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	<title>Jargon - SlangGuy&#039;s Blog</title>
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	<description>Über Slang, Übersetzen &#38; die Sprache dazu</description>
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	<title>Jargon - SlangGuy&#039;s Blog</title>
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		<title>Linguistische Aspekte des Slang (7)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 17:38:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[British Slang]]></category>
		<category><![CDATA[Culture]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
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					<description><![CDATA[E.B. Tylor – Linguistische Aspekte des Slang (7) Macmillan’s Magazine, Vol. XXIX (1873–74) pp. 502–513 Übersetzung © Bernhard Schmid (Fortsetzung von) So manches Wort, dessen hohes Alter durch seine Überlieferung in der Literatur oder das nahezu gleichwertige Zeugnis seiner Verbreitung in regionalen Dialekten erwiesen ist, findet im Alter ein Zuhause und manchmal sogar eine Erneuerung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 		A:link { so-language: zxx } --><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/06/SlaCov1111.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-1470" title="SlaCov111" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/06/SlaCov1111.jpg" alt width="170" height="252"></a> <strong>E.B. Tylor – Linguistische Aspekte des Slang (7) </strong></p>
<p>Macmillan’s Magazine, Vol. XXIX (1873–74) pp. 502–513</p>
<p>Übersetzung © Bernhard Schmid</p>
<p>(Fortsetzung <a href="https://slangtimes.com/2010-05-29/linguistische-aspekte-des-slang-6/" target="_self">von</a>)</p>
<p>So manches Wort, dessen hohes Alter durch seine Überlieferung in der Literatur oder das nahezu gleichwertige Zeugnis seiner <strong>Verbreitung in regionalen Dialekten</strong> erwiesen ist, <strong>findet im Alter ein Zuhause und manchmal sogar eine Erneuerung seiner Jugend im Slangwörterbuch</strong>. So verhält es sich mit dem Verb <em>to lift</em> in seiner alten Bedeutung von <em>stehlen</em>; es ist aus dem modernen Gebrauch verschwunden und der guten Gesellschaft hauptsächlich durch Geschichten über die ausgestorbene Rasse der schottischen Grenzheroen bekannt, bei denen <em>lifting</em> sich auf den Diebstahl von Herden bezog. Das <strong>Diebesvolk</strong> der modernen Stadt jedoch behielt es in seinem Jargon. »There’s a clock been lifted« bedeutet laut Hotten, dass eine Uhr gestohlen wurde. Aus dem <strong>Slang der Diebe</strong> hat das Wort mit »<strong>shoplifting</strong>« zurück in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden; es bedeutet nun, unter dem Vorwand, etwas zu kaufen, von der Ladentheke zu stehlen.<a name="_ftnref1" href="#_ftn1"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman;"><span style="font-size: small;">[1]</span></span></span></a><span id="more-1467"></span></p>
<p><em>To tout </em>ist ein <strong>gutes altes Wort</strong> mit der Bedeutung schnüffeln, spähen, Ausschau halten; <em>to tote in</em> hieß in der alten Zeit, dass ein Mann in einer Schenke vorbeischaute; <em>to toot</em> hieß, im Gebüsch nach Vögeln zu spähen; dann wandte man es speziell auf Männer an, die Händler und Ladenbesitzer losschickten, um sich auf der Hauptstraße nach Kundschaft umzusehen; und so ist es denn zum <strong>Slang</strong> abgesunken. <strong>Halliwell</strong> nennt das Wort <strong><em>tommy</em></strong> mit der Bedeutung <em>Proviant</em> und schreibt es verschiedenen Dialekten zu. Es ist gegenwärtig in der Schicht der Bau- und Erdarbeiter geläufig und scheint speziell zu den Iren gehören. Vor etwa einem Jahr schlug ein gewisser Hugh Hagan einem unehelichen Kind mit einem Kantholz auf den Kopf; er hatte der Mutter des Kindes, bevor er es getötet hatte, gesagt: »Der Balg sollte nicht leben, da er guten Kindern ihr <em>tommy</em> weg frisst.