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	<title>Literatur - SlangGuy&#039;s Blog</title>
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	<description>Über Slang, Übersetzen &#38; die Sprache dazu</description>
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	<title>Literatur - SlangGuy&#039;s Blog</title>
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		<title>König Leopolds Selbstgespräch (5)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 May 2023 15:54:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Mark Twain brachte 1905 — mit all der ihm gemeinhin zugeschriebenen Naivität — sein Entsetzen über die ruchbar gewordenen Gräuel zum Ausdruck, die man im Namen des belgischen Königs Leopold II. im Kongo beging. Er tat dies in Form eines fiktiven Monologs, in dem der König seine Handlungsweise auf himmelschreiende Weise zu rechtfertigen versucht. Ich [&#8230;]]]></description>
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<p style="font-size:24px"><strong>Mark Twain brachte 1905 — mit all der ihm gemeinhin zugeschriebenen Naivität — sein Entsetzen über die ruchbar gewordenen Gräuel zum Ausdruck, die man im Namen des belgischen Königs Leopold II. im Kongo beging. Er tat dies in Form eines fiktiven Monologs, in dem der König seine Handlungsweise auf himmelschreiende Weise zu rechtfertigen versucht. Ich frage mich, ob sich nach diesem Muster nicht auch Satire auf Putin und Konsorten schreiben ließe — nicht weniger naiv, aber auch nicht weniger wirkungsvoll&nbsp;…&nbsp; </strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg"><img decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg" alt class="wp-image-7419" width="200" height="188" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg 400w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px"></a></figure></div>


<p style="font-size:22px">In diesem Abschnitt von Leopolds Soliloquium weidet der belgische König sich weiter an dem Umstand, dass die Amerikaner ihm, wenn auch unwissentlich, bei der Errichtung seines brutalen Sklavenstaats zur Hand gegangen sind. Ausgerechnet die »tugendhaften« Amerikaner! Hier scheint natürlich Twains eigene Ansicht über seine Landsleute durch. </p>



<p style="font-size:22px">Dann echauffiert der Potentat sich über die »Whistleblower« in Gestalt der Missionare, die weltweit über seine Gräuel berichteten. So verärgert wie verachtungsvoll zitiert er aus einem ihrer Pamphlete …</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2022/02/st1r.png"><img decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2022/02/st1r.png" alt class="wp-image-15893" width="97" height="103"></a></figure></div>


<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px"><strong>Mark Twain</strong> </p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px"><strong>König Leopolds Selbstgespräch<br>Eine Verteidigung seiner Herrschaft im Kongo</strong></p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px">1905 </p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:24px">in der Übersetzung von Bernhard Schmid © 2023<sup><a href="https://slangtimes.com/2023-05-25/koenig-leopolds-selbstgespraech-5/#footnote_1_18175" id="identifier_1_18175" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="THE P. R. WARREN CO., BOSTON, MASS. 1905, Copyright, 1905 By Samuel L. Clemens; ein Original des gemeinfreien Textes finden Sie hier">1</a></sup> </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg"><img decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg" alt class="wp-image-7419" width="200" height="188" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg 400w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px"></a><figcaption class="wp-element-caption">»Ein Denkmal zur Verewigung meines Namens.« —</figcaption></figure></div>


<p class="has-text-align-right" style="font-size:22px">[Fortsetzung von <a href="https://slangtimes.com/2023-05-15/koenig-leopolds-selbstgespraech-4/">hier</a>] </p>



<p style="font-size:22px"> Gut möglich, dass die Yankees das jetzt gerne zurücknehmen würden, aber sie werden feststellen, dass meine Leute nicht ohne Grund drüben in Amerika sind. Aber es besteht ohnehin keine Gefahr; weder Nationen noch Regierungen können es sich leisten, ihre Fehler einzugestehen. [<em>Mit zufriedenem Lächeln macht er sich daran, aus einem Dokument mit dem Titel »Bericht von Rev. W. M. Morrison, amerikanischer Missionar im Kongo-Freistaat« vorzulesen</em>]</p>



