Ladies with the Blues

Bei der Überarbeitung meines alten Mojo-Artikels, der hier im Blog zu den Dauerbrennern gehört, habe ich zwei thematisch passende Videos eingefügt. Dabei hab ich mir glatt wieder mal das Bluesfieber…

Weiterlesen Ladies with the Blues

Lau­ryn Hill, “Every Ghet­to, Every City” — Aus dem alten Slang­ti­mes-Forum

Aus dem alten Slangtimes-Forum… Leider musste ich mein Forum dichtmachen, nachdem irgendein Spammer sich eingehackt & darüber Mist verschickt hat. Das Forum wurde dadurch irreparabel zerstört und ich komme einfach…

Weiterlesen Lau­ryn Hill, “Every Ghet­to, Every City” — Aus dem alten Slang­ti­mes-Forum

Wo ich heu­te gern wäre – beim Delia Der­byshire Day in Man­ches­ter

Delia Der­byshire war eine Pio­nie­rin der elek­tro­ni­schen Musik und eine Pio­nie­rin der Hör­spiel- und Film­mu­sik, die hier­zu­lan­de kein Mensch gekannt hat. Von der ver­mut­lich auch in ihrer eng­li­schen Hei­mat kaum je einer wirk­lich gehört hat­te. Und die 2001 ent­spre­chend ein­sam, nach einer Brust­ope­ra­ti­on, an Nie­ren­ver­sa­gen starb. Wir wis­sen alle, wie wich­tig der Zufall im Leben ist, Zufall und Zeit­geist, und sie ist so offen­sicht­lich eine der Men­schen, die haar­scharf am alles ent­schei­den­den Zufall in ihrem Leben vor­bei­ge­schrammt ist, trotz ihrer Bekannt­schaft mit Grö­ßen wie Paul McCart­ney …

Seit den 70ern, als all der Kram mit Frau­en & deren Pio­nie­ren auf­kam – woge­gen ich nichts habe, im Gegen­teil –, nervt mich an die­sem Trend, dass immer nur die ange­sag­ten Frau­en abge­fei­ert wer­den. Nicht eine Komi­li­to­nin, die ihre Magis­ter- oder was weiß ich wel­che Arbeit über eine Frau geschrie­ben hät­te, die ihr tat­säch­lich per­sön­lich – und gott­ver­dammt­noch­mal nur ihr! – am Her­zen lag. Und wär’s Joni Mit­chell gewe­sen. Immer waren es die Frau­en, die gera­de in aller Mun­de waren. Und dar­an hat sich womög­lich bis heu­te nichts geän­dert. Umso mehr freut es mich, dass man – nach über 50 Jah­ren! – eine Frau zu ehren / ver­eh­ren beginnt, die ich per­sön­lich fas­zi­nie­rend gefun­den hät­te, graue Maus, die sie offen­sicht­lich im rich­ti­gen Leben für die meis­ten ihrer Zeit­ge­nos­sen gewe­sen sein moch­te… (mehr …)