« So haben wir den Namen einer Einrichtung, die politische Ökonomen so recht mit Abscheu erfüllt: die Firma, dessen Arbeiter einen Teil ihrer Einkünfte in Naturalien, insbesondere in <em>tommy</em>, also Lebensmitteln, nehmen müssen, was denn zu dem Begriff <em>tommy-shop</em> geführt hat.<a name="_ftnref2" href="#_ftn2"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman;"><span style="font-size: small;">[2]</span></span></span></a> Weiters, der Clown, der behauptet, »that’s a swinging lie« und der Anwalt, der für seinen Mandanten »exemplary and swingeing damages« fordert; beide bedienen sich beide eines Wortes, das heute ein Slangausdruck von kraftvollem Klange ist, aber dessen Erklärung sie wahrscheinlich vor ein Rätsel stellen würde. Dieser Sinn würde im modernen Slang durch »<strong>a whopping lie</strong>« und »<strong>whacking damages</strong>« ausgedrückt, da <em>swinging</em> oder <em>swingeing</em> oder <em>swinjin</em> (die letzten beiden geben die korrekte Aussprache wieder) das Partizip des altenglischen Verbums <em>to swinge</em> i.e. <em>kräftig schlagen</em> ist:</p>
<blockquote><p>“An often dede him sore swinge.”</p></blockquote>
<p>Um ein <strong>letztes Beispiel dieser altertümlichen Gruppe</strong> anzuführen, gäbe es nicht das Slangwort <strong><em>cockney</em></strong>, wir hätten das wunderliche Land <em>Cokaygne</em>, französisch <em>Cocagne</em>, italienisch <em>Cuccagna</em>, so gut wie vergessen, so benannt, weil die Dächer der Häuser dort mit <em>cakes</em> gedeckt waren (ein <em>cake</em> ist im katalanischen <em>coca</em>, in der Pocardie <em>couque</em>, in Deutschland <em>Kuchen</em>, in Schottland und Amerika <em>cookie</em>, die allesamt vom lateinischen <em>coquere</em> abstammen). Nirgendwo unter dem Firmament hat es je ein Land wie Cocaigne gegeben, wo es bestes Fleisch und Getränke für jedermann gab und jeder willkommen war, wo es keine Nacht gab und kein schlechtes Wetter und nie einer stritt und auch keiner starb und alle für alle Ewigkeit herrlich und in Freuden lebten. Die folgenden Zeilen, in Mr. Thomas Wrights »St. Patrick’s Purgatory« zitiert, beschreiben die ganz eigene Architektur, der <strong>Cocaigne</strong> seinen Namen verdankt:</p>
<blockquote><p>“Ther is a wel fair abbei<br>
Of white monkes and of grei.<br>
Ther beth bowris and halles:<br>
Al of pasteiis beth the walles,<br>
Of fleis, of fisse, and rich met,<br>
The likfullist that man mai et;<br>
<em>Fluren cakes beth the schingles alle,<br>
</em>Of cherche, cloister, boure, and halle:<br>
The pinnes beth fat podinges,<br>
Rich met to princez and kinges.”</p></blockquote>
<p>In unserer Zeit wendet man den Begriff »<strong>Land of Cakes</strong>« auf Schottland an, um dem <em>oat-cake</em> ein Denkmal zu stellen; in der alten Zeit jedoch sahen die staunenden Bewohner der englischen Grafschaften in <strong>London</strong> die Stadt der <em>cockneys</em>, <strong>das Schlaraffenland des alten Englands</strong>, jene nie erreichbare Region, wo die Lärchen einem perfekt gebraten in den Mund fliegen und die Spanferkel fertig gebraten herumlaufen und »Komm iss mich!« schreien. Ein <strong><em>cockney</em></strong> ist heute ein eingemauerter <em>cit</em> (»citizen of London«) mit beschränkter Phantasie und großem Dünkel. Vor nicht allzu langer Zeit war ich bei einer Lesung, wo der Redner, einige meiner Ansichten kommentierend, mich durch Implikation einer merkwürdigen Kombination von Vergehen bezichtigte – des »wissenschaftlichen Philisterums und der dem Cockney eignenden Unverschämtheit«.</p>