<p style="font-size:22px">»Ich lege hiermit einige der vielen entsetzlichen Vorfälle vor, von denen ich aus persönlicher Beobachtung Kenntnis habe; sie enthüllen das System organisierter Plünderung und Gräuel, das König Leopold von Belgien in diesem bedauernswerten Land eingeführt hat und bis auf den heutigen Tag unterhält. Ich sage König Leopold, weil er, und nur er, dafür verantwortlich ist, da er der absolute Souverän ist. Er bezeichnet sich selbst als solchen. Als unsere Regierung 1884 durch die Anerkennung seiner Flagge den Grundstein für den Freistaat Kongo legte, konnte sie nicht ahnen, dass es sich bei dieser Unternehmung, die unter dem Deckmantel der Philanthropie einherkam, in Wirklichkeit um König Leopold von Belgien handelte, einen der raffiniertesten, herzlosesten und gewissenlosesten Herrscher, die jemals auf einem Thron gesessen haben. Und das hat nichts zu tun mit seiner allenthalben ruchbar gewordenen moralischen Verderbtheit, durch die sein Name und seine Familie auf zwei Kontinenten zum Gegenstand der Verachtung geworden sind. Unsere Regierung hätte diese Flagge ganz sicher nicht anerkannt, hätte sie gewusst, dass es sich in Wirklichkeit um König Leopold handelte, der da um Anerkennung bat; hätte sie gewusst, dass sie im Herzen Afrikas eine absolute Monarchie errichtete; hätte sie gewusst, dass sie, die die Versklavung von Afrikanern in ihrem eigenen Land mit großem Aufwand an Blut und Geld abgeschafft hat, damit eine noch schlimmere Form der Sklaverei in Afrika selbst einführt.«</p>



<p style="font-size:22px">[<em>Mit bösartiger Freude</em>] Ja, da war ich wohl eine Spur zu schlau für die Yankees. Das schmerzt; das wurmt sie. Das können sie nicht verwinden! Und es beschämt sie noch auf eine andere, schwerwiegendere Weise; werden sie doch ihre Chroniken nie von dem Tadel befreien können, dass ihre eitle Republik, selbsternannte Fürsprecherin und Verfechterin aller Freiheiten dieser Welt, die einzige Demokratie der Geschichte ist, die ihre Macht und ihren Einfluss zur Errichtung einer absoluten Monarchie geltend gemacht hat!</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/06/Leo4.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/06/Leo4.jpg" alt class="wp-image-18177" width="325" height="361" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/06/Leo4.jpg 650w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/06/Leo4-270x300.jpg 270w" sizes="(max-width: 325px) 100vw, 325px"></a><figcaption class="wp-element-caption">»sie laufen mit ihren Sorgen zu ihnen«</figcaption></figure></div>


<p style="font-size:22px">[<em>Beäugt mit unfreundlichem Blick einen stattlichen Stapel von Pamphleten</em>] Hol sie der Teufel, diese lästigen Missionare! Zentnerweise schreiben sie derlei Zeug. Ständig scheinen sie in der Nähe zu sein, ständig am Spionieren, stets Augenzeugen allen und jeden Geschehens; und alles, was sie sehen, bringen sie zu Papier. Ständig streifen sie von Ort zu Ort; die Eingeborenen betrachten sie als ihre einzigen Freunde; sie laufen mit ihren Sorgen zu ihnen; sie zeigen ihnen ihre Narben und Wunden, die ihnen von meinen als Polizei eingesetzten Soldaten zugefügt wurden; sie halten die Stümpfe ihrer Arme hoch und klagen darüber, man habe ihnen die Hände abgehackt, als Strafe dafür, dass sie nicht genug Kautschuk beigebracht haben, und als meinen Offizieren vorzulegender Beweis dafür, dass die geforderte Strafe ordentlich und wahrhaftig vollzogen wurde. Einer dieser Missionare sah einundachtzig dieser Hände über einem Feuer trocknen, um sie meinen Beamten übergeben zu können – und natürlich musste er hergehen und alles zu Papier bringen und in Druck geben. Sie reisen und reisen, sie spionieren und spionieren! Und nichts ist zu belanglos für sie, um es zu drucken. [<em>Nimmt ein Pamphlet zur Hand. Liest eine Passage aus dem Bericht über eine »Reise im Juli, August und September 1903 von Rev. A. E. Scrivener, ein britischer Missionar«</em>]</p>



