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Con­gres­sio­nal Hea­rings – 1a Info für lau (1)

Im Zuge mei­ner Wör­ter­buch­ar­beit bin ich neu­lich auf eine Infor­ma­ti­ons­quel­le gesto­ßen, die mir einen genaue­ren Blick wert scheint: die Anhö­rungs­pro­to­kol­le des einen oder ande­ren Aus­schus­ses in Washing­ton, der ame­ri­ka­ni­schen Bun­des­re­gie­rung mit ande­ren Wor­ten. Wir ken­nen die­se hea­rings ja vor allem aus Spiel­fil­men; die des Aus­schus­ses für uname­ri­ka­ni­sche Umtrie­be in der McCar­thy-Zeit sei­en genannt. Die Arbeit die­ser Aus­schüs­se ist sel­ten so spek­ta­ku­lär, in der Regel dürf­te sie uns als Euro­pä­er noch nicht ein­mal groß tan­gie­ren. Aber hin und wie­der geht es auch um etwas, was den Rest der Welt sehr wohl inter­es­siert. Und was immer bei die­sen Anhö­run­gen zur Spra­che kommt, es wird pro­to­kol­liert. Und die­se Pro­to­kol­le sind von jeder­mann ein­zu­se­hen. Und zu Zei­ten des Inter­webs ist die­ses “jeder­mann” wört­li­cher zu neh­men denn je. Ich möch­te hier nur drei Bei­spie­le anfüh­ren.

Eine Anhö­rung, von der wir sei­ner­zeit alle erfah­ren haben, fand im Febru­ar 1994 statt und ist unter dem Akten­zei­chen Seri­al No. J‑I03-4S ein­zu­se­hen. The­ma und damit Titel der Publi­ka­ti­on: Shaping Our Respon­ses to Vio­lent and Deme­a­ning Image­ry in Popu­lar Music. Sie haben es erfasst, es geht um eine der Anhö­run­gen zu den schäd­li­chen Aus­wir­kun­gen zeit­ge­nös­si­schen ame­ri­ka­ni­schen Lied­guts auf die Jugend. Frank Zap­pa hat­te 1985 in einer sol­chen Anhö­rung aus­ge­sagt. Dies­mal kommt unter ande­rem Dion­ne War­wick zu Wort, wenn auch für die “ande­re Sei­te”.

Wie auch immer, auf eine eben­so akri­bi­sche wie sau­ber gesetz­te Inhalts­an­ga­be fol­gen die Eröff­nungs­er­klä­run­gen eini­ger Sena­to­ren, als ers­te die des dama­li­gen Sena­tors von Wis­con­sin Her­bert Kohl: “Vor­ab, die heu­ti­ge Anhö­rung hat für Kon­tro­ver­sen gesorgt, weil sie sich mit dem so genann­ten gangs­ter rap befasst, einer Form von rap music, die, von afro­ame­ri­ka­ni­schen Musi­kern erfun­den, größ­ten­teils von afro­ame­ri­ka­ni­schen Musi­kern vor­ge­tra­gen wird.” Nicht dass man ein­sei­tig sein möch­te: “Und auch wenn der Löwen­an­teil der Medi­en­auf­merk­sam­keit sich auf die­se Musik­rich­tung rich­tet, so ist doch nicht zu über­se­hen, dass das Pro­blem gewalt­tä­ti­ger und expli­zi­ter Musik weit über sie hin­aus reicht. Vie­le Arten von Rock- und Hea­vy Metal-Musik, die größ­ten­teils von wei­ßen Künst­lern gespielt wer­den, trans­por­tie­ren die­sel­be häss­li­che Bot­schaft.”

Wir hören von einer der Haupt­fi­gu­ren der Bewe­gung C. Delo­res Tucker, die unter den betrof­fe­nen Künst­lern längst zur Buh­frau der Bewe­gung gewor­den war. Wir hören auf der ande­ren Sei­te Micha­el Eric Dys­on, einen Pro­fes­sor für ame­ri­ka­ni­sche Kul­tur und afro­ame­ri­ka­ni­sche Stu­di­en. Und von ihm stam­men denn auch der his­to­ri­sche Abriss über die Rap­mu­sik und der Ver­such über “Groß­stadt­ge­walt und die Kri­se des schwar­zen Man­nes”, derent­we­gen ich hier eigent­lich auf die­ses Pro­to­koll auf­merk­sam mache.

Die­se Auf­sät­ze allein schon loh­nen die Lek­tü­re die­ser immer­hin kos­ten­lo­sen und gemein­frei­en Dar­stel­lung eines Sach­ver­halts, der – egal von wel­cher Sei­te man ihn betrach­tet – uns alle betrifft.

Die Mit­schrift der Anhö­rung umfasst 140 dicht beschrie­be­ne Sei­ten und ist ordent­lich gesetzt und gedruckt; man muss sich nicht etwa durch getipp­te Sei­ten quä­len. Der Natur der Sache ent­spre­chend wird das Pro­blem von allen Sei­ten betrach­tet, was die­ses Pro­to­koll gera­de für Fach­ar­bei­ten inter­es­sant machen soll­te. Ich kann sie also beson­ders Gym­na­si­al­leh­rern und Schü­lern emp­feh­len. Nicht dass die Lek­tü­re ganz pro­blem­los sein dürf­te, aber dafür gibt es auch eine Quel­le, die noch nicht ganz so abge­grif­fen ist wie vie­le ande­re, die im Web leich­ter zu fin­den sind. Wenn es um Schwie­rig­kei­ten mit der eng­li­schen Spra­che geht, hel­fe ich hier ger­ne aus.

Das Exem­plar hier ist viel­leicht nicht das schöns­te, das sich auf­trei­ben lie­ße, aber blät­tern Sie doch ein­fach mal. Dazu kli­cken Sie ein­fach auf die Sei­te rechts oder links.

Das zwei­te Bei­spiel gibt es dem­nächst.

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