<p>Unter den <strong>nichtenglischen Sprachen</strong>, aus denen der Slang sich bedient hat, besetzen die <strong>keltischen Dialekte</strong> Schottlands, Wales’ und Irlands auf Grund unserer gemeinsamen Nationalität den ersten Platz. Das <strong>keltische Element im Slangvokabular</strong> ist nicht außergewöhnlich stark, aber dennoch sehr markant, und jedes seiner Worte stellt dem Historiker ein lebendiges Bild der Begegnung von Kelten und Sachsen vor Augen. So scheint mir <strong><em>bother</em></strong> mit hoher Wahrscheinlichkeit ein keltisches Wort, dessen ursprüngliche Bedeutung in der walisischen Wurzel <em>byddar</em> und im irischen und gaelischen <em>bodheir</em>, <em>betäuben</em>, zu sehen ist; so ist in der letzteren Sprache »na <em>bodhair</em> mi le d’ dhrabhluinn« – »mach mich nicht taub mit deinem Unsinn!« Diese ursprüngliche Bedeutung ist im modernen Englisch so gut wie verloren; <em>bother</em> bedeutet heute <em>ärgern</em>, <em>belästigen</em>, <em>bestürzen</em>; aber Beispiele aus dem letzten Jahrhundert zeigen, dass sie recht deutlich war. <strong>Groses</strong> absurde Etymologie des Wortes, nach der es von <em>both ear’d</em> kommt, will sagen, dass zwei Personen auf einmal auf einen einreden, beweist jedenfalls, dass die alte Bedeutung zu seiner Zeit noch nicht vergessen war; nicht weniger deutlich spricht das aus Swifts Zeilen über ein Hörrohr:</p>
<blockquote><p>“With the din of which tube my head you so bother,<br>
That I scarce can distinguish my right ear from t’other!”</p></blockquote>
<p>Das Wort <strong><em>galore</em></strong> klingt in englischen Ohren pittoresk wie etwa in der Zeile von Dibdins Seemannslied »I’ll soon get togs galore«; es wird aber rasch zu verständlicher Prosa, wenn man seinen Ursprung auf das irische <em>go leor</em>, i.e. <em>genug</em>, zurückführt. Das Verbum <em>to <strong>twig</strong></em> vermittelt unseren Ohren die komischen Vorstellung von Cleverness und Lebhaftigkeit wie das klassische Beispiel zeigt, in dem man Mr. Pickwick darauf aufmerksam macht, dass Dodson und Foggs Angestellte ihn über den Schirm hinweg inspizieren: »›They’re a twiggin’ of you, sir‹, whispered Mr. Weller.« Das Wort scheint über die hässlichste Sorte Jargon ins Englische gekommen zu sein, wie folgendes erlesene Stückchen Diebesjargon zeigt: »twig the cull, he’s peery«, i.e. »schau dir den Burschen an, er beobachtet uns«. Obwohl das Wort an sich nichts Gaunerhaftes hat, wie ich anzunehmen geneigt bin, es handelt sich lediglich um das irische bzw. gälische Wort <em>tuig</em>, <em>ausmachen</em>, <em>erkennen</em>. Zwei <strong>keltische Wörter</strong> zu guter Letzt, die zunächst Slang waren und dann gutes Englisch geworden sind, um eine bestimmte Art von Sprache zu bezeichnen. Das irische <strong><em>brog</em></strong>, »eine Art von Schuh aus dem grobem Leder eines beliebigen Tieres gefertigt, wie ihn der wildere Ire nutzt«, kam erst in seiner eigentlichen Bedeutung <em>grobes Schuhwerk</em> oder <strong><em>brogue</em> </strong>ins Englische; erst später bezeichnete der <em>brogue</em> durch eine kuriose Umkehr der Metapher die besondere Art des Iren Englisch zu sprechen. Das andere Wort, <strong><em>cant</em></strong>, wurde von den Etymologen auf merkwürdige Weise verklärt, verwandten sie doch viel zu viel Phantasie auf die Erklärung seiner an sich einfachen Geschichte. Die Wörterbücher (bis zu Wedgwood) führen es auf eine <strong>Verballhornung von <em>chaunt</em></strong> – des Gewinsels der Bettler – zurück, obwohl dies absolut nichts mit dem zu tun hat, was Bettler unter <em>canting</em> verstehen, was für sie<em> sich untereinander in ihrem Jargon zu unterhalten</em> bedeutet, was ja etwas ganz etwas anderes ist. Ja, <em>cante</em> war im 16. Jahrhundert Gaunerjargon für <em>sprechen</em> und hat damit seinen natürlichen Ursprung im keltischen Dialekt; irisch <em>caint</em>, das Sprechvermögen bzw. die Sprache, vulgärsprachlich <em>cant</em>, gälisch <em>cainnt</em>, die Sprache, der Dialekt. Über die bei Vagabunden übliche Bedeutung <em>sprechen</em> kam das Wort im Gaunerslang ganz natürlich zu der Bedeutung <em>sprechen wie die Vagabunden</em>. Nicht weniger natürlich, wenn auch viel später, nahm <em>cant</em> die Bedeutung an, in der wir das Wort am häufigsten benutzen, also jeder besondere Jargon, insbesondere der falscher Heiligkeit und geschwätziger Philantropie.