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Mehr Ding’ im Him­mel und auf Erden…

Im Prinzemb.12ip lau­fen 08/15-Über­set­zun­gen immer auf das­sel­be hin­aus: Es wer­den Wör­ter über­setzt statt Sinn. Und dann steht man im Deut­schen mit einem Häuf­lein deut­scher Wör­ter da, aber eben noch lan­ge nicht mit einem  anstän­di­gen deut­schen Satz, geschwei­ge denn mit gespro­che­nem oder gar geschrie­be­nem Deutsch. Es fehlt oft selbst die Spur von Gespür für die idio­ma­ti­sche Nuan­ce – im Eng­li­schen erkennt man sie oft erst gar nicht, im Deut­schen ver­mag man sie nicht zu for­mu­lie­ren.

In der Über­set­zung, die ich mir eben ange­se­hen habe, fällt unter ande­rem auf, dass „things“ ziem­lich pene­trant mit „Din­ge“ über­setzt wird, was natür­lich an sich nicht falsch ist, aber doch all­zu oft auf recht plum­pes Deutsch hin­aus­läuft, wo im Eng­li­schen nicht aus­drück­lich Plump­heit inten­diert ist.

Dad, how come things look dif­fe­rent if I open one eye and clo­se the other real quick?
Dad, wie kommt es, dass die Din­ge anders aus­se­hen, wenn ich ein Auge auf­ma­che und das ande­re ganz schnell zuma­che?

Ich habe die­sen Satz bereits im letz­ten Pos­ting zitiert, weil mir „wie kommt es“ nicht aus Kin­der­mund zu stam­men scheint, aber auch die „Din­ge“ schei­nen mir hier aus eben die­sem rund fehl am Platz.

It is capa­ble of more things than we can ever ima­gi­ne.
Er ist zu mehr Din­gen fähig, als wir uns über­haupt vor­stel­len kön­nen.

Hier hät­te doch wohl zu mehr fähig“ voll­auf genügt.

He felt so many things all at once.
Er fühl­te so vie­le Din­ge auf ein­mal.

Er fühl­te „so vie­les“, abge­se­hen davon dass hier noch ganz ande­re Mög­lich­kei­ten gege­ben wären, die ein geson­der­tes Pos­ting recht­fer­ti­gen wür­den.

Tyler tried to think of other things.
Tyler ver­such­te an ande­re Din­ge zu den­ken.

An “etwas ande­res” sagt man im Deut­schen halt .

that that was just one of tho­se mea­ningless things adults say.
dass das nur eins die­ser bedeu­tungs­lo­sen Din­ge war, die Erwach­se­ne von sich gaben.

Bin ich der Ein­zi­ge, dem das zu umständ­lich ist? Und es wim­melt lei­der nur so von „Din­gen“. Eini­ge Bei­spie­le mehr:

How do we know the­se things?
Woher erfah­ren wir die­se Din­ge?

“What is it you wish to know?” — A num­ber of things, if I may.
“Was möch­ten Sie gern wis­sen?« — “Eini­ge Din­ge, wenn Sie gestat­ten.

becau­se of the­se things I was say­ing befo­re
wegen der Din­ge, die ich vor­hin erwähnt habe

one of the things that appeared was some­thing that only Tyler and I knew about, as far as I know
eins der Din­ge, die auf­tauch­ten, war etwas, wovon eigent­lich nur Tyler und ich etwas wuss­ten

The­re’­re things we can do, more steps.
Es gibt Din­ge, die wir tun kön­nen, wei­te­re Schrit­te, die wir unter­neh­men kön­nen.

We can do won­der­ful things the­se days— you have no idea.
Wir kön­nen heut­zu­ta­ge wun­der­vol­le Din­ge tun – Sie haben kei­ne Vor­stel­lung.

You’d be sur­pri­sed at some of the things that go on in the OR, jokes … all kinds of stu­pid, imma­te­ri­al, irrele­vant things.
Ange­sichts man­cher Din­ge, die im OP ablau­fen, wären Sie über­rascht … alle mög­li­chen dum­men, neben­säch­li­chen, irrele­van­ten Din­ge.

May­be things had been in some ways bet­ter in the not-so-distant days
Viel­leicht waren die Din­ge in man­cher Hin­sicht in den gar nicht so weit zurück­lie­gen­den Tagen bes­ser gewe­sen

Some of tho­se things are won­der­ful and ent­hral­ling, and some are mons­trous and dan­ge­rous.
Eini­ge die­ser Din­ge sind wun­der­voll und fas­zi­nie­rend, und man­che sind mons­trös und gefähr­lich…

That makes sen­se, the way things in the body usual­ly make sen­se…
Das ist sinn­voll, wie über­haupt Din­ge im Kör­per sinn­voll orga­ni­siert sind.

jud­ging from the things we did, the mea­su­re­ments we took…
nach den Din­gen zu urtei­len, die wir getan haben…

A lot of stran­ge things go on around here.
Hier gesche­hen eine Men­ge merk­wür­di­ge Din­ge.

Es hilft übri­gens auch nicht, nur um das erwähnt zuha­ben, wenn man “Din­ge” zu “Sachen” macht:

“Why is it … that child­ren take so much guilt upon them­sel­ves? Why do they think that bad things are their fault?
Woher kommt es … dass Kin­der so viel Schuld auf sich neh­men? War­um glau­ben sie, dass schlim­me Sachen ihr Feh­ler sind?

Ich will hier nicht sagen, dass alles über­setzt wer­den soll­te, als wäre es von gro­ßen Sti­lis­ten geschrie­ben, son­dern ein­fach um les­ba­res Deutsch; und unter unter „les­ba­rem Deutsch“ ver­ste­he ich zunächst mal Deutsch, das ich auch tat­säch­lich lesen möch­te. Kurz gesagt, es wäre schön, sich nicht an jedem Satz sto­ßen zu müs­sen. Ist das zu viel ver­langt? Von pro­fes­sio­nel­len Über­set­zern?

Es gibt mehr Ding’ im Him­mel und auf Erden, die ein phan­ta­sie­lo­ser Über­set­zer sich erträumt – und ich mei­ne damit mehr Lösun­gen als die, die sich jedem Schü­ler auf­drängt.

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