bericht über meine Erfahrungen ausschließlich mit der Version 2 der Software handelt. Das scheint mir mir nur fair. Der Hersteller versichert, dass ScanScore seither weit besser geworden ist und sich weiter verbessern wird. Ist dieser Beitrag veraltet? [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:20%"><div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2025/01/ach6ung.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="195" height="198" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2025/01/ach6ung.png" alt class="wp-image-24131" style="width:auto;height:100px"></a></figure></div></div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:70%">
<div style="height:14px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p style="font-size:20px;font-style:italic;font-weight:900">Ich möchte hier – auf Bitte des Herstellers – darauf hinweisen, dass es sich im Folgenden um einen Bericht über meine Erfahrungen ausschließlich mit der Version 2 der Software handelt. Das scheint mir mir nur fair. Der Hersteller versichert, dass ScanScore seither weit besser geworden ist und sich weiter verbessern wird. Ist dieser Beitrag veraltet? Meine Enttäuschung über die Software ist ebenso historischer Fakt wie das ausgegebene Geld und die verplemperte Zeit. Meine kritischen Bemerkungen – ich weise noch mal darauf hin, dass es sich nicht um eine »Rezension« handelt – sind also so »aktuell« wie jede andere Erfahrung auch, da Erfahrung nun mal Vergangenheit impliziert. Sie lässt sich nicht mehr ändern. Schauen Sie sich also bitte unbedingt die jüngste Version von ScanScore an. Vielleicht gibt es ja mittlerweile die eigentlich übliche Möglichkeit, das Programm erst ein paar Tage auszuprobieren. Vergleichen Sie die Ergebnisse mit den meinen. Interessierten diese Möglichkeit zu bieten, ist wohl nur fair. Es liegt mir fern, hier jemandem zu schaden. Den Schaden hatte ja wohl ich … </p>
</div>
</div>


<p>Über meine Erfahrungen mit der Notenscan-Software <strong>Scanscore (Version 2) <br></strong></p>
<p>Vorab: ich bin <strong>kein</strong> Softwaretester und es handelt sich hier nicht eigentlich um einen systematischen Test, sondern lediglich um einen Versuch, der aus reiner Frustration zu einer unsystematischen, aber doch umfangreichen Testreihe ausgeartet ist. Das Ganze ist also eher ein <strong>Erfahrungsbericht</strong>, der für andere Zeitgenossen wie mich gedacht ist: Leute, die hier und da mal aus Spaß an der Freude zu ihrem Instrument — in meinem Fall die Gitarre — greifen, um an Hand einiger Notenbeispiele ein bisschen dazuzulernen. Dazu hätte man, da man’s als Amateur mit dem Zählen nicht unbedingt hat, das einzustudierende Teil vielleicht gern mal als Midi-Datei o.ä. gehört. Alles klar?</p>
<p>Gegenteilige Erfahrungen? Oder gar einen Tipp für mich? Bitte gerne unten in die Kommentarspalte!</p>


<p>Na dann …</p>


<p>Für die Ungeduldigen will ich meine eher kurze Erfahrung mit der Notenscan-Software <strong>Scanscore</strong> gleich mal vorwegnehmen und auf den Punkt bringen – um Ihnen die dreißig Mücken, zu schweigen von den drei, vier enttäuschenden Stunden zu ersparen, die ich darauf verschwendet habe: Es ist mir nicht mal gelungen, eine einzige simple Probezeile damit hinzubekommen, auch nicht durch Nachbearbeitung. </p>


<figure class="wp-block-image size-large is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="112" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile1-1024x112.jpg" alt class="wp-image-14791" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile1-1024x112.jpg 1024w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile1-300x33.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile1-768x84.jpg 768w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile1-1536x169.jpg 1536w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile1-2048x225.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px"></figure>