<a name="_ftnref3" href="#_ftn3"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman;"><span style="font-size: small;">[3]</span></span></span></a></p>
<p>(Fortsetzung <a href="https://slangtimes.com/2010-06-26/linguistische-aspekte-des-slang-8/" target="_self">hier</a>)</p>
<hr size="1">
<div id="ftn1">
<p><a name="_ftn1" href="#_ftnref1"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman;"><span style="font-size: x-small;">[1]</span></span></span></a> Eine weitere Slangform, <em>to clift</em>, ist hier insofern 	erwähnenswert, als sie den Guttural am Anfang beibehält wie im 	gotischen <em>hlifan</em>, stehlen bzw. <em>hliftus</em>, der Dieb, oder 	im griechischen κλέπτω, κλέπτης.</p>
</div>
<div id="ftn2">
<p><a name="_ftn2" href="#_ftnref2"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman;"><span style="font-size: x-small;">[2]</span></span></span></a> Falls das Wort keltischen Ursprungs ist, gehört es womöglich zum 	irischen <em>tiomallaim</em>, ich esse, tiomaltas, Viktualien.</p>
</div>
<p><a name="_ftn3" href="#_ftnref3"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman;"><span style="font-size: x-small;">[3]</span></span></span></a> Womöglich könnte man hier ein drittes Wort anführen, nämlich das Französische <em>baragouin</em>, unverständlicher Jargon, das holländische <em>bargoensch</em>, Slang, die englischen Slangwörter <em>barricane</em>, <em>barrikin</em> – etwa wenn Straßenhändler, die sich als »floored« bezeichnen von Phrasen, die sie nicht verstehen: »we can’t tumble to that <em>barrikin</em>.« Diez – und nach ihm Littré – leiten <em>baragouin</em> von den den Wörtern <em>bara</em>, <em>gwîn</em> ab, die im bretonischen <em>Brot</em> und <em>Wein</em> bedeuten, und in der Bretagne so oft zu hören seien, dass der Franzose sie in der Bedeutung <em>Bretonisch sprechen</em> benutze (»<em>Baragouinez</em>, guas de basse Bretagne”) und von daher für jeden Jargon. Aber weder Diez, noch Littré scheinen sich (ganz im Gegensatz zu Pott) des gälischen Wortes <em>beargna</em> bewusst zu sein, das einen örtlichen Dialekt bezeichnet, was auf eine keltischen Ursprung der ganzen Gruppe weist und damit weit weniger weit her geholt ist als die Brot-und-Wein-Geschichte.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Linguistische Aspekte des Slang (1)</title>
		<link>https://slangtimes.com/2010-03-26/linguistische-aspekte-des-slang-1/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 06:30:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[British Slang]]></category>
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					<description><![CDATA[Slang ist auch hierzulande ein beliebter Begriff; das Wort klingt exotisch genug, um in jedermanns Munde zu sein, auch wenn seine Griffigkeit eher nur eine scheinbare ist. Eine deutschsprachige Literatur zum Slang ist praktisch nichtexistent. Im angelsächsischen Bereich befasst man sich umso mehr mit dem Thema, und das schon seit Jahrhunderten. Nun sind aber wissenschaftliche [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 		A:link { so-language: zxx } --><strong><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/03/SlaCov.