<p style="font-size:22px">» … Alsbald kamen wir ins Gespräch, und die Eingeborenen erzählten, ohne jede Aufforderung meinerseits, die Geschichten, die mir so vertraut geworden waren. Sie lebten in Ruhe und Frieden, als die Weißen vom See her kamen und allerlei Forderungen stellten, und sie wussten, was das bedeutete – Sklaverei. Also versuchten sie, die Weißen von ihrem Land fernzuhalten, aber ohne Erfolg. Den Gewehren waren sie nicht gewachsen. So fügten sie sich denn und beschlossen, aus den veränderten Umständen das Beste zu machen. Zuerst kam der Befehl, Häuser für die Soldaten zu bauen, dem man ohne Murren nachkam. Dann mussten sie die Soldaten und alle Männer und Frauen in deren Begleitung verpflegen. Dann befahl man ihnen, Kautschuk beizubringen. Das war etwas ganz Neues für sie. Es gab Kautschuk im Wald, einige Tage von ihrem Dort entfernt, aber dass er etwas wert war, das war ihnen neu. Als man ihnen eine kleine Belohnung bot, kam es zu einer Art Kautschukrausch. »Was für merkwürdige weiße Männer, die uns Stoffe und Perlen für den Saft einer wilden Ranke geben.« Sie freuten sich über ihr vermeintliches Glück. Doch bald sahen sie die Belohnung reduziert, bis man ihnen schließlich sagte, sie sollten den Kautschuk umsonst beibringen. Dagegen versuchte man sich zu sträuben; aber zu ihrer großen Überraschung erschossen die Soldaten einige von ihnen; die anderen sahen sich unter Flüchen und Schlägen aufgefordert, auf der Stelle zu gehen, andernfalls noch mehr von ihnen getötet würden. Zu Tode erschrocken, begannen sie, Lebensmittel für die vierzehntägige Abwesenheit von ihrem Dorf vorzubereiten, die zum Sammeln des Kautschuksafts nötig war. Als sie so dasaßen, sahen die Soldaten sie. »Was, ihr seid noch da?« Peng! Peng! Peng! und einer fiel tot um, dann ein weiterer, inmitten ihrer Frauen und Gefährten. Ein furchtbares Wehklagen hebt an, und man versucht, die Toten für die Beerdigung vorzubereiten, aber das wird ihnen verboten. Alle müssen sofort in den Wald. Ohne Nahrung? Ja, ohne Nahrung. Und die armen Teufel mussten sogar ohne ihre Zunderbüchsen zum Feuermachen losziehen. Viele starben im Wald an Hunger und Unterkühlung, und noch mehr durch die Gewehre der grausamen Soldaten, die für den Außenposten verantwortlich waren. Trotz aller Bemühungen ihrerseits ging die Ernte zurück und es wurden immer mehr von ihnen getötet. Man führte mich herum und zeigte mir, wo früher die großen Häuptlinge gewohnt hatten. Eine vorsichtige Schätzung bezifferte die Bevölkerung vor, sagen wir mal, sieben Jahren auf 2000 Seelen in und in einem Umkreis von etwa einer Viertelmeile um den Posten. Heute käme man nicht einmal mehr auf 200, und es herrscht so viel Traurigkeit und Niedergeschlagenheit, dass es rasch noch weniger werden.«</p>



<p class="has-text-align-right" style="font-size:22px">[Fortsetzung hier]</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_1_18175" class="footnote">THE P. R. WARREN CO., BOSTON, MASS. 1905, Copyright, 1905 By Samuel L. Clemens; ein Original des gemeinfreien Textes finden Sie <a rel="noreferrer noopener" href="https://archive.org/details/kingleopoldssoli00twai_0" target="_blank">hier</a></li></ol>]]></content:encoded>
					