<p>Und ebenfalls vorab: Diese Stunden verteilen sich auf mehrere Anläufe, sprich mehrere Tage, will sagen, ich habe nicht einfach frustriert nach dem ersten misslungenen Anlauf das Handtuch geschmissen, sondern – nach dem Motto, »das muss doch wohl zu machen sein!« – des Öfteren frischen Mutes neu angesetzt.</p>
<p>Aber egal, wie viele Oberlehrer da nun mit dieser Software auf YouTube ihren geplagten Kindern komplexe Partituren umgeschrieben haben wollen, ich hab’ s nicht hingekriegt. </p>
<p>Und falls sich jetzt der eine oder fragt, warum ich überhaupt Zeit auf so eine simple Zeile verschwenden sollte, der trifft den Nagel damit genau auf den Kopf. Eben, ich kann das auch »ohne Computer« problemlos spielen, aber gerade weil die Zeile so simpel ist, sollte doch wohl auch eine so komplexe Software damit keine Probleme haben. Anders gesagt: Ich kann mir das nicht erklären.</p>
<p><strong>Exkurs:</strong> Die ganze Geschichte erinnert mich fatal an das erste OCR-Programm, das ich mir kaufen wollte, Recognita hieß das und hätte mich sage und schreibe 3000 Emmen gekostet, hätte ich nicht zufällig zuvor mitbekommen, mit welcher Mühe der Herr im Computerladen seine Probeseite präpariert hatte, damit das Einlesen auch recht beeindruckend flutscht. Außerdem habe ich mir gottseisgedankt überlegt, was eine Erkennungsgenauigkeit von 97% — waren es, glaub’ ich jetzt mal — eigentlich bedeutet: drei Fehler pro 100 Zeichen, macht bei einer Buchseite von — sagen wir mal — 3000 Zeichen etwa 90 Fehler. Das auf ein Buch gerechnet … Viel Spaß beim Korrigieren!</p>
<p>Aber für alle, die Genaueres wissen wollen, kommen wir endlich zur Sache. Vielleicht hilft das hier ja dem einen oder anderen doch, sei es bei der Kaufentscheidung, sei es, weil er bereits für die Software berappt hat und jetzt nicht weniger frustriert vor dem Problem steht als ich …</p>
<p>Also, ich hatte eine Seite aus einem frisch erstandenen, will sagen blütenweißen Notenbüchl eingescannt, zehn einstimmige Zeilen, und den Scan dann in <strong>ScanScore</strong> eingelesen. Einige Zeilen der Seite waren durchaus fehlerfrei, was Mut machte und damit das Endergebnis umso frustrierender.</p>
<p>Ich habe mich dann von den fehlerbehafteten Zeilen auf diese eine kapriziert, weil ich dachte, das kriegste ja wohl in den Griff. Kannste dir dabei gleich den Umgang mit der Software draufschaffen.</p>
<p>Ich kann hier die Reihenfolge meiner Experimente nicht korrekt wiedergeben. Das Ganze war ja nicht als »Test« konzipiert, ich dachte ja, ich bekomme das nach den üblichen Anfangsschwierigkeiten, die jede neue Software mitbringt, schon irgendwie hin. Ich habe erst Screenshots gemacht, als es mir partout nicht gelingen wollte, die Zeile fehlerfrei als MIDI abzuspielen. (<strong>ScanScore</strong> hat – an sich sehr praktisch – einen eingebauten Spieler.)</p>
<p><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-14796 aligncenter" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile2-300x83.jpg" alt width="300" height="83" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile2-300x83.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile2.jpg 658w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a></p>
<p>“Original” bezeichnet meinen Original-Scan; “Scan” bezeichnet das Scan-Ergebniss von <strong>ScanScore.</strong></p>
<p>Hierzu habe ich mir notiert: 24bit Farbe / 300dpi / Standard (gescannt habe ich mit der üblichen TWAIN-Schnittsstelle über <strong>Xnview</strong>: da lässt sich zwischen Foto, Text, Standard, etc. wählen; und an meinem sündhaft teuren Scanner liegt’s auch nicht. Aber damit möchte ich hier niemanden langweilen.)&nbsp;</p>
<p>Tatsache ist, dass so gut wie alle Ergebnisse in etwa auf dieses Resultat hinauslaufen. (Der lange Balken am Anfang ist nur der Cursor der Software, bitte nicht beachten.) Fehlerfrei eingelesen wurde sie jedenfalls nie. </p>


<ul class="wp-block-list">
<li>Wo zum Geier ist die vierte Note, das Fis? Dasselbe gilt für die 12. Note, das G, und die 16. wieder ein Fis. So gut wie alle Scans haben diese doch wohl unverzeihlichen Fehler. Ich meine, die Notenköpfe sind doch wohl nicht zu übersehen bzw. mit irgendwas anderem zu verwechseln…</li>



<li>Alle <strong>ScanScore</strong>-Scans dieser Zeile setzen Taktstriche, wo keine sind, oder lassen welche weg. Die Zeile hat nur drei Takte! </li>
</ul>