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-1057" title="SlaCov" alt src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/03/SlaCov.jpg" width="200" height="296"></a>Slang</strong> ist auch hierzulande ein beliebter Begriff; das Wort klingt exotisch genug, um <strong>in jedermanns Munde</strong> zu sein, auch wenn seine <strong>Griffigkeit</strong> eher nur eine scheinbare ist. Eine deutschsprachige Literatur zum Slang ist praktisch nichtexistent. Im angelsächsischen Bereich befasst man sich umso mehr mit dem Thema, und das schon seit Jahrhunderten. Nun sind aber wissenschaftliche Artikel in einer Fremdsprache nicht jedermanns Sache, und so möchte ich hier einige grundlegende <strong>Aufsätze zum Thema „Slang“</strong> in deutscher Übersetzung bereitstellen. Den Anfang mache ich mit <strong>E. B. Tylers „The Philology of Slang“</strong>, einer ganz vorzüglichen Abhandlung, die im April 1874 in <strong><em>Macmillan’s Magazine</em></strong> erschien. Nachgedruckt wurde sie noch knapp dreißig Jahre später in <strong>Sylva Clapins <em>New Dictionary of Americanisms</em>,</strong> was auf die Qualität von Tylors&nbsp; Ausführungen deuten mag. Der Artikel ist etwas länger, deshalb habe ich ihn in mundgerechte Portionen aufgeteilt. Fragen &amp; Kommentare sind willkommen. <span id="more-1017"></span></p>
<p><strong>E.B. Tylor – Linguistische Aspekte des Slang (1)</strong></p>
<p>Macmillan’s Magazine, Vol. XXIX (1873–74) pp. 502–513<br>
Übersetzung © Bernhard Schmid</p>
<p><strong>Slang</strong>, bis in die jüngste Zeit von den Lexikographen verächtlich ignoriert, ist ein so genuiner wie einflussreicher Zweig der Sprache. Er ist eine der Quellen, die nährt, was wir als Standard bezeichnen können, eine Sprache, die sich ohne Skrupel Wörter, nach denen ihr zufällig der Sinn stehen mag, aneignet und adaptiert, Fachbegriffe von Ladenbesitzern oder Handwerkern ebenso wie Wörter aus den kurioseren Vokabularien fliegender Gemüse­händler und Preiskämpfer, Schulbuben und Stutzer. Diese praktische Bedeutung gibt ihm das Recht, von der Linguistik wie jeder andere lebende Sprachzweig behandelt zu werden. Darüber hinaus ist sein theoretischer Wert für die Wissenschaft nicht unbeträchtlich. Wie andere Sprachzweige entwickelt auch der Slang sich nach den allgemeinen Gesetz­mäßigkeiten der Sprache, und er veranschaulicht diese Gesetzmäßigkeiten in einigen Fällen besonders eindrucksvoll. Der Sprachwissenschaftler mag so manchen Hinweis erhalten aus der Redeweise von Fabriken und Stallungen, Musikhallen, Räuberhöhlen und Pfandleihen, der im kultivierten Englisch des Klassenzimmers eher schwerlich zu finden wäre. Meine gegenwärtige Aufgabe soll – <em>experimentum</em> <em>in corpore vili</em> – darin bestehen, aus der Fülle der Slangwörter in gedruckten Dictionnaires<sup><a href="https://slangtimes.com/2010-03-26/linguistische-aspekte-des-slang-1/#footnote_1_1017" id="identifier_1_1017" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zu den speziellen Slangwörterbüchern, die hier benutzt wurden, gehören J.C. Hotten, Slang Dictionary (London, 1865; Neuausgabe 1874: Chatto and Windus); Captain Grose, Classical Dictionary of the Vulgar Tongue (London, 1785, jüngst neu aufgelegt); und Francisque-Michel, Études de Philologie comparée sur l'Argot (Paris, 1856). Zahlreiche Slangwörter finden sich in J.O. Halliwell, Dictionary of Archaic and Provincial Words (London, 1860, 4th Edition); Dr. A Hoppe, Englisch-Deutsches Supplement Lexikon (Berlin, 1871); J.R. Bartlett, Dictionary of Americanisms (Boston, 1859); und Prof. Schele de Vere, Americanisms (New York, 1872).">1</a></sup> einige typische Beispiele herauszunehmen, sie etymologisch nach Gruppen zu ordnen, um durch jede Gruppe entweder ein philosophisches Prinzip oder das Wirken einer gemeinsamen Ursache darzustellen.</p>