Weiterlesen Wo ich heu­te gern wäre – beim Delia Der­byshire Day in Man­ches­ter

Bob Dyl­an — Ame­ri­can Trou­ba­dour

Als den ame­ri­ka­nischs­ten aller ame­ri­ka­ni­schen Sin­ger-Song­wri­ter prä­sen­tiert uns ein fas­zi­nie­ren­des neu­es Buch den Sin­ger-Song­wri­ter Bob Dyl­an. Sean Wil­entz’ Ana­ly­se von künst­le­ri­schen Wur­zeln und Wer­de­gang des nim­mer­mü­den Trou­ba­dours ver­nu­schel­ter Hei­ser­keit weist die­sen als einen Künst­ler aus, der sich die Tra­di­ti­on ame­ri­ka­ni­scher Musik in einem Maße ein­ver­leibt, das ihm des Öfte­ren den Vor­wurf des Pla­gi­ats ein­ge­bracht hat. Und das schon lan­ge bevor ruch­bar wur­de, dass Jour­na­lis­ten sich nicht nur News aus den Fin­gern sau­gen, son­dern gan­ze Arti­kel abkup­fern, oder Dok­to­ran­den es mit den Anfüh­rungs­zei­chen nicht so genau neh­men, wie man das gemein­hin erwar­ten wür­de, wenn’s ums Zitie­ren geht. Wer sich die Mühe macht, die­se kom­ple­xe Abhand­lung über Dyl­an durch­zu­ackern, wird mit eini­gen Ein­sich­ten in das Werk des Man­nes belohnt, die uns die zahl­lo­sen Bio­gra­phien bis­lang nur unzu­rei­chend haben ver­mit­teln kön­nen. Und er wird ver­ste­hen, was es mit Dyl­ans Anlei­hen – nicht nur – bei der ame­ri­ka­ni­schen Kunst auf sich hat…

Vor­ab: Reclam ist da ganz schön mutig. Der alt­ehr­wür­di­ge Ver­lag wird näm­lich kaum was ver­die­nen mit die­sem Buch. Schon weil es als musik­his­to­ri­scher Essay viel zu kom­plex ist für den Durch­schnitts­käu­fer. Da ist die Kon­kur­renz im Dickicht der eher popu­lär gehal­te­nen Dyl­an-Titel, die in Über­set­zung vor­lie­gen, viel zu groß. Und ich sage das, obwohl ich den Wil­entz über­setzt habe. Das heißt ich wür­de dem Titel gern vie­le Leser wün­schen. (mehr …)

Weiterlesen Bob Dyl­an — Ame­ri­can Trou­ba­dour

Hadar Manor — Queen of the Under­ground

Stra­ßen­mu­sik. Für vie­le nichts wei­ter als eine bes­se­re Form des Bet­telns, so viel steht fest, und, sicher, manch­mal sind Qua­li­tät oder Vor­aus­sag­bar­keit der Dar­bie­tung fast schon krass. Aber hin und wie­der kommt man auch an einem Musi­kan­ten vor­bei, der einem was Erstaun­li­ches mit auf den Weg zum Super­markt gibt. Und ab und an bleibt man gefes­selt ste­hen oder lässt sich im Vor­bei­ge­hen etwas von sei­nem sau­er ver­dien­ten Hart­geld aus dem Kreuz lei­ern. Ha, aber eine »Queen of the Under­ground«, also die geht bei uns ab. Zumin­dest in unse­rer Stadt.

Wie soll­te es auch anders sein, ist doch das Musi­zie­ren in der Nürn­ber­ger U‑Bahn, so wie’s aus­sieht, streng unter­sagt. Und genau dar­auf bezieht sich der selbst­ver­lie­he­ne Titel »Queen of the Under­ground«, auf die Lon­do­ner U‑Bahn. Nicht dass die Lon­do­ner »tube« da seit jeher schon libe­ra­ler gewe­sen wäre. Mit­nich­ten.»Bus­king« (Stra­ßen­mu­si­zie­ren) war auch dort strikt unter­sagt. Aber seit eini­ger Zeit hat sich das geän­dert. Man kann sich als »bus­ker«, (mehr …)

Weiterlesen Hadar Manor — Queen of the Under­ground
John Bar­ry, Har­ry Pal­mer & das Geheim­nis des Cim­ba­lom
Klick zu Amazon!

John Bar­ry, Har­ry Pal­mer & das Geheim­nis des Cim­ba­lom

Die­ser Tage hat­te ich die Plat­te des Jah­res in der Post. Mei­ne CD des Jah­res. Schon nach dem ers­ten Hören. Womög­lich die ers­te Plat­te seit Jahr­zehn­ten, die bei mir gleich mehr­mals hin­ter­ein­an­der lief. Und das obwohl sie schon fast 50 Jah­re alt ist: John Bar­rys Sound­track zum ers­ten Har­ry Pal­mer-Film, den Sid­ney Furie 1964/5 nach Len Deigh­tons ers­tem Thril­ler von 1962 dreh­te. Einer der ganz gro­ßen Thril­ler – mit einem Ham­mer von einem Sound­track.