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		<title>König Leopolds Selbstgespräch (3)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 May 2023 08:25:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus Mark Twains Hammer von einer Satire aus dem Jahre 1905 spricht das schiere Entsetzen über die ruchbar gewordenen Gräuel, die im Namen des belgischen Königs Leopold II. im Kongo begangen wurden – nur um dem bärtigen Megalomanen die Taschen zu füllen. Twain vermittelte den Horror des Geschehens im Kongo in Form eines fiktiven Monologs, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p style="font-size:24px"><strong>Aus Mark Twains Hammer von einer Satire aus dem Jahre 1905 spricht das schiere Entsetzen über die ruchbar gewordenen Gräuel, die im Namen des belgischen Königs Leopold II. im Kongo begangen wurden – nur um dem bärtigen <a rel="noreferrer noopener" href="https://gedankenwelt.de/megalomanen-7-merkmale/" target="_blank">Megalomanen</a> die Taschen zu füllen. Twain vermittelte den Horror des Geschehens im Kongo in Form eines fiktiven Monologs, in dem der König seine Handlungsweise auf völlig zynische Weise zu rechtfertigen versucht. Ich stelle mir das Ganze umgeschrieben </strong> <strong>und auf heutige Menschenschinder angepasst vor, sei</strong> <strong>es der größenwahnsinnige Völkermörder in Moskau, sei es der blutrünstige menschliche Abschaum in Teheran … </strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg"><img decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg" alt class="wp-image-7419" width="200" height="188" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg 400w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px"></a></figure></div>


<p style="font-size:22px">… oder Donald Trump, der es einem nun wirklich einfach machten würde, ließe sich doch aus zentnerweise zynischem Schwachsinn zitieren … </p>



<p style="font-size:22px">In dieser dritten Tranche von Leopolds zorniger Tirade bezeichnet sich der gute alte Leopold – wie heute der Donald  – als politisch verfolgt. Gerade dass er nicht die Hände hebt, um sich symbolisch Handschellen anlegen zu lassen. Aber das hätte damals wohl auch nicht funktioniert. Wie dem auch sei, während Trump von der einen — offensichtlich geistesgestörten — Hälfte des amerikanischen Volkes eingesetzt und damit über jede Kritik erhaben sieht, betrachtet Leopold sich als ein von Gott eingesetzter und damit über jede Kritik erhabener Souverän. Beide halten sie Kritik an ihrer Person für Häresie. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2022/02/st1r.png"><img decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2022/02/st1r.png" alt class="wp-image-15893" width="97" height="103"></a></figure></div>


<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px"><strong>Mark Twain</strong> </p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px"><strong>König Leopolds Selbstgespräch<br>Eine Verteidigung seiner Herrschaft im Kongo</strong></p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px">1905 </p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:24px">in der Übersetzung von Bernhard Schmid © 2023<sup><a href="https://slangtimes.com/2023-05-10/koenig-leopolds-selbstgespraech-3/#footnote_1_18080" id="identifier_1_18080" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="THE P. R. WARREN CO., BOSTON, MASS. 1905, Copyright, 1905 By Samuel L. Clemens; ein Original des gemeinfreien Textes finden Sie hier">1</a></sup> </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg"><img decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg" alt class="wp-image-7419" width="200" height="188" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg 400w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px"></a><figcaption class="wp-element-caption">»Ein Denkmal zur Verewigung meines Namens.« —</figcaption></figure></div>


<p class="has-text-align-right" style="font-size:22px">[Fortsetzung von <a href="https://slangtimes.com/2023-04-23/koenig-leopolds-selbstgespraech-2/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>] </p>