<p>(<a href="https://slangtimes.com/2010-04-01/1106/" target="_self">Fortsetzung hier</a>)</p>
<hr size="1">
<div id="ftn1">
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"></a></p>
</div>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_1_1017" class="footnote">Zu den speziellen Slangwörterbüchern, die hier benutzt wurden, gehören J.C. Hotten, <em>Slang Dictionary</em> (London, 1865; Neuausgabe 1874: Chatto and Windus); Captain Grose, <em>Classical Dictionary of the Vulgar Tongue</em> (London, 1785, jüngst neu aufgelegt); und Francisque-Michel, <em>Études de Philologie comparée sur l’Argot</em> (Paris, 1856). Zahlreiche Slangwörter finden sich in J.O. Halliwell, <em>Dictionary of Archaic and Provincial Words</em> (London, 1860, 4th Edition); Dr. A Hoppe, <em>Englisch-Deutsches Supplement Lexikon</em> (Berlin, 1871); J.R. Bartlett, <em>Dictionary of Americanisms</em> (Boston, 1859); und Prof. Schele de Vere, <em>Americanisms</em> (New York, 1872).</li></ol>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Nur wo Duden draufsteht…</title>
		<link>https://slangtimes.com/2010-01-21/nur-wo-duden-draufsteht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 08:06:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestern habe ich mir mit einiger Verspätung endlich den neuen „Szeneduden“ geleistet, das vom Trendbüro herausgegebene Wörterbuch der Szenesprachen. Ich bin ein großer Fan, letztlich schon seit dem Trendwörterbuch von Horx, das diese ebenso nützliche wie interessante „Reihe“ seinerzeit eingeleitet hat. Noch nicht mal einer wie ich, der selbst ständig in eigener Sache die Sprachfront [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<h5 style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-709" title="emb.19" alt="emb.19" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2010/01/emb.19.jpg" width="250" height="243">Gestern habe ich mir mit einiger Verspätung endlich den neuen „Szeneduden“ geleistet, das vom Trendbüro herausgegebene <em>Wörterbuch der Szenesprachen</em>. Ich bin ein großer Fan, letztlich schon seit dem <em>Trendwörterbuch</em> von Horx, das diese ebenso nützliche wie interessante „Reihe“ seinerzeit eingeleitet hat. Noch nicht mal einer wie ich, der selbst ständig in eigener Sache die Sprachfront rauf und runter hetzt, kann all die Neuschöpfungen in seiner Datenbank haben, die die völlig unübersichtliche Szenenlandschaft heute so prägen.</h5>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;">Gerade weil ich auch dieses neue Büchl wieder mag, fällt mir auf, was mir schon bei Horx unangenehm aufgefallen ist, und das sind die groben Schnitzer in Sachen Etymologie. Es ist ja nun – leider – über weite Strecken alles Englisch, was in solchen Sammlungen drin steht, und so bieten sich Erklärungsversuche, was die Herkunft eines Wortes angeht, natürlich an. <span id="more-708"></span>Ich erinnere mich an den blühenden Unsinn, den Horx damals über den „Nerd“ verzapft hat. Das nimmt man hin, ich meine, wir hauen alle mal daneben; die Zweifel, die solche Fehler bei anderen Publikationen am Rest des Inhalts aufkommen lassen, sind rasch zerstreut, weil man sieht, da kennt sich einer mit „Szenen“ aus. Dass er nicht eigentlich um die Ursprünge eines Begriffs weiß, tut dem keinen Abbruch. Das verhält sich mit dem Bändchen aus dem Bibliographischen Institut freilich etwas anders, weil nun mal „Duden“ draufsteht. Von Duden möchte man kein Gefasel, schon gar keine aus den Fingern gesogenen Etymologien.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;">Ich habe gestern Nachmittag über einer Tasse Tee ein bisschen in der Sammlung geblättert, und selbst da, ohne also danach zu suchen, fielen mir bereits eine Handvoll dieser etymologischen „Freiheiten“ auf.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;">So heißt es etwa unter „Moshpit“:</p>
<blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Zusammensetzung aus engl. mosh = Chaos und engl. pit = Kreisel… </em></p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;">Nun ist <em>moshen</em> ja bereits in den 1980ern aufgekommen, Zeit genug, möchte man meinen, da mal in einem ordentlichen Wörterbuch nachzuschlagen. Da hätte man dann gesehen, dass das nur eine Aussprachevariante von <em>mush</em> ist und <em>mush</em> seit Jahrhunderten für „Pampe“ und sonst allerhand „Breiiges“ steht. Das weckt doch Assoziationen. Und „pit“? Nun, keine Ahnung, wie’s heute um die Popularität von Edgar Allan Poe bestellt ist, aber zu meiner Zeit hätte man dabei sofort an „The Pit and the Pendulum“ gedacht. Und „pit“ ist nun mal jede Art von „Grube“, die man sich denken mag – bis hin zu den Pockennarben moshender Punks. Im Besonderen steht „pit“ aber hier natürlich für etwas, was man bei uns „Orchestergraben“ nennt… Bühne, Orchestergraben, Platz vor der Bühne… alles klar?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;">Zu „Bash“ heißt es kaum weniger verwegen:</p>
<blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Abkürzung von engl. bashment = Party</em></p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;">Warum denn, wenn „bash“ im Englischen bereits seit mindestens 1900 jede Art von massiver Fete bezeichnet und das karibische „bashment“ erst gut 80, 90 Jahre später – womöglich (ich will hier nicht denselben Fehler machen) als Derivat davon – aufkam.&nbsp; Ich weiß nicht mehr, ob ich „bash“ vor Dylans „Million Dollar Bash“ bereits kannte, aber spätestens seither ist mir das Wort ein Begriff.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;">Dass „smoof“ (von <em>smooth</em>) ein „f“ bekommt, liegt nicht etwa an den hier unterstellten Problemen der Deutschen mit dem „th“; das Wort kommt schon so aus dem Englischen, wo es es als „smoove“ im Teenieslang lange für „großartig“ stand und wo es überdies bereits seit vielen Jahren für die Art von anämischem Plätscherjazz steht, wie er loungige Radio- &amp; Interwebsender füllt (und für den letztlich Steely Dan verantwortlich sind).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-style: normal;">Etwas merkwürdig ist auch, und sie ist nahezu konsequent durchgezogen, die Unart, bei den etymologischen Angaben die Slangbedeutung der zitierten englischen Wörter zu übergehen, auf der die deutsche Bedeutung ja eigentlich fußt, und auf gerade die Bedeutung zurückzugreifen, die mit der deutschen nun so gar nichts zu tun haben mag. Anders gesagt, das von uns übernommene Wort ist doch bereits Slang, und diese Slangbedeutung des Worts ist etymologisch relevant, nicht seine ursprüngliche Bedeutung. „Straight Edge“ </span>etwa bezieht seine Bedeutung nicht von „straight“ = <em>gerade</em>, sondern von „straight“ = <em>drogenfrei, clean</em><span style="font-style: normal;">. Dasselbe gilt für „tight“: Nicht die Bedeutung </span><em>dicht</em><span style="font-style: normal;"> ist hier maßgeblich, sondern seine schon uralte Slangbedeutung, nämlich </span><em>großartig, klasse, cool</em><span style="font-style: normal;">. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-style: normal;">Ich dränge mich ja nicht gern auf und mag an sich keine trendigen Leute, kann euch Leuten vom Trendbüro aber trotzdem nur nahelegen, sich für die nächste Ausgabe mal bei mir zu melden. Wie gesagt, ich mag das Büchl ebenso wie seinen Vorgänger, setze aber von Haus aus gern trendig mit oberflächlich (um nicht zu sagen hirnlos) gleich, und möchte mich grade bei diesem Bändchen nicht immer wieder darin bestätigt fühlen. Ich denke, wo Duden draufsteht, sollte auch Duden drin sein. </span></p>
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