Ich habe kei­ne Ahnung, wer auf die Idee kam, aus­ge­rech­net das Hack­brett in das Gen­re der Film­mu­sik ein­zu­füh­ren, aber mei­ner Erin­ne­rung nach sind die Thril­ler der 1960er voll davon. Ver­mut­lich über­trie­ben, aber defi­ni­tiv ein Hin­weis dar­auf, wie sehr sich die­ser völ­lig eige­ne Sound in mei­nem geis­ti­gen Ohr fest­ge­krallt hat. Es war eine gran­dio­se Idee. Ich wuss­te bis vor kur­zem noch nicht mal, dass es aus­ge­rech­net ein Hack­brett ist, (mehr …)

Weiterlesen John Bar­ry, Har­ry Pal­mer & das Geheim­nis des Cim­ba­lom

Blax­plo­ita­ti­on – alt und neu

bei amazon.com

»Blax­plo­ita­ti­on« – ein wenn schon nicht mythi­scher, so alle­mal enorm kul­ti­ger Begriff. Das kurz­le­bi­ge kul­tu­rel­le Phä­no­men die­ses Namens lie­fer­te Anfang, Mit­te der 1970er-Jah­re jun­gen ameri­kani­schen Schwar­zen bei ihrer Iden­ti­täts­su­che so etwas wie Identi­fika­tions­figuren. In Form von völ­lig aus der Luft gegrif­fe­nen Hel­den, sicher, aber die­se gaben jun­gen Leu­ten die Mög­lich­keit, im Kino Frust und Ressenti­ments gegen eine über­mäch­ti­ge wei­ße Welt aus­zu­le­ben. Ob und wie weit die Hel­den im Gang­s­tar­ap die­sel­be Funk­ti­on haben, kann ich nicht sagen, die Kli­schees jeden­falls sind dort die­sel­ben – ver­mut­lich nicht zuletzt des­halb, weil Gang­s­tar­ap sich aus­gie­big bei die­sen Fil­men bedient.

Bei der Über­ar­bei­tung mei­nes Hip­hop-Wör­ter­buchs kam mir die­ser Tage ein inter­es­san­ter Song unter – oder bes­ser gesagt ein rela­tiv beschei­de­ner Song mit einem ganz net­ten Text. Hell Razah, ein Rap­per aus dem Dunst­kreis des Wu-Tang Clan, erzählt in »Cine­ma­tic« eine Geschich­te… ach was, er setzt eine Rei­he von Sze­nen, ach was, Namen und Bil­dern aus Blax­plo­ita­ti­on-Strei­fen zusam­men. Was soll’s, die Anspie­lun­gen sind inter­es­sant genug, um ein biss­chen Memo­ry damit zu spie­len. (Viel­leicht auch ein paar alte VHS-Cas­set­ten zu digi­ta­li­sie­ren.)

Der Song beginnt mit dem Schnar­ren eines guten alten Film­pro­jek­tors und einem Sam­ple aus einem Film. Dann geht es los… (mehr …)

