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by no means: king of the road

Aus dem alten Slang­ti­mes-Forum:

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zu King of the Road

Fra­ge: How­dy!  

… Ich habe mir den Text von Roger Mil­lers KING OF THE ROAD ange­schaut. Den habe ich die gan­zen Jah­re nicht so recht ver­stan­den. … 

Two hours of pushing broom buys a eight by twel­ve four­bit room  
Er schiebt zwei Stun­den einen Besen. Was ist dann der Bezug von buys?

Und dann die gro­ße Fra­ge. Was heißt über­haupt der Refrain:  I’m a man of means by no means, King of the Road.  

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Ant­wort: How­dy Wyatt!


Aber zu Ihrer Fra­ge: Die ist weit kom­ple­xer, als Sie womög­lich geahnt haben – und sehr inter­es­sant.
Muss­te selbst erst mal über­le­gen. Und mit jeder Minu­te taten sich mehr Mög­lich­kei­ten auf.  

Zunächst: ein man of means ist ein ver­mö­gen­der / bemit­tel­ter Mann, ein Mann von Ver­mö­gen, gut­si­tu­iert u.ä.  

means [finan­zi­el­le] Mit­tel bzw. die [finan­zi­el­len] Ver­hält­nis­se aber auch was man im Deut­schen als “Mit­tel und Wege” oder heut­zu­ta­ge als Res­sour­cen bezeich­nen könn­te, was einen “man of means” zu einem Mann mit einer gewis­sen / bestimm­ten Kom­pe­tenz macht   

und  

by no means heißt kei­nes­falls, alles ande­re als  

Ich habe – ohne mir das zu über­le­gen – den Refrain immer so ver­stan­den:  

I am a man of means – by no means  
King of the Road   
Ich bin einer, der sich zu hel­fen weiß, prak­tisch mit nichts / ohne was zu haben
[ich bin] der König der Stra­ße  

Jetzt, wo Sie mich zum Über­le­gen zwin­gen, tun sich aller­dings auch ande­re Mög­lich­kei­ten auf:  

Ich bin kei­nes­falls ein Mann von Ver­mö­gen  
[ich bin] der König der Stra­ße  
Ich bin ein Mann von Ver­mö­gen, aber ohne Ein­kom­men  
[ich bin] der König der Stra­ße  
Ich bin ein Mann mit Aus­kom­men, aber ohne Ein­kom­men  
[ich bin] der König der Stra­ße  
Ich  bin alles ande­re als ein Mann mit Ein­kom­men  
[ich bin] der König der Stra­ße  
ich bin ein ver­mö­gen­der Mann, ohne groß was dafür zu tun
[ich bin] der König der Stra­ße  

Oder wenn man das “by no means” auf den King of the Road bezieht:  

Ich bin einer, der sich zu hel­fen weiß, aber alles ande­re als
ein König der Stra­ße  

Was aber etwas unlo­gisch, bes­ten­falls iro­nisch wäre, denn er singt ja davon, wie ein­fach (im dop­pel­ten Sin­ne) sein Leben ist. Aber für mich ist der Song nicht iro­nisch gemeint, son­dern posi­tiv: eine Hym­ne auf das sor­gen­freie Leben auf der Stra­ße. So oder so, es han­delt sich um ein Wort­spiel.  

Ich den­ke, ich zie­he mei­ne ers­te, instink­ti­ve Les­art vor; und die ers­ten drei ande­ren, die ja in etwa das­sel­be bedeu­ten.  

Er braucht nur zwei Stun­den den Besen zu schie­ben, das bringt ihm “four bits” ein; ein “bit” ist im Ame­ri­ka­ni­schen 12,5 Cent, eine Men­ge, die es natür­lich nur als Viel­fa­ches gibt:
“two bits” sind ein “quar­ter”; “four bits” sind “50 Cent”.
Und wie wir aus der ers­ten Zei­le des Songs wis­sen, kos­tet ein Zim­mer “50 Cents” die Nacht.
Er bekommt also fürs Fegen eine klei­ne Kam­mer für die Nacht: “eight by twel­ve foot” : zwei­ein­halb mal drei­ein­halb Meter

Ist jetzt etwas lang gewor­den, womög­lich etwas ver­wir­rend.
Aber wenn Sie sich an mei­ne Les­art hal­ten: Er weiß sich zu hel­fen und bekommt so alles, was er so braucht.  
Der Rest ist klar? Ein­fach nach­fra­gen.
War jetzt wirk­lich eine net­te klei­ne Beschäf­ti­gung. Genau der Grund, aus dem ich das Forum hier auf­ge­macht habe.  

