Tschaka-tschaka

FF

Ans Bett gefesselt… an den Schreibtisch gefesselt… Ob es in der Richtung wohl ein Pendant zu „bettlägrig“ gibt? Na, jedenfalls stehe ich kaum noch auf  & habe als Hardcore-Sesselpuper angefangen, hin & wieder eine meiner CDs im modischen mp3-Format in eine Datenbank (Catraxx, äußerst empfehlenswert!) einzulesen. (In bester kbs-Rate, versteht sich.) So lässt sich die Mucke ganz einfach per Knopfdruck gesteuert auf meinem Surf-PC – halblinks von mir – abspielen; andernfalls würde ich die guten Stücke womöglich überhaupt nicht mehr hören. Zudem hat man, gerade als Jazzfan, die – zugegeben nerdige – Möglichkeit, sich einen schönen Überblick über Coverversionen zu verschaffen & kann rasch mal mal per amazon eine lästige Lücke füllen.

Eben höre ich so Gabor Szabos letzte LP Femme Fatale. Sie wurde 1978 eingespielt, vom Label jedoch abgelehnt, und kam dann erst 1981 heraus.

Die Platte spricht mich an, auch wenn sie klingt, wie Fusion damals eben so klang, und mit Sicherheit nicht von derselben eisigen Brillanz ist wie die Scheibe, an die ich beim Hören sofort denken musste, nämlich Land of the Midnight Sun, Al di Meolas Solodebüt zwei Jahre zuvor. Das Kalkül des Labels ist durchaus verständlich, und mit Sicherheit stach Femme Fatale auch 1981 nicht heraus, aber wen interessiert das heute noch? Die Platte ist wärmer als die von Al di Meola, dessen Musik ich damals als perfekt, geschleckt & kalt empfand. Und 30 Jahre später, in der Zeit von Satellitenfunk & Webradio,  hat man ohnehin 1000 andere Sachen im Ohr; man kommt noch nicht mal auf den Gedanken: Großer Gott, noch eine Fusion-LP! Und das funkige tschaka-tschaka, das man damals von x LPs aus der Grabbelkiste kannte, kann man auch wieder hören. Schon gar wenn das alles nur Hintergrund für eine durch und durch originelle Gitarre ist,  und manchmal hört man neben den Anklängen an di Meola eben auch noch die hypnotisch hinbuchstabierten Klänge von Sorcerer oder Spellbinder heraus. Mir fällt wieder ein, warum ich mir George Bensons White Rabbit gekauft hatte, dann Body Talk. Bevor ich Gabor Szabo überhaupt kannte… Merkwürdigerweise fehlt George Benson als Autor der Liner Notes, die immerhin von Sessionkämpe Jimmy Stewart, Chico Hamilton, Wes Montogomery und Carlos Santana sind.

Witzigerweise sitzt Chick Corea an den Keyboards, der Mann, in dessen Combo di Meola vor seinem Alleingang gespielt hatte. Und ich sehe gerade, dass Jim Keltner trommelt, den ich damit zum ersten Mal bewusst auf einer Jazzplatte höre.

Ich denke mal, ich gebe „Out of the Night“, eine ruhige, perlende (sorry) Meditation mit Corea am Klavier, in eine der Playlists mit Favoriten, die man mit der Datenbank anlegen kann. Zusammen mit „Femme Fatale.

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