Weiterlesen Blax­plo­ita­ti­on – alt und neu

Mee­res­früch­te – Anrü­chi­ger Rock ’n’ Roll

bei amazon.com

Ich habe hier schon mal auf mehr oder weni­ger ein­deu­ti­ge Zwei­deu­tig­kei­ten in Song­tex­ten ver­wie­sen. Und dar­auf dass die plat­te Direkt­heit etwa im Rap­gen­re trotz net­ter Prä­gun­gen wie »kno­ckin’ boots« die sexu­el­le Meta­pher weit­ge­hend ver­drängt hat. Die Anfän­ge die­ser Ver­drän­gung fal­len in eine gan­ze ande­re Ära, näm­lich in die Zeit, in der schwar­ze Musik den wei­ßen ame­ri­ka­ni­schen Markt zu erobern begann. Und ver­drängt wur­den die Meta­phern damals mit­nich­ten durch Direkt­heit – man merz­te sie ein­fach aus. Solan­ge die schwar­ze Musik als »race music« ein vor­wie­gend schwar­zes, sexu­ell weni­ger ver­krampf­tes Publi­kum gehabt hat­te, waren die meta­phern­las­ti­gen Tex­te nie­man­dem auf­ge­sto­ßen, als man die Musik dann einem wei­ßen Publi­kum ver­kau­fen woll­te, wur­den sie zum Pro­blem.

1954. Die hei­ße Affä­re zwi­schen Coun­try Music und Rhythm & Blues hat­te Fol­gen gehabt: Ame­ri­ka wand sich unter den Geburts­we­hen des Rock ’n’ Roll. Finan­zi­ell gese­hen hät­te der schwarz­wei­ße Misch­ling es nicht bes­ser tref­fen kön­nen, der Zwei­te Welt­krieg hat­te den Ame­ri­ka­nern einen nie gekann­ten Reich­tum beschert. Und das galt auch für die schwar­zen Ame­ri­ka­ner, (mehr …)

Weiterlesen Mee­res­früch­te – Anrü­chi­ger Rock ’n’ Roll

Hip­hop ist tot – es lebe der Hip­ho­pre­neur!

bei amazon.com

»Hip­hop ist tot. Ist mir egal, was ande­re sagen, aber Hip­hop liegt in den letz­ten Zügen.« Die­ser Satz fiel mir ges­tern auf, nicht zuletzt weil man ihn so oder so ähn­lich seit über zwan­zig Jah­ren immer wie­der mal liest. Kaum ein Gen­re dürf­te man so oft tot­ge­sagt haben wie Hip­hop. Es gehe im Hip­hop, so lese ich da, nicht mehr um Spaß und Krea­ti­vi­tät; jeder möch­te im Gefol­ge von NWA und Geto Boys Gangs­ta sein. Aber was, so heißt es wei­ter, haben die Leu­te wirk­lich erreicht? Eini­ge ver­die­nen einen Hau­fen Geld, sicher, aber letzt­lich nur Klein­geld gegen­über den wirk­lich Rei­chen. Und gehö­ren tue ihnen auch nichts– Hier stut­ze ich und suche nach dem Datum des Arti­kels. Inter­es­sant…

Beim Auf­räu­men mei­nes Archivs fand ich ges­tern einen Arti­kel aus dem Jah­re 1998 mit dem Titel »Why Hip hop is dead«. Geschrie­ben hat ihn ein »vom Hip­hop zuneh­mend frus­trier­ter jun­ger Mann« unter dem Pseud­onym Let­hal Won­der. Ich den­ke, ich habe ihn mal auf Davey D’s Hip Hop Cor­ner abge­grif­fen; er ist jedoch auch im Früh­jahr 1999 in Cross­roads erschie­nen,  einer revo­lu­tio­nä­ren Pos­til­le aus Chi­ca­go, die sich dem Kampf der Schwar­zen Ame­ri­kas und Afri­kas im Sin­ne der Black Pan­thers ver­schrie­ben zu haben scheint. Jeden­falls hört sich die Rhe­to­rik, über­fliegt man die ein­zel­nen Aus­ga­ben, ganz danach an. Aber zurück zum The­ma.

