Ein Ame­ri­ka­ner in Brüs­sel prä­sen­tiert: die eier­le­gen­de Woll­milch­sau (1)

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Unser Glo­bus pfeift auf dem letz­ten Loch: Kli­ma­wan­del, Umwelt­dreck, Arbeits­lo­sig­keit, Erd­öl­fal­le. Eini­ge Ideen, ach was, einen fer­tig aus­ge­ar­bei­te­ten Plan, wie alle­dem bei­zu­kom­men und die Kur­ve vor der bevor­ste­hen­den Apo­ka­lyp­se viel­leicht gera­de noch mal so zu krie­gen wäre, fin­den Sie in Jere­my Rif­kins neu­es­tem Buch Die drit­te indus­tri­el­le Revo­lu­ti­on. Im Rah­men sei­ner nun­mehr gut 50-jäh­ri­gen Bemü­hun­gen, unse­re Welt zu ret­ten – oder sie wenigs­tens ein biss­chen bes­ser zu machen – prä­sen­tiert die wan­deln­de Denk­fa­brik nichts Gerin­ge­res als die eier­le­gen­de Woll­milch­sau. Und sie ist ange­sichts der Rat­lo­sig­keit des Rests der Welt nicht nur einen nähe­ren Blick wert, die Arbei­ten dar­an sind bereits wei­ter gedie­hen als man mei­nen möch­te. Gön­nen Sie sich einen inter­es­san­ten Blick in die Werk­statt eines impo­san­ten Nimmermüden.

Das hört sich ziem­lich nach Wasch­zet­tel an, ich weiß. Aber dem ist nicht so, wie ich hier gleich dar­le­gen wer­de. Ich habe mich, nicht zuletzt aus den hier ange­ris­se­nen Grün­den, ziem­lich gefreut, den »neu­en Rif­kin« über­set­zen zu dür­fen. Auch wenn es furcht­bar schnell gehen muss­te. Mich erfass­te bei der Arbeit neben dem Adre­na­lin­stoß, der jeden Schnell­schuss zum Spaß für sich macht, auch ein merk­wür­di­ger Opti­mis­mus, was unse­ren Glo­bus angeht. Naiv, natür­lich, nicht zuletzt, weil der Autor trotz sei­nes schlicht genia­len Pla­nes zur Ret­tung der Welt selbst weit weni­ger opti­mis­tisch ist. Nicht was sei­nen Plan angeht, son­dern unser aller Bereit­schaft, ihn mit ihm zusam­men ver­wirk­li­chen zu wol­len. Aber ich werd’ den Teu­fel und mir mei­nen Spaß an der Schwar­te neh­men lassen.

Aber was hat es denn nun auf sich mit die­ser »drit­ten indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on« im Titel die­ses Buchs? Nun, etwas abs­trakt vor­weg: Die von Rif­kin pro­pa­gier­te Drit­te Indus­tri­el­le Revo­lu­ti­on ist nicht eine wei­te­re Pha­se von vie­len in »der gro­ßen indus­tri­el­len Saga«, son­dern die letz­te. Und sie ist gleich­zei­tig Über­gangs­pha­se – »Inter­re­gnum«, wie Rif­kin sagt – zu einer neu­en Peri­ode der Wirt­schafts­ge­schich­te: dem Zeit­al­ter der Zusam­men­ar­beit oder der kol­la­bo­ra­ti­ven Zeit. Den gro­ßen Plan dazu lie­fert er. Nun liegt es an uns ihn die Tat umzu­set­zen. (mehr …)

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