Cheers!
Slang Guy

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Fra­ge: How­dy!   

Ich schmö­ke­re ger­ne immer wie­der in Ihrem infor­ma­ti­ven Rock ’n’ Read.
Man hät­te sich auch mal eine Fort­set­zung gewünscht.
Eini­ge Begrif­fe aus dem Bereich Coun­try & Wes­tern wür­den mich bren­nend inter­es­sie­ren. Ich bin eher zufäl­lig jetzt auf Ihre Sei­te hier gesto­ßen. Das sieht mir nach einer guten Idee aus.
Es scheint aber für C&W noch kei­ne Ecke zu geben. Sie schrei­ben, man kann sich so etwas wün­schen. Also wün­sche ich mir eine C&W‑Ecke wenn’s recht ist.  

So long!  
Wyatt

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Ant­wort: How­dy Wyatt!  

Dan­ke für Blu­men & fürs Kom­men.  
Ich habe Ihnen eine “Coun­try-Ecke” ein­ge­rich­tet. Gucken Sie unter “Kate­go­rien”. Sie kön­nen dann gleich los­le­gen.  
Cheers!
Slang Guy

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How­dy!  

Das ist ja ein Ser­vice! Haben Sie vie­len Dank! Obwohl ein Bekann­ter von mir ges­tern gemeint hat, daß mei­ne Fra­ge gar nicht Coun­try ist. Ich hof­fe, dass Sie das nicht so eng sehen. Ich habe mir den Text von Roger Mil­lers KING OF THE ROAD ange­schaut. Den habe ich die gan­zen Jah­re nicht so recht ver­stan­den. Neu­lich hat mir jemand den Tip mit dem Inter­net gege­ben. Ich ver­ste­he auch mit Mit­le­sen nicht viel mehr.  

Two hours of pushing broom buys a eight by twel­ve four­bit room  
Er schiebt zwei Stun­den einen Besen. Was ist dann der Bezug von buys?

Und dann die gro­ße Fra­ge. Was heißt über­haupt der Refrain:  I’m a man of means by no means, King of the Road.  
Das hät­te mei­ner Mei­nung nach eine Auf­nah­me in Ihr Buch ver­dient. Man kann das viel­leicht hier fort­se­zen.  
Ich hof­fe, dass ich hier alles rich­tig mache. Das ist jetzt mein zwei­ter Ein­trag in ein Forum.  

Wyatt

Ach ja. WIe kom­me ich zu einem von die­sen klei­nen Bil­dern links? Gibt es da auch etwas zünf­ti­ges zum The­ma?

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How­dy!  
Par­don! Ich sehe, das ich die klei­nen Bil­der RECHTS mei­ne. Da wo der Dau­men links ist. Nicht die gel­ben run­den. eines für den klei­nen Rah­men unter Wyatt. Ich fra­ge mich aber, ob es die klei­nen gel­ben nicht auch mit einem Cow­boy­hut gibt.  
So long!
Wyatt

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amslang_120   EXPLICIT

Einen Jahr­zehn­te alten [Feh­ler] habe ich neu­lich selbst ent­deckt, als ich mich in Bern­hard Schmids unent­behr­li­chem ›Ame­ri­can Slang‹-Wörterbuch … unter shit fest­ge­le­sen hat­te.
Har­ry Rowohlt, Die Zeit (17. Juni 2010)

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Hin & wie­der tru­delt hier ein E‑Mail ein, das nach dem alten Slang­ti­mes-Forum fragt…
Nun, das hat mir lei­der ein Spam­mer zer­stört und ich hat­te ein­fach nie den Nerv, mir all die Arbeit noch mal zu machen. Ein paar Bro­cken sind aber noch erhal­ten, also schmeiß ich die hier mal in Postings. Wor­d­Press hat mitt­ler­wei­le auch ganz brauch­ba­re Foren, wenn also genü­gend Leu­te inter­es­siert sind, könn­te ich mich da mal umschau­en. Für die, die das Slang­ti­mes-Forum nicht kann­ten. Es konn­te dort jeder Fra­gen zur eng­li­schen, ame­ri­ka­ni­schen etc. Umgangs­spra­che stel­len. Vor allem mei­ne klei­ne Gemein­de von Loui­se Ren­ni­son-Lesern war mir recht ans Herz gewach­sen, weil die Mädels wirk­lich die dicken Bret­ter gebohrt haben. Also denn, hier und da ein Bro­cken…
Viel­leicht kann ich sogar mal hier und da was neu for­ma­tie­ren, um es les­ba­rer zu machen…
Wie auch immer, Enjoy!

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