bei amazon.com

Wie gesagt, die Argu­men­te der Nach­ru­fe auf den Hip­hop als Gen­re sind immer die­sel­ben; es sind die oben genann­ten und vor allem, dass die Leu­te die Kunst­form nicht mehr inter­es­sie­re, es gehe allen nur ums Geld. Und trotz­dem, so der Autor des Arti­kels aus dem Jah­re 1998, gehö­re den Schwar­zen nichts. Man müss­te jetzt nach­se­hen, was die schwar­zen Rap­per damals mit ihrem Geld gemacht haben, sicher, aber das lohnt noch nicht mal; wir brau­chen nur noch mal auf das Datum sehen: 1998. Das ist von den Zah­len her ein Jahr bevor der gro­ße Kata­ly­sa­tor explo­dier­te, der wie einst Elvis dem Rock ’n’ Roll dem Rap zum gro­ßen Durch­bruch bei der zah­lungs­kräf­ti­gen wei­ßen Jugend ver­half: Emi­nem. Und weiß hin oder her, Em wirk­te auf den Ver­kauf des Gen­res. Was immer vor­her ver­dient wor­den war, mär­chen­haft wur­den die Zah­len erst mit Emi­nem. Und mit 50 Cent hat er wenigs­tens einem der Groß­ver­die­ner der Nuller­jah­re selbst zu Ruhm und Kne­te ver­hol­fen.

Und was die­se Leu­te haben? Außer Geld. Nun, ich habe kei­ne Ahnung, was die ande­ren, die älte­ren Groß­ver­die­ner der Musik­bran­che »haben«, Paul McCart­ney etwa, Mick und Keith; bei John Len­non hät­te man (mehr …)

Weiterlesen Hip­hop ist tot – es lebe der Hip­ho­pre­neur!

Ame­ri­kas Schwar­ze — Sicht­ba­rer denn je

bei amazon.com

Mein Inter­es­se an der Rap­mu­sik geht letzt­lich auf mei­ne Beschäf­ti­gung mit eng­li­schem Slang – ins­be­son­de­re in sei­ner ame­ri­ka­ni­schen Mach­art – zurück. Und da das alles zu Zei­ten vor dem all­mäch­ti­gen Inter­net begann – nun, man muss­te damals die Mucke eben noch tat­säch­lich hören, um neue Wör­ter zu ler­nen. Man konn­te sich nicht ein­fach – buch­stäb­lich sang- und klang­los – auf Ohh­la die ein­schlä­gi­gen Tex­te zie­hen. Aber im Gegen­satz zu allen mei­nen Bekann­ten in mei­nem Alter hat mir die Mucke nicht nur zum neu­es­ten Slang ver­hol­fen, sie hat mir auch zuneh­mend gefal­len.

Rap habe ich, wie ver­mut­lich die meis­ten ande­ren hier­zu­lan­de, zum ers­ten Mal bei Blon­die gehört. Da mag jetzt man­cher jun­ge Gangs­ta nur müde lächeln. Aber dann hat er eben kei­ne Ahnung, denn Blon­dies »Rap­tu­re« war nicht nur einer der ers­ten rich­ti­gen Rap-Tracks,1 die put­zi­ge Debbie Har­ry hat in dem Song die Hip­hop­kul­tur in ihren Anfän­gen auch gleich erklärt. So wie sie ihr wie­der­um damals kein gerin­ge­rer als Fab 5 Fred­dy erklärt hat­te:

Fab Five Fred­dy told me everybody’s fly
DJ spin­ning, I said “My my”.

Und das war 1980. Selbst in New York wuss­te da noch lan­ge nicht jeder Bescheid, was es mit die­ser neu­en Sub­kul­tur auf sich hat­te. (mehr …)