<p style="font-size:22px">Ja, sie plaudern alles aus, diese Schwätzer! Schreiben, ich würde den Eingeborenen unglaublich beschwerliche Steuern auferlegen – Steuern, die reiner Diebstahl seien; Steuern, die sie in Form von Kautschuk, den sie unter immer härteren Bedingungen zu sammeln hätten, sowie durch die entgeltlose Beschaffung und Bereitstellung von Nahrungsmitteln entrichten müssten – und dabei kommt alles heraus: Wenn sie aufgrund von Hunger, Krankheit, Verzweiflung oder der Strapazen ihrer unaufhörlichen und rastlosen Arbeit ihren Pflichten nicht nachkommen, ihre Häuser verlassen und aus Angst vor der Bestrafung in den Wald fliehen, sehen sie sich auf Weisung meiner belgischen Landsleute von meinen aus feindlichen Stämmen rekrutierten schwarzen Soldaten gejagt, abgeschlachtet und ihre Dörfer niedergebrannt. Nur einige Mädchen behält man für sich zurück. Sie verraten einfach alles: dass ich, durch jede nur denkbare Form von Mord, eine Nation von hilflosen Wesen auslösche, nur um mir die Taschen zu füllen. Was sie nie sagen, obwohl sie es sehr wohl wissen, ist, dass ich mich auch rastlos und tatkräftig für die Sache der Religion eingesetzt und Missionare (wenn auch nur von der »genehmen Sorte«, wie sie es nennen), hingeschickt habe, um sie auf den rechten Weg zu bringen und zu Ihm zu führen, der ganz Gnade und Liebe und allzeit rastloser Wächter und Freund aller Leidenden ist. Sie sagen nur, was gegen mich spricht; sie sagen nie, was für mich spricht. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2.jpg" alt class="wp-image-18027" width="238" height="288" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2.jpg 317w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2-248x300.jpg 248w" sizes="(max-width: 238px) 100vw, 238px"></a><figcaption class="wp-element-caption">»Jedenfalls haben sie als erste davor salutiert.«</figcaption></figure></div>


<p style="font-size:22px">Sie schreiben, dass England eine Untersuchungskommission zu den Grausamkeiten im Kongo verlangt und ich eine solche bestallt habe, um diese lästige Nation und ihre unselige Congo Reform Assocation aus Earls, Bischöfen, <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/John_Morley,_1._Viscount_Morley_of_Blackburn" target="_blank">John Morleys</a>, Universitätsgranden und anderen feinen Pinkeln zum Schweigen zu bringen, die sich mehr für die Angelegenheiten anderer Leute als für ihre eigenen interessiert. Hat ihnen das den Mund gestopft? Von wegen, sie wiesen lediglich darauf hin, die Kommission setze sich ausschließlich aus meinen »Kongo-Schlächtern« zusammen, »eben den Männern, deren Handlungen untersucht werden sollten«. Das käme, so meinten sie, der Ernennung einer Kommission von Wölfen zur Untersuchung von Übergriffen auf einen Schafstall gleich. Unmöglich, einen dieser vermaledeiten Engländer zufriedenzustellen!*</p>



<p style="font-size:22px">* [<em>Anmerkung von Mark Twain</em>]<em> </em>Laut den dort tätigen Missionaren, zeigte sich die Kommission — jüngsten Informationen zufolge — alles in allem durchaus an der Förderung von Reformen interessiert. Ein Kommissionsmitglied war ein führender kongolesischer Beamter, ein anderer ein Beamter der belgischen Regierung, der dritte ein Schweizer Jurist. Der Bericht der Kommission gelangt jedoch nur über den König selbst an die Öffentlichkeit und wird so ausfallen, wie der es für angezeigt hält; und er ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten, obwohl seit der Untersuchung bereits sechs Monate vergangen sind. Es gibt jedoch reichlich Belege dafür, dass schreckliche Missstände festgestellt und auch eingeräumt wurden; die Aussagen der Missionare, obwohl von den Verteidigern des Königs selbst zusammengetragen, wurden dabei weitgehend bestätigt. Ein Zeuge einer dieser Anhörungen der Kommission schreibt dazu: »Männer aus Stein wären gerührt von den Geschichten, die im Laufe der Untersuchung der schrecklichen Methoden beim Sammeln des Gummis durch die Kommission bekannt werden.« In der einen von der Kommission besuchten Sektion wurden denn auch gewisse Reformen angeordnet, aber letzten Meldungen zufolge wurden die Bedingungen nach der Abreise der Kommission schlechter als vor ihrer Ankunft. Nun gut, hat der König also selbst gegen sich ermittelt. Eine Etappe jedenfalls ist geschafft. Der nächste Schritt ist die Untersuchung der Verhältnisse im Kongostaat durch die Großmächte, die für die Gründung des Kongostaates verantwortlich sind. Die Vereinigten Staaten sind eine davon. Eine solche Untersuchung wird von Lyman Abbott, Henry Van Dyke, David Starr Jordan und anderen prominenten Bürgern in einer Petition an den Kongress befürwortet. – M. T. </p>