<p>Und um’s gleich vorwegzunehmen. Ich habe mir sogar die Mühe gemacht, die <strong>Akkordnamen</strong> oben zu entfernen, um das arme Programm nicht zu überfordern. Aber daran kann’s wohl auch nicht gelegen haben:</p>
<p><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-14798 aligncenter" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile3-300x94.jpg" alt width="300" height="94" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile3-300x94.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile3.jpg 670w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a></p>
<p>Und witzigerweise hat, was die Akkordbezeichnungen angeht, ausgerechnet der »dünnste« Scan mit 150dpi, das schönste, wenn auch nicht fehlerfreie Ergebnis gebracht. (Wenn das hier nicht ganz so deutlich lesbar ist wie im Original, dann weil ich die jpgs fürs Web auf die kleinstmögliche akzeptable Größe heruntergerechnet habe.)</p>
<p><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-14799 aligncenter" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile4-300x71.jpg" alt width="300" height="71" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile4-300x71.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile4.jpg 670w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a></p>
<p>Wie gesagt, im Original-Screenhsot sind die Akkordbezeichnungen sehr schön zu lesen. Warum der FisMajor7-Akkord fehlt, keine Ahnung. Und falls hier jetzt jemand meint, na ja, was willste auch mit 150dpi, dann nochmal: es war ein Probeschuss, nachdem das mit 300dpi nicht ging. Aber um den Klugscheißern unter Ihnen gleich einen Schuss vor den Bug zu setzen, hier derselbe S/W‑Scan mit 600dpi:</p>
<p><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-14801 aligncenter" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile5-300x83.jpg" alt width="300" height="83" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile5-300x83.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile5.jpg 664w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a></p>
<p>Mein lieber Scholli! Weiter hätten Sie ja wohl nicht daneben liegen können, was? Fragen Sie mich nicht, wie das zustandekommt. Die genannten Noten fehlen, soweit ich erkennen kann, immer noch. Und darüber hinaus ist eine Menge Mist drin, weil 600dpi nun mal eine Menge mehr Mist aufpicken als 300.</p>
<p>Man könnte natürlich jetzt auch noch stundenlang mit Kontrast und was weiß ich für <strong>Einstellungen am Scanner</strong> experimentieren, aber Herrgottnochmal, man wollte doch nur <strong>eine simple Zeile als MIDI hören!</strong> Selbst ein blutiger Anfänger hätte die Zeile in der bisher mit <strong>ScanScore</strong> verbumsten Zeit längst drauf auf seiner Klampfe.</p>
<p>Ich erspare Ihnen weitere unterschiedliche Scan-Versuche meinerseits und was <strong>ScanScore</strong> damit gemacht hat, und zeige Ihnen lieber einige der folgenden Bearbeitungsschritte. Bitte immer daran denken, dass es <strong>bei all dem Aufwand</strong> nur um eine poplige Notenzeile mit gerade mal 21 – wenn ich richtig zähle – Noten geht.</p>
<p><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-14803" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile6-300x74.jpg" alt width="300" height="74" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile6-300x74.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile6.jpg 670w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a></p>
<p>Wie Sie sehen, lassen sich die Taktstriche einsetzen bzw. löschen, fehlende Noten einsetzen, auch die Notenbalken über den Achteln lassen sich beliebig in Zweier- oder Vierergruppen umwandeln. Man muss sich nur ’n bisschen im Handbuch umsehen. Wie gesagt, jede Software will eine Einarbeitung …</p>
<p><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-14804" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile7-300x75.jpg" alt width="300" height="75" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile7-300x75.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile7.jpg 670w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a></p>
<p><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile8.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-14805" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile8-300x73.jpg" alt width="300" height="73" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile8-300x73.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile8.jpg 670w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a></p>
<p>Das Problem ist nur, dass nach all der Mühe mit popligen 21 Noten, <strong>ScanScore</strong> noch immer darauf besteht, dass die letzten beiden Takte nicht stimmen: drei von zwei Takten, Herrgottnochmal! Und was soll das mit den Stimmen, auf die die blauen Zahlen verweisen. Es ist doch nur eine einzige Zeile, Herrgottnochmal!</p>
<p><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile9.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-14806" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile9-300x71.jpg" alt width="300" height="71" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile9-300x71.jpg 300w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2020/10/Zeile9.jpg 670w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></a></p>
<p>Und wenn Sie nun denken, das spiele keine Rolle, es sehe doch alles ganz gut aus, dann haben Sie vergessen, dass <strong>ich ja bereits ein perfektes Heft gekauft</strong> &amp; zum Üben &amp; Vollschmieren <strong>einen sauberen Scan daraus vor mich hinlegen kann. Ich wollte aber eine kleine MIDI-Datei haben.</strong> Und die setzt nun mal immer noch — es ist zum Verrücktwerden! — unnötige Pausen dort, wo früher mal die überflüssigen Taktstriche gesetzt waren.</p>
<p><strong>Handtuch! <em>I’m getting too old for this shit …&nbsp;</em></strong></p>
<p>Wenn ich, um die MIDI-Datei zu bekommen, die Noten gleich in <strong>TuxGuitar</strong> oder <strong>MuseScore</strong> eingetippt hätte, was mir zu mühselig schien &amp; weshalb ich ja überhaupt erst auf die Schnapsidee kam, die 29 Mücken für <strong>ScanScore</strong> hinzulegen, also wenn ich das gleich gemacht hätte, dann hätte ich nach all den Stunden nicht nur die eine Zeile, sondern die ganze gottverdammte Lektion längst in passablem Tempo drauf.</p>
<p>Bloß nebenbei. Da die erste Ausgabe beim Üben zerfiel &amp; die zweite verschütt ging, hab ich mir <em><strong>Mickey Baker’s Jazz Guitar</strong></em> mittlerweile zum dritten Mal gekauft, und wenn – nach 60 oder was Jahren! – endlich jemand auf die Idee käme, eine CD zu diesem Klassiker einzuspielen, dann wäre das ganze Theater gar nicht nötig gewesen …</p>]]></content:encoded>
					
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