  1. Sie kön­nen es eine Pasti­che nen­nen, aber was ist dann Rap heu­te? []

Weiterlesen Ame­ri­kas Schwar­ze — Sicht­ba­rer denn je

Prä­sent Nr. 2: Abs­tract Hip-Hop – Degi­he­u­gi

Wenn ich mich schon ent­schei­den müss­te, was ich Gott sei dank nicht muss, aber sei’s drum, um des Argu­ments wil­len, Degi­he­u­gi wäre der Favo­rit unter all den Sound­bast­lern, deren Musik es im Web so zu ent­de­cken gibt. Wie im Fal­le so eini­ger sei­ner Kol­le­gen, ist trotz groß­ar­tig rea­li­sier­ter Web­site und aller­hand ande­ren Inter­net­auf­trit­ten auf die Schnel­le nichts Rech­tes über den Bri­coleur zu erfah­ren. Aber mal sehen…

Ken­nen gelernt habe ich die Arbeit des genia­len fran­zö­si­schen Sound­bast­lers bereits vor eini­gen Jah­ren auf der Über-Musik­si­te Jamen­do, das trip­pi­ge Tag »Abs­tract Hip­hop« hat­te mich – oder mei­nen eben­falls ein­schlä­gig inter­es­sier­ten Nach­barn – zu ihm geführt. Als er von Jamen­do nach eini­ger Zeit wie­der ver­schwand, fand ich das scha­de. Aber nach dem ers­ten Schreck ent­deck­te ich dann sei­ne Home­page, auf der man sei­ne Mucke größ­ten­teils für lau1 abgrei­fen kann. Mit Abs­tract Sym­po­si­um, Bro­ken Sym­pho­ny, Time to Take Out the Trash, Only After the  Show und Aqui­lon-lp01 habe ich mitt­ler­wei­le fünf groß­ar­ti­ge LPs von dem Mann.

(mehr …)

  1. eine Spen­de wäre natür­lich sicher will­kom­men, der Mann ist jeden Cent wert []

Weiterlesen Prä­sent Nr. 2: Abs­tract Hip-Hop – Degi­he­u­gi

Und tief in uns allen ein Nin­ja – klei­nes Weih­nachts­prä­sent gefäl­lig?

»In jedem von uns schlummert tief drin ein Ninja...« Musik irgendwo zwischen IDM und Hiphop Kennen Sie Bump Foot? Nein? Macht nichts. Wenn Sie das betörende Cover des mexikanischen Comic-Künstlers…

Weiterlesen Und tief in uns allen ein Nin­ja – klei­nes Weih­nachts­prä­sent gefäl­lig?

Sus­an Saran­don: John Len­non & New York

Ein Hin­weis, bevor es zu spät ist: BBC2 brach­te am 7. & 8.12 zum drei­ßigs­ten Todes­tag von John Len­non eine zwei­stün­di­ge Wid­mung, mode­riert von Sus­an Saran­don, die man gehört haben soll­te. Viel Zeit dazu haben Sie aller­dings nicht mehr; die Pod­casts der BBC sind gera­de mal eine Woche lang zu hören. Des­halb hier der Hin­weis dar­auf; ich möch­te hier nichts zu sei­nem Tod abson­dern, das wäre mehr als über­flüs­sig. Aber wenn Sie ein Fan waren, hören Sie sich das mal an.

Ver­ges­sen Sie die all den spe­ku­la­ti­ven Infor­ma­ti­ons­müll aus drit­ter Hand. Hier kommt Len­non vor allem selbst zu Wort. Dazu selbst­ver­ständ­lich Yoko. Und David Bowie, Elton John, Jann Wen­ner (Rol­ling Stone), Bob Gru­en (Foto­graf), Klaus Voor­mann, All­an Tan­nen­baum, Lar­ry King (Jour­na­list), Alan White, Elli­ot Mintz1, Jack Dou­glas, Jona­than Cott, May Pang (Assis­ten­tin & Gelieb­te), Micha­el Lind­say-Hogg, Ethan Rus­sell and Sohn Juli­an Len­non.

