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Slang zwi­schen spon­ta­ner Schöp­fung & ein­leuch­ten­dem Sinn

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Grif­fi­ger Slang ver­dankt sei­ne Schlag­kraft meist eher der blitz­ar­tig ein­schla­gen­den Kon­no­ta­ti­on als bestechen­der Geis­tes­ar­beit. Grund­sätz­lich haben Slang-Begrif­fe viel gemein mit den Meta­phern der Lyrik, die es auch eher sel­ten ver­tra­gen, bis in den letz­ten Win­kel der Logik aus­ge­leuch­tet zu werden.

Bezeich­nend ist hier ein Fall vom Dezem­ber 2008: Ein frus­trier­ter Ford-Händ­ler aus dem ame­ri­ka­ni­schen South Caro­li­na lamen­tiert in einem Radio­wer­be­spot über die staat­li­chen Zuschüs­se an die Auto­in­dus­trie, wo doch sei­ner Mei­nung nach staat­li­che Anrei­ze, “ame­ri­ka­nisch” zu kau­fen, sinn­vol­ler wären; japa­ni­sche Kraft­fahr­zeu­ge, mein­te er dabei, taug­ten ohne­hin gera­de mal für “Reis”, nicht für die Stra­ße – rice rea­dy … not road rea­dy” nennt er das.
Vom tech­ni­schen Stand­punkt aus lie­ße sich hier sicher dage­gen hal­ten ange­sichts von Blatt­fe­dern, star­ren Hin­ter­ach­sen und Män­gel­sta­tis­ti­ken, aber hier inter­es­siert eher das »rice rea­dy«, und auch das eher als Wort­schöp­fung denn hin­sicht­lich der unglaub­li­chen Wel­le von Ent­rüs­tung, die die For­mu­lie­rung in Blät­ter­wald & Blo­go­sphä­re hervorrief.
Von »Ras­sis­mus« & »ras­sis­tisch« war da gleich allent­hal­ben etwas hart die Rede, und natür­lich bezieht sich »rice« – nach der For­mel »Man ist, was man isst« – auf Men­schen aus dem Fer­nen Osten. Und selbst­ver­ständ­lich gibt es unter Motor­freunden – wie ja auch hier­zu­lan­de – seit lan­gem schon den »rice bur­ner« (»Reis­ko­cher«) oder die »rice rocket« (»Reis­ra­ke­te«). Abwer­tend? Je nach Ein­stel­lung. Meist jedoch nicht. Ras­sis­tisch? Wann hat das letz­te Mal einer von uns Bay­ern einen Anfall gekriegt, wenn ein Car­too­nist aus dem hohen Nor­den uns mit Leder­ho­se & Gams­bart oder, um beim Leib­li­chen zu blei­ben, über­ge­wich­tig & hin­ter einem Maß­krug sit­zend darstellt?
Was bei all der Ent­rüs­tung kaum einer gefragt hat, war die Fra­ge, die mir auf der Stel­le kam: Was zum Gei­er soll uns »rice rea­dy« eigent­lich sagen? Sicher, es han­delt sich um eine Anspie­lung auf den – wie gesagt – seit lan­gem schon kur­sie­ren­den »rice bur­ner«, dar­über hin­aus aus­schlag­ge­bend war wohl die Alli­te­ra­ti­on zu »road ready«.
Trotz welt­wei­ter Ent­rüs­tung, bei mir zündet’s nicht. Irgend­wie klingt’s mir halb­gar. Ob es im Wort­schatz der Nati­on hän­gen bleibt? Wer weiß.
Apro­pos: Wäre eigent­lich »Reis­ver­ga­ser« im Deut­schen in Anspie­lung auf unse­ren alten »Holz­ver­ga­ser« nicht logi­scher. Oder täten sich hier wie­der ganz ande­re Kon­no­ta­tio­nen auf?

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