<p class="has-text-align-right" style="font-size:22px">[Fortsetzung folgt]</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_1_18080" class="footnote">THE P. R. WARREN CO., BOSTON, MASS. 1905, Copyright, 1905 By Samuel L. Clemens; ein Original des gemeinfreien Textes finden Sie <a rel="noreferrer noopener" href="https://archive.org/details/kingleopoldssoli00twai_0" target="_blank">hier</a></li></ol>]]></content:encoded>
					
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		<title>König Leopolds Selbstgespräch (2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SlangGuy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Apr 2023 07:35:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Mark Twain brachte 1905 — mit all der ihm gemeinhin zugeschriebenen Naivität — sein Entsetzen über die ruchbar gewordenen Gräuel zum Ausdruck, die man im Namen des belgischen Königs Leopold II. im Kongo beging. Er tat dies in Form eines fiktiven Monologs, in dem der König seine Handlungsweise auf himmelschreiende Weise zu rechtfertigen versucht. Es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p style="font-size:24px"><strong>Mark Twain brachte 1905 — mit all der ihm gemeinhin zugeschriebenen Naivität — sein Entsetzen über die ruchbar gewordenen Gräuel zum Ausdruck, die man im Namen des belgischen Königs Leopold II. im Kongo beging. Er tat dies in Form eines fiktiven Monologs, in dem der König seine Handlungsweise auf himmelschreiende Weise zu rechtfertigen versucht. Es handelt sich hier um ein Stück — durchaus brutaler — Satire, wie man sie heute, wie’s aussieht, leider kaum noch findet</strong>. <strong>Satiriker würden sich denn ja auch gleich von mindestens  zwei Seiten kritisiert bis bedroht sehen</strong> … </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg"><img decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg" alt class="wp-image-7419" width="200" height="188" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg 400w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px"></a></figure></div>


<p style="font-size:22px">… von den Kritisierten und einem politisch ach so korrekten Mob, der Respekt vor jedem Schlächter verlangt, zumal wenn er »religiös« motiviert ist, wie das blutrünstige Gesindel in Teheran, das seit Jahrzehnten im Namen einer göttlichen Ordnung verfolgt, foltert, mordet. Ein Regime, das einen <strong>Salman Rushdie</strong> — einen britischen Staatsbürger obendrein! — zum Tode verurteilte, und das noch nicht mal einiger kleiner Scherze in einem Roman wegen, sondern letztlich weil das Regime ein Hühnchen mit den Briten zu rupfen hatte. Wenn Religion Staatsmacht erlangt, ist es nicht nur einfach, gegen Andersgläubige und Andersdenkende im Namen einer  göttlichen Ordnung anzugehen, es ist  auch einfach, selbst das schäbigste Eigeninteresse mit dieser göttlichen Ordnung zu verbrämen. </p>



<p style="font-size:22px">In dieser zweiten Portion von Leopolds zynischem Monolog passiert genau das: Leopold bezeichnet sich als ein von Gott eingesetzter und damit über jede Kritik erhabener Souverän. Jede Kritik an ihm kommt einer Gotteslästerung  gleich. </p>



<p style="font-size:22px">Eher witzig ist, dass Twain, der amerikanische Patriot, sich offensichtlich selbst auf den Schlips getreten fühlte, weil Leopold wohl als erste die Amerikaner dazu gebracht hatte, vor seiner im Kongo gehissten Flagge zu salutieren. </p>


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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2022/02/st1r.png"><img decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2022/02/st1r.png" alt class="wp-image-15893" width="97" height="103"></a></figure></div>