Die Sen­dung ver­folgt, wie gesagt, über zwei Stun­den Len­nons Lie­be zur heim­li­chen Haupt­stadt Ame­ri­kas. Schon 1964, bei der ers­ten Tour der Beat­les (bei der sie aus­ge­rech­net der Jour­na­list Lar­ry King beglei­te­te!) woll­te John als ers­tes Bob Dyl­an ken­nen ler­nen;2 und offen­sicht­lich kiff­te man sich bei die­ser ers­ten Begeg­nung letzt­lich nur herz­haft zu.  Von da an soll­te auch Johns Musik nie wie­der die alte sein.

Laut eige­ner Aus­sa­ge hat­te Len­non schon immer von  New York geträumt, (mehr …)

  1. * Febru­a­ry 16, 1945; Ame­ri­can media con­sul­tant and publi­cist who­se cli­ents have inclu­ded the John Len­non Esta­te, Bob Dyl­an, Paris Hil­ton, Chris Brown, Yoko Ono, Chris­tie Brinkley, Cros­by, Stills and Nash, Dia­na Ross, Don John­son, Mela­nie Grif­fith and others. []
  2. Dyl­an war damals noch nicht die Iko­ne, die er kurz dar­auf wer­den soll­te []

Weiterlesen Sus­an Saran­don: John Len­non & New York

Rap-Lyrics zwi­schen Dia­lekt und Slang – Eine ers­te klei­ne Lek­ti­on

amazon.com

Rap-Tex­te über­set­zen ist frus­trie­rend. Anders kann man das nicht sagen. Nicht nur weil die Tei­le auf Eng­lisch sind. Es gibt eini­ge wei­te­re Fak­to­ren, die für den Frust ver­ant­wort­lich sind. Und dazu gehört heu­te noch nicht mal das Abhö­ren. Frü­her saß man erst mal stun­den­lang da und hat so ein Teil abge­hört. Mit ande­ren Wor­ten am Plat­ten­spie­ler end­los die Nadel zurück­ge­setzt. Oder Cas­set­ten­re­cor­der zurück­ge­spult, bis es Band­sa­lat gab. Und das Wort Back­up hat­te man da noch nicht mal gehört. Heu­te hat man wenigs­tens das Web, wo sich eine Rei­he von Leu­ten unend­lich viel Mühe machen, für Lyrics zum Mit­le­sen zu sor­gen. Nicht dass sie groß was davon haben außer welt­wei­tem Gemau­le, wenn mal was nicht stimmt. Aber das ist ein ande­res The­ma. Hier eine gro­be klei­ne Ein­füh­rung. Da lan­ge Arti­kel heu­te kein Aas mehr liest, ver­su­che ich die Geschich­te mal in Fort­set­zun­gen zu por­tio­nie­ren.

Was Rap-Tex­te über das Eng­li­sche hin­aus kom­pli­ziert, ist zunächst ein­mal, dass sie grund­sätz­lich von Dia­lekt­spre­chern stam­men. Wenn wir mal von ame­ri­ka­ni­schen Tex­ten aus­ge­hen, bedeu­tet das, dass wir es in der Regel mit dem schwarz­ame­ri­ka­ni­schen Dia­lekt zu tun haben, der sei­nen Ursprung im Süden der USA hat; ent­spre­chend ist er mit dem Dia­lekt der jewei­li­gen wei­ßen Bevöl­ke­rung dort eng ver­wandt, unter­schei­det sich aber den­noch von ihm. Die regio­na­len Unter­schie­de zwi­schen schwar­zen Dia­lekt­spre­chern in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten sind eher gering. Das ver­leiht dem schwarz­ame­ri­ka­ni­schen Dia­lekt aber die Beson­der­heit, dass er eben nicht an einer Regi­on fest­zu­ma­chen ist wie ande­re Dia­lek­te. Das liegt ein­fach dar­an, dass die Leu­te ihren Dia­lekt aus dem Süden mit­ge­nom­men haben. (mehr …)

Weiterlesen Rap-Lyrics zwi­schen Dia­lekt und Slang – Eine ers­te klei­ne Lek­ti­on