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Net­la­bels – Musik ent­de­cken bis der Arzt kommt

»Net­la­bels sind« – ich zitie­re der Ein­fach­heit hal­ber hier die Wiki­pe­dia»Musik­la­bels, die ihre Musik pri­mär über das Inter­net ver­trei­ben. Häu­fig sind es selbst­or­ga­ni­sier­te, nicht kom­mer­zi­el­le Do-It-Yourself-Pro­jek­te von Musi­kern und Musik­lieb­ha­bern, die in auf­be­rei­te­ter Form in einem Label­kon­text ihre oder die von Freun­den pro­du­zier­te Musik über das Inter­net zur Ver­fü­gung stel­len. Net­la­bels die­nen dabei sowohl als Ver­triebs­weg als auch als Mar­ke­ting­in­stru­ment zur Pro­mo­ti­on der Künstler. «

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»Net­la­bels«, so weiß Wiki­pe­dia wei­ter, »bie­ten in aller Regel so genann­te „freie Musik“ an. Freie Musik steht unter einer frei­en Lizenz, ist GEMA-frei und kos­ten­los. Der Ver­trieb die­ser Musik ist frei von finan­zi­el­len Gewinn­ab­sich­ten. Die ange­bo­te­nen Musik­da­tei­en wer­den all­ge­mein auch als Netau­dio bezeich­net, wobei der Begriff sehr weit gefasst ist und auch für ande­re freie Musik­da­tei­en im Inter­net Ver­wen­dung findet.«

Aber machen Sie vor dem Wei­ter­le­sen erst mal Musik: 


Ein sol­ches Net­la­bel, das mir seit Jah­ren über so man­che Stun­de am Schreib­tisch gehol­fen hat, ist Mono­to­nik. War Mono­to­nik, soll­te ich viel­leicht sagen, denn seit genau einem Jahr – seit August 2009 näm­lich – tut sich bei Mono­to­nik nichts mehr. Im Dezem­ber schob man außer­tour­lich noch ein hal­bes Dut­zend Nach­züg­ler nach. Dann war end­gül­tig Schluss.  Der letz­te Ein­trag auf der Web­site des Label lautet:

12/12/2009
Mono­to­nik is now on (per­ma­nent?) hia­tus — the final 6 (!) relea­ses are on the relea­ses page at the bot­tom — read label creator Simon Carless’ blog post on the sub­ject for more information.

In sei­nem Blog schreibt der Grün­der des Labels Simon Carless dazu:

My net.label Mono­to­nik on hia­tus — RIP (?) 1996–2009
Decem­ber 6th, 2009
So, it would appe­ar to have come to ‘End Of An Era — Pt.II’ for my elec­tro­nic music net.label Mono­to­nik, which I’ve been run­ning sin­ce 1996 in .MOD and .MP3 form. In that time, we’ve put out over 350 free-to-down­load relea­ses, initi­al­ly span­ning all forms of elec­tro­nic music, but sett­ling down into what you might call idm.

Das ist scha­de, für unser­eins letzt­lich aber eigent­lich uner­heb­lich. Die Musik steht nach wie vor im Web und die Sound­bast­ler haben sich neue Stäl­le gesucht.

Aber hören Sie sich doch ein­fach ein paar der über 300 ver­füg­ba­ren Mono­to­nik-EPs und ‑LPs an. Viel­leicht kom­men Sie ja auf den Geschmack. 

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North­bound — Land­s­capes Of Late [mtk171]

Dazu heißt es von Mono­to­nik: »We’­re proud to pre­sent the debut release on Mono­to­nik from North­bound, a band con­sis­ting of Mikko Rois­ko and Olli Jäder­holm, self-descri­bed as “two guys from sou­thern Fin­land, soon to reach their mid-twen­ties” — and ‘Land­s­capes Of Late’ is gor­ge­ous live instru­ment-fil­led nu-chill groo­ve. Dass die Tracks im Wohn­zim­mer­stu­dio laut eige­ner Aus­sa­ge mit »bil­ligs­tem« Equip­ment ein­ge­spielt wur­de, ist beim bes­ten Wil­len nicht zu hören. 

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Mal­ty Media — Buk Buk Buk EP

Bei Mal­ty Media han­delt es sich um eine wun­der­li­che Sound­bas­te­lei aus Neu­see­land, die etwas von einem musi­ka­li­schen Hörp­spiel hat, des­sen Sprach­parts offen­sicht­lich aus diver­sen Radioesen­dun­gen auf­ge­schnappt sind. Eines der letz­ten sechs Relea­ses von Mono­to­nik. Die Macher, Aqu­aboo­gie und Jet Jagu­ar, hat­ten schon unab­hän­gig von­ein­an­der ver­öf­fent­licht. Ach­ten Sie beim zwei­ten Stück auf den gera­de­zu sagen­haft sub­ti­len Ein­satz eines Sam­ples aus Cros­by, Stills & Nashs »Mar­ra­kesh Express«. Auch die Hüh­ner auf dem Cover der EP sind mit gemüt­li­chen Gluck­sen zu hören. 

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Zum Zehn­jäh­ri­gen Bestehen des Labels gab’s 2006 einen von Chris­to­pher Wha­ley besorg­ten Queer­beet-Mix, der jeder­zeit als LP bestehen könnte. 


1. bliss — life on the rooftop
2. sece­de — seafold
3. pla­net boe­lex — papri­kas from deep
4. vim! — whirl­wind snooker
5. braces tower — king of rock
6. ramo­ne — back to the oldskool
7. super sci­ence — some­ti­mes we’­re happy
8. whis­kas — as in cockroach
9. dream­fi­sh — twis­ted riddim
10. fun tou­rist — ddd
11. beak — amo­ral mayor earwig
12. twi­light — crys­tal rain
13. distance/lackluster — star­cell u.k.
14. alek­si vir­ta — outer edge intro
15. thug — oba­tem by night
16. jiva — sous l’eau au pied
17. lumin­fire — bananadittydub
18. esem — thinmute
19. sen­se — icy l tap
20. slee­py town manu­fac­tu­re — lain say you care
21. grand­ma — straw­ber­ry rhubarb oppai
22. tran­si­ent — trashybin
23. idmons­ter — the for­ce may be with you

Spread the mix, and we love you all.
— Simon Carless, Mono­to­nik — Octo­ber 2006

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Dead Eros — Bone Moun­tain [mtk218]

Ano­t­her stal­wart Mono­to­nik relea­ser over the past few years, Dead Eros returns one last time with the noi­sy, tri­um­phant ‘Bone Moun­tain’, clim­bing that pile of dead things with litt­le regard to safe­ty, sna­re fills, or life and limb.

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Kann ich nur noch hof­fen, dass Sie jetzt auf den Geschmack gekom­men sind. Wenn nicht, dann liegt das viel­leicht ganz ein­fach dar­an, dass Sie ihrem PC noch immer kei­ne Brüll­wür­fel – oder bes­ser noch ein Kabel zur Ste­reo­an­la­ge – gegönnt haben. Was natür­lich ange­sichts des reich­hal­ti­gen – legal nutz­ba­ren! – Musik- und Radio­an­ge­bots im Web unver­zeih­lich ist. 

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