<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px"><strong>Mark Twain</strong> </p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px"><strong>König Leopolds Selbstgespräch<br>Eine Verteidigung seiner Herrschaft im Kongo</strong></p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:30px">1905 </p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:24px">in der Übersetzung von Bernhard Schmid © 2023<sup><a href="https://slangtimes.com/2023-04-23/koenig-leopolds-selbstgespraech-2/#footnote_1_17995" id="identifier_1_17995" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="THE P. R. WARREN CO., BOSTON, MASS. 1905, Copyright, 1905 By Samuel L. Clemens; ein Original des gemeinfreien Textes finden Sie hier">1</a></sup> </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg"><img decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg" alt class="wp-image-7419" width="200" height="188" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b.jpg 400w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2014/09/P1260811_b-300x281.jpg 300w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px"></a><figcaption class="wp-element-caption">»Ein Denkmal zur Verewigung meines Namens.« —</figcaption></figure></div>


<p class="has-text-align-right" style="font-size:22px">[Fortsetzung von <a href="https://slangtimes.com/2023-04-16/koenig-leopolds-selbstgespraech-1/">hier</a>] </p>



<p style="font-size:22px">Diese Kanaillen – <em>alles</em> plaudern sie aus! Oh ja, alles: dass ich mit Tränen in den Augen von einer Großmacht zur anderen gepilgert bin, die Bibel im Mund, jede Pore meines Fells Frömmigkeit schwitzend, und eine wie die andere flehentlich bat, mir – als ihrem Statthalter – den riesigen, reichen und dicht bevölkerten Freistaat Kongo anzuvertrauen, auf dass ich Sklaverei und Sklavenjagd ausmerze und diese fünfundzwanzig Millionen sanftmütiger und unschuldiger Schwarzer aus der Finsternis ins Licht hebe, — das Licht unseres gesegneten Erlösers, das Licht, das seinem heiligen Wort entströmt, das Licht, das unsere edle Zivilisation so glorreich macht, — auf dass ich sie emporheben, ihre Tränen trocknen und ihre geschundenen Herzen mit Freude und Dankbarkeit erfüllen kann, — auf dass ich sie emporheben und ihnen begreiflich machen kann, dass sie nicht länger Ausgestoßene und Verlassene, sondern unsere Brüder in Christus sind; dass Amerika und dreizehn große europäische Staaten sich — voll Mitgefühl mit mir weinend — überzeugen ließen; dass ihre Vertreter sich in Berlin zu einer Konferenz trafen und mich zum Oberaufseher und Superintendenten des Staates Kongo bestallten, dabei unter größter Sorgfalt meine Befugnisse und Grenzen festlegten, um Leib, Leben, Freiheiten und Eigentum der Eingeborenen vor Schaden und Verletzungen zu bewahren; dass sie Gerichte einsetzten; dass sie den Handel mit Whisky und Waffen verboten, sonstigen Handel für die Kaufleute und Händler aller Nationen unumschränkt freigaben; und dass sie die Missionare aller Glaubensrichtungen und Konfessionen willkommen hießen und zu schützen versprachen. So schrieben sie über Planung und Vorbereitung meines dortigen Establishments, über die Auswahl meiner Beamtenschar — »Kumpane« und »Zuhälter« von mir, allesamt »abscheuliche Belgier« — darüber, dass ich meine Flagge aufgezogen und einen Präsidenten der Vereinigten Staaten »behumpst« hätte, sie als erster anzuerkennen und vor ihr zu salutieren. Sollen sie mich doch einen Lumpen schimpfen, wenn sie wollen; allein der Gedanke, eine Spur zu clever gewesen zu sein für diese Nation, die sich für ach so clever hält, ist mir eine tiefe Genugtuung. Ja doch, ich habe in der Tat einen Yankee ausgeschmiert – wie die Leute dort sagen. Piratenflagge? Sollen sie es ruhig so nennen — vielleicht ist sie das ja. Jedenfalls <em>haben sie als erste davor salutiert</em>. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2.jpg" alt class="wp-image-18027" width="238" height="288" srcset="https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2.jpg 317w, https://slangtimes.com/wp-content/uploads/2023/05/leo2-248x300.jpg 248w" sizes="(max-width: 238px) 100vw, 238px"></a><figcaption class="wp-element-caption">»Jedenfalls haben sie als erste davor salutiert.«</figcaption></figure></div>


