SlangGuy's Blog ...

Bet­ter think again!

Aus dem alten Loui­se Ren­ni­son-Thread des Slang­ti­mes-Forums:

~~~~~~~~~~~~~~~~~

Fra­ge [Hei­di] : Hi Slang Guy!

dan­ke für die Rie­sen­lis­te!!!
war ziem­lich beschäf­tigt und dann ein paar Tage krank. Dafür habe ich die Kni­ckers mal ganz durch­ge­le­sen. Und alles ange­stri­chen.  
Wenn ich wie­der darf?  

oran­gish (88)  Ist das nor­mal?
Sta­lag 14
sad War­um ist es trau­rig, wenn Uncle Eddie Geor­gi­as Mut­ter Sal­sa tan­zen bei­bringt? Oder steh ich auf der Lei­tung?

she can think again noch­mal den­ken? vers­het ich nicht
pan­stick  
Wer ist Boots? (89) Der kommt aber sonst nicht vor oder?
matu­rio­si­ty
Tschüs­si!
Hei­di

**

Ant­wort: Hi Hei­di!

Haupt­sa­che, du bist wie­der wohl­auf.  

my still oran­gish legs (88)  : ish ist eine Nach­sil­be (Suf­fix), die das damit bedach­te Wort “vage” macht. big­gish z.B. heißt “ziem­lich groß”, “eher groß”, greyish ist “gräu­lich” usw. oran­gish ist eben “irgend­wie oran­ge” oder “so ’n biss­chen oran­ge”
“oran­ge­lich”

Sta­lag 14 (88) ist ein deut­sches Wort aus dem Krieg; Wiki­pe­dia: ” Stamm­la­ger: Sta­lag ist die Abkür­zung für Mann­schafts­stamm und ‑straf­la­ger zur Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus. In Sta­lags durf­ten gemäß des Gen­fer Kriegs­ge­fan­ge­nen­ab­kom­mens von 1929 nur Kriegs­ge­fan­ge­ne, also kei­ne Zivi­lis­ten, inhaf­tiert wer­den.… Die Eng­län­der ken­nen sol­che nega­ti­ven deut­schen Wör­ter lei­der aus eige­ner Erfah­rung & kön­nen sie auch nicht so recht ver­ges­sen.  

Geor­gia bezeich­net damit die Schu­le. Sei­te 92: “Five days to Sta­lag 14 (school) and coun­ting.”  

sad “sad” ist ein umgangs­prach­li­cher Aus­druck, der “trau­rig” im über­tra­ge­nen Sin­ne meint; wenn jemand zum Bei­spiel ein “train­spot­ter” ist & die Num­mern von Loko­mo­ti­ven sam­melt, dann ist das “sad” in den Augen des­sen, der meint, er hat ja ein viel, viel inter­es­san­te­res Leben. Und Geor­gi­as Mut­ter und Uncle Eddie sind natür­lich schon furcht­bar “alt”, da ist das “sad”, wenn die tan­zen gehen: der Spre­cher fin­det das jäm­mer­lich arm­se­lig, zum Heu­len

she can think again  (88) Das stimmt schon, du musst nur um die Ecke den­ken: Wenn man jeman­dem sagt “think again”, dann will man ihm damit sagen, dass er falsch liegt. Dass er sich etwas noch mal über­le­gen soll.  Passt oft unser “denks­te!” / “Hast du dir so gedacht” etc.

Man kann sagen: “If you think… think again.” Wenn du denkst / du dir ein­bil­dest, dass ich… da hast du dich aber geschnit­ten.” 
Man könn­te auch sagen: “You’­ve got ano­t­her think com­ing.”  

pan­stick ist, nicht dass ich da mit­re­den könn­te, ein Begriff aus der Kos­me­tik;  im Prin­zip fes­te Far­be – wie Lip­pen­stift – nur eben fürs Gesicht, als “Foun­da­ti­on”, wie das auf gut Deutsch heisst (hab ich mir mal sagen las­sen).

Boots (89) … dort, wo es “pan­sticks” gibt: Boots ist eine gro­ße bri­ti­sche Dro­ge­rie­ket­te – wie Mül­ler bei uns.  

matu­rio­si­ty: “matu­ri­ty” bzw. eine wit­zi­ge Form davon; wenn ich mal dazu kom­me, dann tra­ge ich mal ein paar sol­cher Wör­ter zusam­men; die­se Art von ver­ball­horn­ten Wör­tern  wur­de mit “Clu­eless” popu­lär. Wir hat­ten schon beau­to­si­ty, wenn du dich erin­nerst.  

Bis dann!
Slang Guy

~~~

 
amslang_120   EXPLICIT

Einen Jahr­zehn­te alten [Feh­ler] habe ich neu­lich selbst ent­deckt, als ich mich in Bern­hard Schmids unent­behr­li­chem ›Ame­ri­can Slang‹-Wörterbuch … unter shit fest­ge­le­sen hat­te.
Har­ry Rowohlt, Die Zeit (17. Juni 2010)

~~~

Hin & wie­der tru­delt hier ein E‑Mail ein, das nach dem alten Slang­ti­mes-Forum fragt…
Nun, das hat mir lei­der ein Spam­mer zer­stört und ich hat­te ein­fach nie den Nerv, mir all die Arbeit noch mal zu machen. Ein paar Bro­cken sind aber noch erhal­ten, also schmeiß ich die hier mal in Postings. Wor­d­Press hat mitt­ler­wei­le auch ganz brauch­ba­re Foren, wenn also genü­gend Leu­te inter­es­siert sind, könn­te ich mich da mal umschau­en. Für die, die das Slang­ti­mes-Forum nicht kann­ten. Es konn­te dort jeder Fra­gen zur eng­li­schen, ame­ri­ka­ni­schen etc. Umgangs­spra­che stel­len. Vor allem mei­ne klei­ne Gemein­de von Loui­se Ren­ni­son-Lesern war mir recht ans Herz gewach­sen, weil die Mädels wirk­lich die dicken Bret­ter gebohrt haben. Also denn, hier und da ein Bro­cken…
Viel­leicht kann ich sogar mal hier und da was neu for­ma­tie­ren, um es les­ba­rer zu machen…
Wie auch immer, Enjoy!

Schreibe einen Kommentar

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.