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“Huren­sohn” & “son of a bitch” (1)

In locke­rer Fol­ge möch­te ich hier der Geschich­te  zwei­er all­seits bekann­ter Schimpf­wör­ter und ihren Bezie­hun­gen zuein­an­der nach­ge­hen — dem deut­schen “Huren­sohn” und dem eng­li­schen “son of a bitch”.

Der deut­sche “Huren­sohn”, so liest man in eini­gen Nach­schla­ge­wer­ken, sei aus einer Über­set­zung des eng­li­schen “son of a bitch” ent­stan­den.
Nun, das lässt sich schon mal als unzu­tref­fend abha­ken. Das Deut­sche hat den “son of a bitch” nun sicher nicht gebraucht, um auf den “Huren­sohn” zu kom­men.
Bereits das Alt­hoch­deut­sche (etwa vom Beginn schrift­li­cher Über­lie­fe­rung bis zum 11. Jh.) kann­te den huorūn­sun [Köb­ler] bzw. den huorūn­sunu und das Mit­tel­hoch­deut­sche (vom 11. bis Mit­te des 14. Jh.) den huo­ren­sun [Lexer].
Der son of a bitch dage­gen ist nicht nur erst zur Mit­te des 14. Jhs. [OED] belegt, man kann auch mit abso­lu­ter Sicher­heit sagen, dass er der Sohn der ursprüng­li­chen bitch — näm­lich der Hün­din — war, denn auch die Über­tra­gung von bitch auf den Men­schen, in die­sem Fal­le auf die Frau kam erst spä­ter. Kurz, der son of a bitch erblick­te das Licht der Welt als Hun­de­sohn zu einer Zeit, in der der deut­sche Huren­sohn sowohl in sei­ner eigent­li­chen Bedeu­tung, “ein aus unehe­li­chem Bey­schla­fe erzeug­ter Sohn” [Adelung/Zedler], wie auch als “Schelt­wort” bereits eini­ge Jahr­hun­der­te geläu­fig war.

Exkurs: Bitch ist das weib­li­che Tier bei Hun­den und Hun­de­ar­ti­gen wie Fuchs und Wolf. Das Wort ist stan­dard, also Hoch­spra­che. Das Deut­sche kennt eine gan­ze Rei­he von regio­na­len, wie es scheint, Syn­ony­men zur Hün­din wie Töle, Tif­fe, Tef­fe, Matz, Lusche und Tebe. (Wer noch eines hat?)

(Fort­set­zung folgt)

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