<p style="font-size:22px">Diese amerikanischen Missionare, so was von lästig! diese britischen Konsuln, so was von unverblümt! diese geschwätzigen Verräter unter der belgischen Beamtenschaft! — diese leidigen Papageien, die in einem fort reden, in einem fort aus der Schule plaudern. So haben sie gesagt, dass ich den Kongostaat zwanzig Jahre lang nicht als Treuhänder der Mächte, nicht als deren Agent, nicht als Untergebener, nicht als Aufseher regiert hätte, sondern als Souverän — als Souverän über ein fruchtbares Gebiet vom vierfachen Ausmaß des Deutschen Reiches, — als absoluter, niemandem verantwortlicher, über jedes Gesetz erhabener Souverän, der das Berliner Abkommen über den Kongo mit Füßen getreten hätte; der alle auswärtigen Handelsleute außer meiner eigenen Person ausgeschlossen hätte; der den Handel mittels Konzessionären, allesamt meine Kreaturen und Verbündeten, an sich gerissen hätte. Ich hätte Besitz ergriffen von diesem Staat, als mein ganz persönliches und alleiniges Eigentum; ich würde die Gesamtheit seiner ungeheuren Einkünfte als meine private »Beute« betrachten — meine und meine allein; ich würde Millionen von Menschen dort als mein Privateigentum, als meine Leibeigenen beanspruchen, sie als meine Sklaven halten; deren Arbeit, bezahlt oder unbezahlt, die von ihnen angebauten Nahrungsmittel gehörten nicht ihnen, sondern mir; der Kautschuk, das Elfenbein und alle anderen Reichtümer des Landes gehörten mir – mir allein – und würden für mich von Männern, Frauen und kleinen Kindern gesammelt, — unter Androhung von Peitsche, Kugel, Feuer, Hunger, Verstümmelung und dem Strang.</p>



<p style="font-size:22px">Dieses Ungeziefer! — es ist, wie ich sage, sie haben nichts, aber auch rein gar nichts zurückbehalten! Sie haben diese und noch weitere Einzelheiten enthüllt, über die sie schon aus Scham hätten schweigen müssen, schließlich handelt es sich dabei um Enthüllungen über einen König, eine heilige Persönlichkeit, die aufgrund seiner Wahl und Ernennung zu seinem großen Amt durch Gott selbst immun gegen Vorwürfe ist; einen König, dessen Handlungsweise nicht kritisiert werden kann, ohne Gott selbst zu lästern. Hat Gott sie nicht selbst von Anfang an im Auge gehabt, ohne Unzufriedenheit zu äußern, ohne sie zu missbilligen, ohne sie in irgendeiner Weise zu hemmen oder ihnen gar ein Ende zu machen? Das sind für mich Zeichen seiner Billigung dessen, was ich getan habe, seiner tief empfundenen, freudigen Billigung, das darf ich wohl sagen. Mit dieser großen Auszeichnung gesegnet, gekrönt, selig mit dieser goldenen, dieser unsagbar kostbaren Auszeichnung, – was kümmert es mich, wenn Menschen mich verfluchen und schmähen? [<em>mit einem plötzlichen Gefühlsausbruch</em>] Mögen sie eine Million Äonen rösten in — [<em>er beginnt schwer zu atmen, überzieht das Kruzifix mit überschwänglichen Küssen und murmelt dann kummervoll: »Diese indiskreten Worte bringen mir noch die ewige Verdammnis ein.«</em>] </p>



<p class="has-text-align-right" style="font-size:22px">[Fortsetzung <a href="https://slangtimes.com/2023-05-10/koenig-leopolds-selbstgespraech-3/">hier</a>]</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_1_17995" class="footnote">THE P. R. WARREN CO., BOSTON, MASS. 1905, Copyright, 1905 By Samuel L. Clemens; ein Original des gemeinfreien Textes finden Sie <a rel="noreferrer noopener" href="https://archive.org/details/kingleopoldssoli00twai_0" target="_blank">hier</a></li></ol>]]></content:encoded>
					
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